Ludwig-Maximilians-Universität München
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Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte

Mehr als Forschung und Lehre

München, 09.09.2016

Universität? Für viele bedeutet das: Forschung, Lehre, Studium. Was kaum jemand weiß: Auch die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften zählt zu den gesetzlichen Aufgaben der Universitäten.

Foto: Robert Kneschke / fotolia.com

Emotionale Intelligenz ist ein Businessmythos, gegen den Professor Markus Bühner, Lehrstuhlinhaber im Bereich psychologische Methodenlehre und Diagnostik der LMU, ankämpft. Emotionale Intelligenz, das heißt, Emotionen von sich und anderen zu erkennen und zu managen, sei ausschlaggebend für beruflichen und privaten Erfolg, hört man oft. Doch das sei bisher noch nicht erwiesen, erklärt Bühner: Das Erkennen von Emotionen anderer Menschen gut zu messen, sei schon eine Herausforderung. Zu messen, wie andere Menschen ihre eigenen Emotionen und die von anderen managen, sei dagegen im Moment nicht valide möglich. Es konnte gezeigt werden, dass über Tests zur Messung von Persönlichkeit und Intelligenz hinaus, Tests zur Messung Emotionaler Intelligenz keinen Mehrwert bei der Vorhersage von beruflichem Erfolg liefern.

Professor Bühner weiß, wovon er spricht. Er berät Personalverantwortliche in Unternehmen dabei, wie man am besten neue Mitarbeiter findet. Seine Fortbildungen zum Thema Personalauswahl sind dabei nur ein Teil der Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung an der LMU. Dabei gehe es nicht darum, die Unternehmen über die neueste Forschung oder den passenden Theorieansatz zu belehren, sondern in den Dialog mit ihnen zu treten, erklärt Dr. Claudia Schmitz, die die Externe Weiterbildung, eine Servicestelle für wissenschaftliche Weiterbildung an der LMU, leitet. „Fach- und Führungskräfte aus der beruflichen Praxis brauchen keinen Professor, der ihnen erklärt, wie sie ihre Arbeit machen sollen. Stattdessen bieten unsere Dozenten Impulse für neue Ideen und Anregungen zur Lösung bestehender Probleme.“

Rüstzeug für komplexe Fragen
Bühner hat bereits für zahlreiche große Unternehmen aufgrund seiner Forschungsergebnisse Seminare konzipiert, Tests entwickelt, Assessment Center konstruiert, Interviewbögen erstellt und Fragen beantwortet: Kann ich mich als Personaler auf mein Bauchgefühl verlassen? Auf meine Erfahrung? Oder finde ich neue Mitarbeiter doch besser über einen Intelligenztest? „Ganz klar: Eine valide Personalauswahl schließt auch den Einsatz von Intelligenz- und Persönlichkeitstests mit ein“, erklärt Bühner. „Und das können wir auch nachweisen. Unsere Evaluationen in Unternehmen haben gezeigt, dass wir so eine bessere Personalauswahl für ein Unternehmen ermöglichen können.“

Immer komplexere Themen, eine sich ständig verändernde Arbeitswelt zwingt Unternehmen, ständig neue Lösungsansätze zu suchen. Kontinuierliche Weiterbildung in den Unternehmen soll helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Gerade die Universität könne Unternehmen effizient dabei unterstützen, aktuelle Forschungsergebnisse in der Praxis anzuwenden, findet er. „Zudem haben wir an der LMU auch die Möglichkeit interdisziplinär zu arbeiten. In einigen Projekten arbeiten dann zum Beispiel Informatiker, Statistiker und Psychologen zusammen.“

Maßgeschneiderte Angebote für Unternehmen
Zahlreiche Firmen nutzen inzwischen das Weiterbildungsangebot der Hochschulen. Neben Banken, Unternehmen und Vereinen hat sich auch die Stadt München für eine Fortbildung an der LMU entschieden. Der große Vorteil der Weiterbildungsangebote der LMU sei, dass man sich sicher sein könne, dass die neuesten Erkenntnisse der Bildungsforschung unmittelbar in die Weiterbildungsangebote einfließen, erklärt Alexander Lendner, Leiter des Bereichs zentrale Fortbildung der Landeshauptstadt München. „Viele arbeiten in diesem Bereich nach der Methode „trial and error“, bei der LMU dagegen kann ich mir sicher sein, dass ihr Angebot auf gesicherten Erkenntnissen basiert. Und das finde ich so bei vielen anderen Anbietern nicht.“ Die Stadt München setzt dabei vor allem auf Inhouse-Schulungen, bei denen Weiterbildungen speziell auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten werden.

Dazu kommt: Universitäten gelten den Unternehmen als unabhängiger Partner. „Gerade bei den Inhouse-Schulungen erhalten die Dozenten einen tieferen Einblick in das Unternehmen. Das führt oft zu einer mittel- bis längerfristigen Zusammenarbeit im Bereich Weiterbildung“, erklärt Schmitz.

Weiterbildungen: Praxisbezug für Wissenschaftler
Und auch für Forscher sind Kooperationen mit Unternehmen von Vorteil: Gerade in der Weiterbildung entwickle man neue Ideen und bleibe nahe an den Trends und Anforderungen der Branche, berichtet Professor Bühner. „Ich brauche den Bezug zur Praxis, den mir Weiterbildungen in Unternehmen verschaffen. Nur wenn ich konkret weiß, was gerade ein Thema in den Unternehmen ist, kann ich auch dazu forschen.“
cdr

www.weiterbildung-fuehrungskraefte.lmu.de

Am 25. Oktober 2016 findet zum Start des Weiterbildungsprogramms 2016/17 der Kongress „Das Unternehmen der Zukunft: Smart-vernetzt ... verletzlich?“ an der LMU statt: Weitere Informationen und Anmeldung