Ludwig-Maximilians-Universität München
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Lichthof im Hauptgebäude

Historische Leuchten rekonstruiert

München, 15.04.2014

Zwei im Zweiten Weltkrieg zerstörte Leuchten aus dem Lichthof der LMU wurden rekonstruiert. Jetzt sind sie wiederaufgestellt worden.

Lampen im LichthofMit Detailverliebtheit hat der Architekt German Bestelmeyer zu Beginn des 20. Jahrhunderts Mosaike, aufwendige Verzierungen, marmorne Reliefs geplant und gestaltet, die jugendstilistisch verspielt und allegorisch an die Wissenschaften erinnern; der Bau wurde mit Büsten und opulenten, aus Kupfer getriebenen Laternen ausgestaltet: Ein Gesamtkunstwerk sollte er sein – der Lichthof der LMU.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die ganze Pracht zerstört und beim Wiederaufbau auf Vieles, das zu dem Gesamtkunstwerk gehörte, verzichtet. Nicht zuletzt, weil genaue Pläne fehlten – wie etwa bei zwei der kupfernen Laternen. Sie wurden dennoch rekonstruiert und jetzt an ihrem alten Platz – dem Treppenaufgang zum Speerträgerbereich – wieder installiert. „Wir hatten nur zwei alte Fotos der Lampen“, erklärt Johann Ebner. „Anhand der Gebäudeabmessungen haben wir rekonstruiert, wie groß sie gewesen sein müssen“, erklärt der Schlossermeister der LMU-Zentralwerkstatt. Noch schwerer als die Maße zu bestimmen war es jedoch, ein Unternehmen zu finden, das solche Lampen herstellen kann. Nach langer Suche ist man auf die Kunst- und Kupferschmiede Schneider im unterfränkischen Eltmann gestoßen: Die Kunstschmiede erarbeiteten anhand der Fotos und Vermaßungen die Lampen originalgetreu mit nur minimalen Modifikationen.

„Wir wollen den Lichthof sukzessive wieder in den Originalzustand zurückversetzen und haben die Sanierung des Gebäudes 2012/13 zum Anlass genommen, auch die historischen Lampen wieder herzustellen“, sagt der Leiter des Dezernats Liegenschaften, Dr. Matthias Fahrmeir.

Natürlich, betont er, sei es nicht möglich, solche Maßnahmen aus dem Haushalt für Bauvorhaben zu bestreiten. Das Projekt, so Fahrmeir, sei schlussendlich nur deswegen gelungen, weil die 50.000 Euro für die Laternen aus Spenden bestritten werden konnten – wie übrigens schon die Kosten bei der Renovierung der Weiße Rose-Orgel.

Das nächste Ziel der Rückführung in den Zustand vor 1944 soll das große Westfenster des Lichthofs sein: Dort soll das ursprüngliche Scheibenbild mit den Wappen von Ingolstadt, Landshut und München wiedereingesetzt werden.