Bayerisches Musiker Lexikon Online
Einzigartige Datenbank für Musik-Interessierte
München, 05.12.2008
Musikgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, digital aufbereitet und für jeden Interessierten gebührenfrei einsehbar – das Bayerische Musiker Lexikon Online (BMLO) bietet einen einzigartigen Fundus an Materialen. Nach Abschluss der Testphase geht die Datenbank mit multimedialen Elementen, zahlreichen Biographien und Informationen zu Personen der bayerischen Musikgeschichte jetzt in den Regelbetrieb. Derzeit sind rund 20.000 Datensätze verfügbar. Jazzmusiker finden sich dabei neben Zitherspielern, Füssener Lautenmacher neben Nürnberger Notendruckern, Mitglieder der barocken Hofkapellen neben Opernstars.
Mitarbeiter des Instituts für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München recherchierten, sammelten und digitalisierten in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte Daten für die in Deutschland einmalige Musikerdatenbank. Unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft entstand auf diese Weise ein beispielgebendes Modell für ein zeitgemäßes musikwissenschaftliches Lexikon auf Internetbasis.
Das BMLO weist über 25.000 Artikel aus gedruckten Lexika nach und versorgt seine Benutzer mit ihren Digitalisaten. Gemeinsam mit der Digitalen Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek wurden mehrere Standardwerke der Musikwissenschaft vom 18. bis zum 20. Jahrhundert hochwertig digitalisiert. Das Angebot stützt sich dabei nicht nur auf die Auswertung musikwissenschaftlicher Forschungsarbeiten, sondern auch auf solche der Landesgeschichte und der benachbarten Geschichts- und Kunstwissenschaften.
Anders als in Printmedien kann man im BMLO nicht nur nach Namen suchen. Auch Personengruppen lassen sich anhand gemeinsamer Charakteristika identifizieren, etwa alle Personen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Pianisten oder Flötisten in Augsburg oder Nürnberg konzertiert haben. Besonders für Forscher ist von Vorteil, dass alle Personendatensätze auch über individualisierte Internet-Adressen für wissenschaftliche Arbeiten zitierfähig sind, zum Beispiel http://www.bmlo.lmu.de/m0914 für Mozart.
Eingebunden in die Datensammlung des BMLO sind Abbildungen und Notenbeispiele ebenso wie Audiodateien und Videosequenzen. So ist zum Beispiel das Multimedia-Werkverzeichnis des Komponisten Wolfgang Jacobi (1894-1972) unter http://www.bmlo.lmu.de/j0012 interaktiv sortierbar, mit Notenbeispielen, Autographen-Seiten und Hörproben.
Die Pilotprojektphase des BMLO ist nun erfolgreich abgeschlossen. In den vergangenen fünf Jahren bearbeitete die BMLO-Redaktion unter der Leitung von Dr. Josef Focht etwa 25.000 Datensätze, von denen über 20.000 bereits ediert sind. Etwa 10.000 Personen wurden im BMLO erstmals lexikalisch gewürdigt. Damit leistet das Projekt einen nennenswerten Beitrag zur Erweiterung des musikwissenschaftlichen Kanons. Im Oktober 2008 haben bereits 4.600 unterschiedliche Benutzer insgesamt 14.000 Mal täglich auf die Website zugegriffen und dabei 330.000 Einzelseiten aufgesucht. Obwohl das BMLO bereits eines der umfangreichsten Musiklexika der Welt darstellt, ist noch lange keine Vollständigkeit erreicht. Eine fortlaufende Aktualisierung und Pflege der Daten bleibt auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe für die Projektteilnehmer.
Ansprechpartner:
Dr. Josef Focht
BMLO-Redaktion
Tel.: 089 / 2180-6762
E-Mail: focht@lrz.uni-muenchen.de


