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Auszeichnung

Erwin Schrödinger-Preis für Harald Weinfurter

München, 19.10.2015

Das Team von Professor Harald Weinfurter von der Fakultät für Physik wird für ein Experiment der Quantenkryptographie gemeinsam mit dem DLR ausgezeichnet.

Professor Harald Weinfurter

Ein Team von Wissenschaftlern um Harald Weinfurter, Professor für Physik an der LMU, und Florian Moll vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, erhält den Erwin-Schrödinger-Preis 2015, der jedes Jahr abwechselnd von der Helmholtz-Gemeinschaft und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen wird. Die Auszeichnung wird für ein quantenphysikalisches Experiment vergeben, bei dem die Forscher erstmals erfolgreich Quantendaten zwischen einem Flugzeug und einer Bodenstation übertrugen.

Absolut abhörsicher

In der Quantenkryptographie werden digitale geheime Schlüssel auf Basis der Quantenmechanik ausgetauscht. „Das macht die Übertragung absolut abhörsicher. Ein mögliches Abhören würde das Verhalten der verwendeten Quantenteilchen stören und damit sofort bemerkt werden“, sagt Harald Weinfurter. Gemeinsam mit Florian Moll vom DLR gelang es den LMU-Forschern erstmals, diese Verschlüsselungstechnik für die Datenübertragung zwischen einem Flugzeug und einer Bodenstation zu nutzen.

Für das Experiment wurde die Quantenübertragung in die Laserkommunikationssysteme des DLR integriert. „Die Ausrichtung von Sender und Empfänger musste bis auf tausendstel Grad genau sein, um die abhörsichere Verbindung nicht zu gefährden“, sagt Florian Moll.

Das gelungene Experiment ist ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung der Verschlüsselungstechnik mithilfe der Quantenkryptografie, die bislang nur über Glasfaserkabel oder die Luft bis zu einer Strecke von wenig mehr als 100 Kilometern genutzt werden kann. „Unser Experiment zeigt erstmals, dass Quantendaten auch von einem sich schnell bewegenden Objekt übertragen werden können,“ sagt Weinfurter. Das Ziel der Forscher ist es, die Verschlüsselungstechnik via Satellit einzusetzen, was eine sichere Datenübertragung auf globaler Ebene ermöglichen würde.

Mit dem Erwin-Schrödinger-Preis zeichnet die Helmholtz-Gesellschaft wissenschaftlich oder technisch innovative Forschung aus, die in interdisziplinärer Zusammenarbeit erzielt worden ist.

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