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Genetics Research Centre untersucht genetische Ursachen von Schizophrenie

München, 18.02.2008

Etwa 800.000 Menschen sind an  Schizophrenie erkrankt. Dabei verändern sich Denken und Handeln der Betroffenen stark: Halluzinationen, Realitätsverlust oder Wahnideen sind nur einige der Symptome dieser schweren psychotischen Störung, die bis heute nicht heilbar, sondern nur partiell therapierbar ist – immerhin soweit, dass mit entsprechender Medikation ein halbwegs normales Leben für die Betroffenen möglich ist.

Zwar ist ein konkreter Auslöser dieser Krankheit bisher nicht ermittelt, Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien zeigen jedoch, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entstehung schizophrener Störungen spielen. Dieser Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung wird auf etwa 80 Prozent geschätzt. Dabei ist das Vererbungsmuster jedoch sehr komplex und folgt nicht den Mendelschen Vererbungsregeln. „Es ist vermutlich ein Zusammenwirkung mehrerer Gene, von denen jedes aber nur einen kleinen Einfluss auf die Erkrankung hat“, sagt Privatdozent Dr. Dan Rujescu, Leiter der Sektion Molekulare und Klinische Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Universität München. Rujescu gehört zusammen mit dem Direktor der Psychiatrischen Klinik, Professor Hans-Jürgen Möller, dem Managing Board des Genetics Research Centres (GRC) an, das von der Psychiatrischen Klinik und der GlaxoSmithKline Deutschland GmbH & Co.KG (GSK) betrieben wird.

Ziel der aktuellen Forschung ist es, so genannte Schizophrenie-Risikogene zu identifizieren. Dabei werden Basentausch-Polymorphismen – Single Nucleotide Polyphormisms (SNP) – unter anderem aus zwölf Genomregionen in Fall- bzw. Kontrollgruppen vergleichend untersucht. SNPs sind die kleinstmöglichen individuellen Genomvariationen, die einzelne Bausteine innerhalb des gesamten Erbgutes betreffen. Diese Unterschiede im genetischen Baumuster kommen etwa alle 300 bis 500 Bausteine vor.

In der zweiten Phase des Forschungsprojekts werden auffällige Unterschiede an über 1.000 Personen detailliert geprüft. Dabei stellt das gebündelte Know-how der beiden Partner LMU und GlaxoSmithKline eine große Chance dar, Risikofaktoren für Schizophrenie frühzeitig zu ermitteln und so einen erfolgreichen Präventions- bzw. Therapieansatz zu entwickeln.

Die LMU stellt dabei eine der weltweit besten Stichproben im Bereich der Schizophreniegenetik zur Verfügung. Das Genetics Research Centre ermöglicht durch die Bereitstellung einer Genotypisierungsplattform die Hochdurchsatzanalyse großer Gruppen sowie auch die individuelle Analyse. „Mit dieser effektiven Bündelung von akademischem und industriellem Know-how ist es möglich, dieses multidisziplinäre Forschungsvorhaben in München zielführend umzusetzen“, erklärt Professor Hans-Jürgen Möller. „Die durch das Genetics Reserach Centre bereit gestellten exzellenten Hochdurchsatz-Technologien ermöglichen es, potentielle genetische Risikofaktoren systematisch zu erfassen.“

Die DNA-Analyse erfolgt im GRC mit drei Massenspektrometern. Damit können täglich bis zu 100.000 Genotypisierungen vorgenommen werden. Neben der Identifikation von Schizophrenie-Risikogenen soll dabei auch die genetische Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeit von Medikamenten erforscht werden. Die im GRC gewonnenen Daten könnten dabei helfen, bessere und auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Medikamente zu entwickeln. Das Forschungsprojekt wird durch die Bayerische Forschungsstiftung gefördert.

Ansprechpartner LMU:
PD Dr. Dan Rujescu
Psychiatrische Klinik und Poliklinik der Universität München
Tel.: 089 / 5150-5756
E-Mail: Dan.Rujescu@med.uni-muenchen.de

Ansprechpartner GlaxoSmithKline:
Arnd Prilipp
PR-Manager
Oncology & Science PR
GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Tel.: 089 / 36044-8117
E-Mail: arnd.prilipp@gsk.com

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