Ludwig-Maximilians-Universität München
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Leamer-Rosenthal-Prize

LMU-Psychologe ausgezeichnet

München, 05.01.2017

LMU-Psychologe Dr. Felix Schönbrodt ist im Dezember mit dem „Leamer-Rosenthal-Prize for Open Social Science“ ausgezeichnet worden. Er erhielt die Auszeichnung zusammen mit neun weiteren Wissenschaftlern von der Berkeley Initiative for Transparency in the Social Sciences (BITSS).

felix_schoenbrodt_portrait_130_webAusgelobt wird der Leamer-Rosenthal-Prize for Open Social Science für herausragende Leistungen und Verdienste im Bereich der Forschungstransparenz und Replizierbarkeit von Forschungsergebnissen. Mit der Auszeichnung würdigte das Preiskomitee insbesondere Felix Schönbrodts Mitarbeit bei der Gestaltung von Empfehlungen für ein transparentes Datenmanagement. Außerdem betonte die Laudatio die „Selbstverpflichtung zur Forschungstransparenz", welche am LMU-Department Psychologie initiiert und mittlerweile von 105 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 65 internationalen Forschungseinrichtungen unterzeichnet wurde.

In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Schlagzeilen zu gefälschten Forschungsergebnissen, Fehlern in Berechnungen und darüber, dass viele wissenschaftliche Ergebnisse von anderen Forschern nicht wiederholt werden können. „Die bisherigen Anreize des Wissenschaftssystems haben dazu geführt, dass oft möglichst schnell, möglichst viel und möglichst reißerisch publiziert wurde. Das wirkt sich negativ auf den Wahrheitswert der so produzierten Forschung aus“, erklärt Professor Markus Maier, geschäftsführender Direktor des Departments Psychologie, und sagt: „Exzellente Forschung bedeutet jedoch in erste Linie, korrekte und replizierbare Ergebnisse zu produzieren”.

Wissenschaftsorganisationen fordern daher seit Langem, dass Daten und Forschungsergebnisse, die im Zuge öffentlich geförderter Forschungsprojekte entstanden sind, zum Zwecke der Nachprüfbarkeit, aber auch für weitergehende Analysen, öffentlich verfügbar gemacht werden. Felix Schönbrodt hat gemeinsam mit dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) federführend die Umsetzung dieser Richtlinien für das Fach Psychologie gestaltet: „Die Richtlinien sind getragen von der Idee einer offenen und transparenten Wissenschaft, in der Ergebnisse einer Nachprüfung standhalten und somit vertrauenswürdig sind”.

„Beginnend mit der Einrichtung eines Open-Science-Komitees am Department Psychologie haben wir bereits substanzielle Schritte hin zu einer reproduzierbareren und transparenteren Wissenschaft gemacht", berichtet Professor Markus Bühner, der viele dieser Schritte unterstützend begleitet hat. So wurden zum Beispiel Professuren explizit mit dem Hinweis ausgeschrieben, dass Bewerberinnen und Bewerber ihre bisherigen Bemühungen um Forschungstransparenz und Reproduzierbarkeit darlegen sollen. Außerdem gibt es bei der departmentinternen Mittelverteilung mittlerweile Bonuspunkte für offene Daten, offenes Material und präregistrierte Studien, wodurch transparente Forscher mehr Mittel zur Verfügung haben.

„In Zeiten, in denen ‚postfaktisch’ zum Wort des Jahres gewählt wurde und die Debatte um Fake-News die Nachrichten bestimmt, ist es umso wichtiger, das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken", sagt Preisträger Felix Schönbrodt. “Die wissenschaftliche Methode ist der Weg um valides, überprüfbares Wissen zu schaffen. Die Forschungsinstitutionen haben die Verantwortung, dieses Grundprinzip durch die Förderung von Qualitätsstandards wie der Transparenz und Reproduzierbarkeit zu stärken. Vor allem daran misst sich die Legitimität und der gesellschaftliche Nutzen der Forschung.“