Ludwig-Maximilians-Universität München
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Unterstützung aus Stiftungsmitteln der Universität

Studien-Beihilfen für Studierende aus Stiftungsmitteln der LMU

Stiftungen haben eine lange Tradition an der Universität: Bereits seit dem 15. Jahrhundert werden sogenannte Studienbeihilfen verliehen. Vor rund 550 Jahren weihte Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut (1417-1479) am 26. Juni 1472 die von ihm gestiftete Hohe Schule zu Ingolstadt ein – die heutige LMU. Der Herzog stattete die Universität schon damals mit entsprechenden Gebäuden und Landbesitz aus, aus dessen Erträgen die Gehälter der Professoren und der Sachaufwand finanziert wurden.

Doch nicht nur die Professoren und Unterrichtsgebäude, sondern auch für die Studierenden und ihre Unterbringung musste gesorgt werden. In Ingolstadt wurde daher mit dem 1494 von Herzog Georg der Reiche gestifteten Georgianum ein erstes Kollegium für Studierende eingerichtet. Wenig später kam es zu ersten Stipendienstiftungen, die auch heute noch einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung „würdiger und bedürftiger“ Studierender leisten.

Die LMU vergibt Studien-Beihilfen aus den Mitteln von insgesamt 15 Stipendienstiftungen bis zu zwei Mal jährlich. Eine Übersicht der Stiftungen und deren Schwerpunkte finden Sie unter "Stiftungen vorgestellt". Die Vergabe findet immer zum Sommer-, in Ausnahmefällen auch zum Wintersemester statt.

I. Auswahlkriterien

Studien-Beihilfen aus den Mittel der Stipendienstiftungen der LMU erhalten immatrikulierte Studierende aus Mitgliedsstaaten der EU, heimatslose und asylberechtigte Ausländer sowie Bildungsinländer, die „würdig und bedürftig“ sind und die jeweiligen Stiftungszwecke sowie sozialen Kriterien erfüllen.

Andernfalls ist für die Förderung von ausländischen Staatsangehörigen grundsätzlich das Referat für Internationale Angelegenheiten, Referat III.3, Ludwigstr. 27, 80539 München zuständig.

1. Bedürftigkeit

„Bedürftig“ ist nach den Vergaberichtlinien, wer nachweislich nur wenig Geld hat und auch vonseiten seiner Familie nicht ausreichend unterstützt werden kann. Da Eltern oder der Ehepartner zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet sind, ist auch deren Einkommen anzugeben und nachzuweisen. Eine Bestätigung, dass sie zu wenig Unterhalt zahlen, genügt nicht.

Wenn der oder die Antragsteller/in Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bezieht, ist der Nachweis der Bedürftigkeit zwar erbracht. Allerdings gelten durch die staatliche Förderung die meisten Kosten als abgedeckt. Für besondere studienbedingte Ausgaben wie Lernmittel oder Pflichtexkursionen ist dennoch ein Antrag auf eine einmalige Beihilfe möglich.

Als nicht bedürftig gelten Studierende, deren Antrag auf BAföG oder ein anderes einkommensabhängiges Stipendium bereits wegen zu hoher Einnahmen des Antragstellers, der Eltern oder des Ehepartners abgelehnt wurde.

2. Würdigkeit

„Würdig“ ist, wer im Studium erfolgreich ist. Dafür sind keine Spitzenleistungen erforderlich, sondern ein reguläres Studium in einer angemessenen Studiendauer mit guten bis durchschnittlichen Noten. Bewertet werden zudem das soziale Engagement, die Bemühungen um die eigene Studienfinanzierung und gegebenenfalls Empfehlungsschreiben von Betreuern.

3. Soziale Kriterien

Neben Bedürftigkeit und Würdigkeit werden auch soziale Kriterien wie Behinderung, Krankheit, Migrationshintergrund sowie familiäre und soziale Schwierigkeiten berücksichtigt. Beachtet werden außerdem Härtefälle, beispielsweise wenn sich nach Ablauf der Regelstudienzeit die BAföG-Bezugsmöglichkeiten oder die Einkommensverhältnisse geändert haben.

II. Auswahlverfahren

Bewerben können sich die Studierenden ausschließlich online. Wegen der vielen Stiftungen und unterschiedlichen Fördervoraussetzungen erhalten Interessenten den Link zur Online-Bewerbung erst nach einem persönlichen Vorgespräch beim Stipendienreferat. Frau Lydia Gerrer steht unter Telefon 089/2180-6335 oder per E-Mail lydia.gerrer@verwaltung.uni-muenchen.de zur Terminvereinbarung zur Verfügung.

Die nächste Bewerbungsphase beginnt voraussichtlich im Sommersemester 2018.

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist werden die Unterlagen nach einem Punktesystem bewertet und in einer entsprechenden Rangliste zusammengefasst. Die endgültige Entscheidung darüber, wer eine Beihilfe erhält, trifft anschließend der Stipendienreferent der LMU.

III. Höhe der Förderung

Je nach Situation können entweder einmalige Beihilfen für einen studienbedingten Sonderbedarf oder – wenn trotz vorliegender Bedürftigkeit keine staatliche Förderung (mehr) möglich ist – für einen begrenzten Zeitraum regelmäßig Finanzhilfen bewilligt werden. Ebenso möglich ist die Förderung von Zweitstudien, wenn ein enger Zusammenhang zum Erststudium besteht, also eine Spezialisierung oder zusätzliche Qualifizierung angestrebt wird.

Stiftungen vorgestellt

Artan-Stiftung

Die Stiftung aus Vaduz, Liechtenstein, fördert Absolventen der Medizinischen Fakultät aus dem Nachlass von Johann Radlon-Bronikowski.

Louise-Blackborne-Stiftung

Die 1946 in Zürich gestorbene Engländerin Louise Marie Emilie Blackborne, geborene Delcroix, vermachte der LMU in ihrem Testament 1940 einen größeren Betrag in Schweizer Franken für talentierte Studierende der Universität mit Ausnahme von Promotionsstudierenden.

Dr. Democh-Maumeier-Stipendienstiftung

Ins Leben gerufen wurde die Stiftung 1949 mit dem Testament von Dr. Ida Democh-Maurmeier. Sie wollte bevorzugt Studentinnen der Medizinischen und der Juristischen Fakultät an der LMU helfen.

Ebner-Stiftung

Die Stiftung fördert würdige und bedürftige deutsche Studierende der LMU München.

Einhundert-Jahres-Stiftung der Stadt München

Die städtische Stiftung hilft allen Studierenden unabhängig von ihren Studienfächern und Abschlüssen in außerordentlichen Notsituationen.

Freiherr von Handel´sche Stiftung

Freiherr Mainhard Maria von Handel, königlich bayerischer Kammerherr, stiftete mit seinem Testament von 1887 ein Kapital von 70.000 Mark und ein Anwesen in Bad Tölz. Aus den Erträgen sollten Stipendien für bayerische Studierende gewährt werden.

Franz von Holzendorff´sche Stiftung

Der 1923 verstorbene Legationsrat Richard von Holtzendorff vermachte der LMU ein Jahr vor seinem Tod eine Stiftung zum Andenken an seinen verstorbenen Vater Professor Dr. Franz von Holtzendorff. Bei der Schlussabrechnung verblieben der Universität zwar nur wenig Wertpapiere. Sie erwiesen sich jedoch als so wertbeständig, dass die Franz von Holtzendorff´sche Stiftung auch nach 1960 selbständig blieb. Sie unterstützt bevorzugt Studierende der Juristischen Fakultät in den Hauptfächern Völkerrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht und Gefängniswesen.

Oberregierungsrat Dr. Hermann Köstlbacher-Stipendienfonds

Der Studienfonds entstand aus dem Testament von Hedwig Sophie Margarethe Köstlbacher von 1965 und fördert alle Studentinnen und Studenten der Tierärztlichen Fakultät der LMU außer Promotionsstudierenden.

Nachlass Dr. Karl Heinz Kurtze

Der Nachlass unterstützt bevorzugt Doktorandinnen und Doktoranden der Tierärztlichen Fakultät aus dem Bereich der Tropenveterinärmedizin.

Stiftung Luitpoldiana

Mit der Stiftung Luitpoldiana sollen speziell in Bayern beheimatete Studierende aller Studienrichtungen und Abschlüsse gefördert werden.

Nachlass Przemysler-Przemyslav

Das Ziel des Nachlasses von Przemysler-Przemyslav ist die Förderung von Studierenden, Promovierenden und Habilitierenden der Fakultät Physik.

Anna Maria Eva Schleip-Stiftung

Die Stiftung geht auf das Testament von Anna Maria Eva Schleip aus dem Jahr 1967 zurück und gewährt Studienbeihilfen für evangelisch oder katholisch erzogene Studierende aus gutbürgerlichen Familien.

Rosa-Schneider-Stiftung

Mit dem Nachlass der Stiftung werden Studierende der Medizinischen Fakultät gefördert, bevorzugt bedürftige Studierende bayerischer Ärzte – insbesondere Waisenkinder.

Vereinigte Stipendienstiftung der Universität München

Die Vereinigte Stipendienstiftung für Studierende aller Fakultäten und Konfessionen entstand aus 18 rechtlich selbständigen Stiftungen sowie aus 19 Stiftungen, deren Rechtsverhältnisse wegen des Verlusts der Stiftungsakten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr feststellbar waren. Der neuen Stiftung wurde darüber hinaus das Vermögen von 40 nicht rechtsfähigen Fonds übereignet.

Rolf-Weber Stiftung

Die Stiftung fördert ganz grundsätzlich Studierende der Juristischen Fakultät der LMU.