Ludwig-Maximilians-Universität München
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Vor 70 Jahren

Erinnerung an die Weiße Rose

München, 01.02.2013

1943 wurden die Mitglieder des inneren Kreises der Weißen Rose zum Tode verurteilt und hingerichtet. An die Widerstandsgruppe erinnert die jährliche „Weiße Rose-Gedächtnisvorlesung“. In diesem Jahr sprach Bundespräsident Joachim Gauck an der LMU.

Bundespräsident Joachim Gauck im Audimax (Foto: Bundespressedienst)
Foto: Bundespresseamt

Zur Bildergalerie "Gedenken an die Weiße Rose".

Die „Weiße Rose-Gedächtnisvorlesung“ von Bundespräsident Joachim Gauck am 30. Januar 2013:

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„Einer muss ja doch mal schließlich damit anfangen.“ In diesem Satz Sophie Scholls während des Gerichtsprozesses gegen sie, ihren Bruder Hans und Christoph Probst, stecke „die ganze Verzweiflung und Einsamkeit, aber auch die ganze Hoffnung und der Mut der jungen Frau und ihrer Mitstreiter“, so der Bundespräsident in seiner Gedächtnisvorlesung. Ebenso stecke in diesem Satz, „was uns heute noch anspricht, was uns anspornen kann, wohl auch beunruhigen muss“. Denn die Mitglieder der Weißen Rose, wie auch viele andere mutige Menschen während der Nazidiktatur, hätten Widerstand geleistet – auch wenn sie gewusst haben, dass sie unterliegen und ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen könnten.

Am 18. Februar wurden Hans und seine Schwester Sophie im Lichthof der LMU festgenommen, als sie dort das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose verteilten; bereits am 22. Februar verurteilte der Volksgerichtshof sie und Christoph Probst, der einen Tag nach den Geschwistern Scholl in Innsbruck verhaftet wurde, zum Tode – die drei wurden noch am selben Tag im Gefängnis hingerichtet.

Weitere Verhaftungen und Prozesse folgten. Am 19. April verurteilte der Volksgerichtshof Alexander Schmorell, Willi Graf und Professor Kurt Huber zum Tode – Alexander Schmorell und Kurt Huber wurden am 13. Juli hingerichtet, Willi Graf am 12. Oktober 1943. Elf weitere Personen erhielten Haftstrafen.

„Was kann ich heute tun?“
Die Mitglieder der Weißen Rose wurden, so der Bundespräsident, abgeurteilt und „ermordet, weil sie hingeschaut, sich empört und gehandelt haben, weil sie Verbrecher Verbrecher nannten, Morde Morde, und Feigheit Feigheit. Sie machten das Unrecht öffentlich – mit ihren bescheidenen Mitteln. Weil sie auch andere dazu bewegen wollten, hinzusehen und nicht mehr zu schweigen.“

Man solle, appellierte Gauck, sich auch heute nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie man selbst gedacht und gehandelt hätte, nicht fragen, „Was hätte ich damals getan?“, sondern: „Was kann ich heute tun?“. Statt vor deren Mitgliedern in Ehrfurcht zu erstarren, forderte Gauck: „Holen wir die jungen Frauen und Männer der Weißen Rose immer wieder herein in die Hörsäle, in unsere Schulen, lassen wir sie zwischen uns sitzen. Und hören wir sie sagen: „Einer muss ja doch mal schließlich damit anfangen!“

Veranstaltungen zur Erinnerung an die Weiße Rose:

 Infos zur Weiße Rose Stiftung:

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