Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wenn es in Bayern Erdbeben regnet

Niederschlag kann seismische Instabilität auslösen

München, 02.11.2006

Es wird seit längerem vermutet, dass Regenwasser eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von Erdbeben spielen kann. Die Flüssigkeit verändert nämlich den Porendruck im Gestein, was wiederum ein Beben auslösen kann, wenn die Erdkruste an dieser Stelle schon nahe genug am kritischen Punkt der seismischen Instabilität war. Der Geophysiker Dr. Toni Kraft und seine Kollegen an  der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konnten jetzt in Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Hainzl von der Universität Potsdam zeigen, dass dann selbst geringe Veränderungen des Drucks im Gestein genügen, um Erdbeben in mehreren Kilometern Tiefe auszulösen. Wie in den „Geophysical Research Letters“ berichtet, wurden die Untersuchungen dazu am Hochstaufen, einem Berg nahe Bad Reichenhall im Südosten Deutschlands durchgeführt. In einer zweiten Publikation, die vor kurzem in den „Tectonophysics“ erschien, konnten die LMU-Wissenschaftler bereits erste Hinweise auf die Rolle des Niederschlags bei seismischen Aktivitäten präsentieren. „Insgesamt konnten wir zum ersten Mal einen direkten Zusammenhang zwischen Regen und Erdbeben auf diesem Planeten nachweisen“, so Professor Heiner Igel. „Wer hätte gedacht, dass es in Bayern so interessante Erdbeben gibt!“

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