Ludwig-Maximilians-Universität München
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ZNP in Großhadern

Professor Hans Kretzschmar verstorben

München, 15.01.2014

Professor Hans KretzschmarProfessor Hans Kretzschmar, Direktor des Zentrums für Neuropathologie und Prionforschung (ZNP) an der Medizinischen Fakultät der LMU, ist am 12. Januar 2014 nach schwerer Erkrankung verstorben. An der LMU studierte Kretzschmar Medizin und promovierte hier auch im Jahr 1984. Mit der Prionforschung befasste sich der 1953 geborene Kretzschmar bereits von 1983 bis 1986 an der University of California in San Francisco, USA. Vor seiner Habilitation an der LMU im Jahr 1991 forschte Kretzschmar an der Universität Zürich, Schweiz. Schließlich wurde er 1992 an die Universität Göttingen berufen, wo er bis zu seinem Wechsel an das ZNP der LMU im Jahr 2000 die Abteilung für Neuropathologie leitete.

Der Mediziner forschte vor allem zur Ätiologie und Pathogenese der Prionkrankheiten und zur Genetik und Pathologie der neurodegenerativen Krankheiten des Menschen. Wichtig dafür sind vor allem die Sammlung und nosologische Klassifizierung von Gehirngeweben mit unterschiedlichen Krankheitsveränderungen in der Deutschen und europäischen Hirnbank BrainNet und BrainNet Europe. Letztere wurde von Professor Kretzschmar mitbegründet. Der Pathologe war überdies Leiter des Referenzzentrums für Neurodegenerative Krankheiten und des Referenzzentrums für Prionkrankheiten der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) und des Nationalen Referenzzentrums für humane spongiforme Enzephalopathien des Robert-Koch-Instituts (RKI). Im Bereich der Prionforschung befasste er sich mit der zellfreien Vermehrung von Prionen in der Protein Misfolding Cyclic Amplification (PMCA) und der bislang ungelösten Frage der physiologischen Funktion des zellulären Prionproteins.

Unter anderem wurde Hans Kretzschmar 1999 mit dem Ernst-Jung-Preis ausgezeichnet. Er war zudem Fellow des Royal College of Pathologists FRCPath.

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