LMU-Studie zu Mobbing in der Schule
Friedliches Klassenklima leichter am Anfang zu etablieren.
München, 28.07.2006
Es konnte gezeigt werden, dass sich Opferrollen eher verfestigen, wenn Statusunterschiede innerhalb einer Klasse stark ausgeprägt sind. „Sinnvolle Prävention muss deshalb auf Klassenebene die Mitschüler aktivieren“, meint Schäfer. „Für ein effektives Training aller Beteiligten braucht es aber Wissen darüber, was die Entstehung der Mitschülerrollen fördert. Unsere neue Studie soll da helfen.“ Deshalb wurden die Mitschülerrollen in der Klasse verglichen mit Rollen, die die Kinder in ihrer Hortgruppe einnehmen. Dabei ergaben sich Hinweise, dass sich die Rollen und Aktivitäten der Kinder in Bezug auf das Mobbing stark verändern. So unterscheiden sich die Kinder der ersten und zweiten Klassen von den „Größeren“, weil sie ihre Mitschüler im Wesentlichen nach beobachtbarem Verhalten einschätzen. Sie kennen zwar auch in diesem Alter schon alle Rollen und können sie beschreiben. Sie heben aber nur Schüler hervor, die Mitschüler dominieren, sie trösten oder helfen. Ebenso werden Mitschüler benannt, die von anderen dominiert werden. Bei den älteren Schülern kommt dann dazu, dass sie Mitschüler benennen, die das Mobbing initiieren, dabei helfen oder lachend daneben stehen. In diesem Alter ist dann auch bekannt, wer „sich aus allem raus hält“. Zudem ist den Schülern deutlich bewusst, wie verletzend gemeine Sprüche oder Gerüchte sein können.
Ansprechpartner:
PD Dr. Mechthild Schäfer
Department für Psychologie der LMU
Tel.: 089-2180-3780
Fax: 089-2180-5002
E-Mail: schaef@edupsy.uni-muenchen.de


