Ludwig-Maximilians-Universität München
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100 Jahre

Die Tierärztliche Fakultät feiert Geburtstag

München, 14.10.2014

Die Tierärztliche Fakultät der LMU feiert ihren 100. Geburtstag. Eine Ausstellung im Gebäude Veterinärstraße zeichnet die Geschichte der einzigen Ausbildungsstätte für Tiermedizin in Süddeutschland nach.

Das Hoftor zu den Tierärztlichen Instituten 1914 (Bild UAM) und 2014.

Die Tierärztliche Fakultät feiert ihren 100. Geburtstag. Eine Poster-Ausstellung im Foyer des Mittelbaus, Königinstraße 8, führt ab heute durch die Geschichte der Tiermedizin.

Von einer schlichten Ausbildungsstätte für Tierdoktoren ohne akademischen Hintergrund Ende des 18. Jahrhunderts bis zu einer renommierten Wissenschaftsinstitution war es ein weiter Weg: Als die Münchener Veterinärmedizin im Oktober 1914 als Tierärztliche und sechste Fakultät in die LMU eingegliedert wurde, war ein großes Stück dieses Weges bewältigt. In den Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg hat sich die Fakultät zu einem Zentrum entwickelt, das Hochleistungsmedizin für tierische Patienten, Spitzenforschung und hervorragende wissenschaftliche Ausbildung für über 1.500 angehende Tierärzte verbindet.

Natürlich steht dabei der Dienst am Tier im Mittelpunkt. Aber in puncto Forschung haben die Tiermediziner längst die Fachgrenzen überschritten und leisten wichtige Unterstützung für andere Disziplinen: „Die Produktion von gesunden Lebensmitteln wie Milch und Fleisch, der Tierschutz, aber auch der Schutz des Menschen vor Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, sind wichtige Arbeitsschwerpunkte unserer Forscherinnen und Forscher“, erläutert der Dekan der Tierärztlichen Fakultät, Professor Joachim Braun. Die Humanmedizin etwa sei Zielgruppe, wenn es um die Erforschung von Krankheiten des Menschen anhand geeigneter Tiermodelle geht.

Vorausgegangen war ein langsamer, aber kontinuierlicher Akademisierungsprozess, der 1790 mit der Gründung der „Thier-Arzney-Schule“ in Schwabing begann. Die Einrichtung an der sogenannten „Jesuiterwasch“ im Englischen Garten entstand aus der Notwendigkeit, Fachkräfte gegen Tierkrankheiten und -seuchen auszubilden. Die angehenden Tierärzte mussten dabei weder schreiben noch lesen können, was sich aber bald änderte, als 1810 die „Central-Veterinär-Schule“ entstand, deren „Studierende“ den Abschluss der Unter-, sowie Ober-Primärschulen vorweisen mussten.

Der Nachfolgeinrichtung - die "Königliche Central-Thierarzneischule", die von 1852 bis 1890 bestand - gelang endgültig der Aufstieg von einer schlichten Ausbildungsstätte zu einer Institution für hochrangige Lehre und Forschung mit großen wissenschaftlichen Leistungen. Nicht zuletzt dieses Renommee führte zu Erhebung der Königlichen Central-Thierarzneischule zur Königlichen Tierärztlichen Hochschule im Jahr 1890, die bis 1914 bestand. 1910 erhielt die Hochschule eine Habilitationsordnung, kurz darauf das Promotionsrecht: Der Eingliederung in die LMU und damit der Gründung der ersten Tiermedizinischen Fakultät im Deutschen Reich stand nichts mehr im Wege.

Die Ausstellung in der Tierärztlichen Fakultät präsentiert nicht nur ihre geschichtliche Entwicklung. Eine weitere Präsentation im Dekanatssaal der Fakultät stellt die Ausbildung von Tiermedizinern anhand von Modelltieren und Computerpräsentationen dar. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Oktober zu sehen.