Ludwig-Maximilians-Universität München
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Nadelstich- oder Schnittverletzungen

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Studierende der LMU,

wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Arbeit oder Ausbildung eine potentiell infektiöse Stich- bzw. Schnittverletzung mit Blutkontakt zugezogen haben, kümmern wir vom Betriebsärztlichen Dienst der LMU uns um die Nachsorge. Schleimhautkontakte mit Humanblut sind bei deutlich geringerem Infektionsrisiko in aller Regel ähnlich zu behandeln.

Verhalten bei einer entsprechenden Verletzung:

  1. Sofort die Tätigkeit unterbrechen und den Blutaustritt durch leichte Stauung fördern.
  2. Eine intensive antiseptische Spülung (mit gängigen Desinfektionsmitteln) durchführen.
  3. Beim Indexpatienten muss der aktuelle HIV- und Hepatitis C-Status (Anti-HIV und Anti-HCV) ermittelt werden (Krankenakte / ggf. Testung). Sind Sie nicht ausreichend gegen Hepatitis B geimpft, ist der Indexpatient auch auf HBs-Antigen zu testen.

Anschließend stellen Sie sich unmittelbar nach dem Unfall beim D-Arzt vor, der das Unfallereignis dokumentiert, Ihren aktuellen Status bezüglich HIV, HCV und ggf. den HBV-Immunstatus feststellt und eventuell notwendige Sofortmaßnahmen einleitet. Eine Nichtmeldung bis 2 Wochen nach dem Unfall kann gegebenenfalls die Anerkennung einer Berufskrankheit erschweren.

D-Arzt-Ambulanzen sind beispielsweise die Chirurgische Notaufnahme der LMU Großhadern (Tel. +49(0)89/4400-73577) oder die Chirurgische Klinik Innenstadt in der Nussbaumstraße 20 (Tel. +49(0)89/4400-52611).

Je nach Gefährdungsrisiko empfehlen wir im Einzelnen folgende Vorgehensweise:

  1. Ist der Indexpatient nachweislich HIV-positiv, stellen Sie sich schnellstmöglich (innerhalb von 1 bis 2 Std.) in der HIV-Ambulanz der Medizinischen Poliklinik Innenstadt (Pettenkoferstr. 8 a, Tel. +49(0)89/4400-53550) vor und gehen erst danach zum D-Arzt. Die Sprechzeiten der HIV-Ambulanz sind Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr sowie Mittwoch von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten wenden Sie sich bitte an den internistischen Dienstarzt der Medizinischen Klinik Innenstadt, Ziemssenstr. 1, Tel. +49(0)89/4400-52111 / -52112.
  2. Hat der Indexpatient eine chronische Hepatitis B-Infektion und Sie sind ungeimpft oder haben auf die Impfung kein Anti-HBs gebildet, ist sofort eine aktive und passive Immunisierung nötig, idealerweise gleich beim D-Arzt. Bei niedrigem Impftiter (10 IU/l < Anti-HBs < 100 IU/l) genügt eine aktive Auffrischimpfung mit Impftiterbestimmung 4 bis 6 Wochen später. Kein Handlungsbedarf besteht bei einer dokumentierten, erfolgreichen Immunisierung innerhalb der letzten 5 Jahre oder bei einem Anti-HBs >100 IU/l in den letzten 12 Monaten (unabhängig vom Zeitpunkt der Immunisierung).
  3. Besteht beim Indexpatienten eine HCV-Infektion, ist im Rahmen der Früherkennung eine persönliche Vorstellung bei uns 4 bis 6 Wochen nach dem Unfallereignis unbedingt notwendig. Danach sind weitere Kontrolltermine gegebenenfalls nötig.
  4. Ist der Infektionsstatus des Indexpatienten nicht zu ermitteln oder die Herkunft des Verletzungsgegenstandes nicht bekannt, wird eine erste Vorstellung bei uns nach 6 Wochen empfohlen.
  5. Trifft Punkt 2 nicht zu und ist beim Indexpatienten der Status für HCV und HIV negativ, sind außer der Vorstellung beim D-Arzt keine weiteren Nachsorgemaßnahmen nötig.

Alle anfallenden Kosten übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung der LMU. Unsere Impfsprechstunden finden montags von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr und mittwochs von 11:00 Uhr bis 12.00 Uhr statt. Es ist keine Terminvereinbarung nötig, aber bitte bringen Sie möglichst immer Ihren Impfausweis mit.

Ansprechpartner:

Dr. med. Winfried Kapfhammer , Tel. +49(0)89/2180 - 73902,
Winfried.Kapfhammer@lmu.de

Dr. med. Silke Kadlez-Gebhardt , Tel. +49(0)89/2180 - 73909,
Silke.Kadlezgebhardt@lmu.de

Dr. med. Brigitte Buyer, Tel. +49(0)89/2180 - 73911,
Brigitte.Buyer@med.uni-muenchen.de

Adresse des Betriebsärztlichen Dienstes der LMU:

Betriebsärztlicher Dienst
Goethestr. 31, EG
80336 München