Ludwig-Maximilians-Universität München
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Institut für Ethnologie

Yanomami in München

München, 21.11.2016

Verseuchte Wälder, Brandrodung, neue Krankheiten: Der Lebensraum der Yanomami wird durch das Vordringen der Goldsucher, Holzfäller und neuen Siedler bedroht. Armindo Goes Melo von der autonomen Yanomami-Organisation Hutukara will nun mit einem Seminar am Institut für Ethnologie auf die schwierige Situation der Indigenen Amazoniens aufmerksam machen.

Armindo Goes Melo von der autonomen Yanomami-Organisation Hutukara. Foto: Armindo-Davi / F. Jürgen Escher

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Immer wieder kommen die Yanomami in die Schlagzeilen: Denn die rund 35 000 Yanomami leben weitgehend sehr zurückgezogen im Amazonas-Regenwald – erst kürzlich wurden mehrere indigene Gemeinden ohne Kontakt zur Außenwelt gesichtet. „Allerdings ist es nicht so, dass amazonische Indigene noch nie Kontakt zu anderen Völkern hatten: Heute isoliert lebenden Gruppen haben sich erst vor einigen Generationen zurückgezogen“, erklärt Dr. Gabriele Herzog-Schröder vom Institut für Ethnologie der LMU. „Vor allem im Zuge des Kautschukbooms im 19. Jahrhundert.“

Die Ethnologin beschäftigt sich bereits seit ihrem Studium beim Münchner Ethnologen Professor Otto Zerries mit den Yanomami, besuchte sie mehrfach und lebte sogar ein halbes Jahr gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn bei einer der indigenen Gesellschaften. „Oft wurden die Yanomami ja als äußerst brutale Gemeinschaft beschrieben“, erzählt Herzog-Schröder. „Doch ich kann das nicht bestätigen: Sonst wäre ich auch nicht mit meinem kleinen Sohn zu ihnen in die Wildnis gezogen.“ Stattdessen konnte die Ethnologin bei ihren Forschungsaufenthalten sehr performative und expressive Rituale dokumentieren.

Die Yanomami in München
Der Austausch der Indigenen mit dem ethnologischen Institut der LMU soll auf die prekäre humanitäre Situation der Indigenen Amazoniens aufmerksam machen und das Interesse an den Yamomami wachhalten. Bereits 2010 besuchte der bekannte Yanomami-Schamane Davi Kopenawa das Institut für Ethnologie der LMU. Nun setzt Armindo Goes Melo von der autonomen Yanomami-Organisation Hutukara den Austausch fort: Goes Melo bereist Europa zusammen mit Dom Roque Paloschi vom brasilianischen Indigenenmissionsrat CIMI, der sich in Brasilien seit Jahrzehnten für die Belange der Armen und der Indigenen einsetzt.

Die Veranstaltung „Yanomami in München“ gibt einen Einblick in die Lebenswelt der Yanomami und beleuchtet die Probleme der Indianer sowie ihre Beziehung zu München, insbesondere zum Institut für Ethnologie. Das öffentliche Seminar „Yanomami in München“ findet am 23. November 2016 von 18 bis 20 Uhr in der Oettingenstr. 67, Raum L155 statt.