Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wissenschaftskooperation

Neue Humboldtpreisträger an der LMU

München, 15.10.2014

Der Wirtschaftswissenschaftler Professor Wolfgang Keller (University of Colorado, USA) hat einen Humboldt-Forschungspreis erhalten. Keller ist zu Gast bei Gabriel Felbermayer, Professor für Volkswirtschaft und Leiter des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. Ebenfalls an der LMU zu Gast ist die Ökonomin und Wirtschaftshistorikerin Professor Carol Shiue (University of Colorado, USA), die mit einem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung geehrt wurde. Shiue arbeitet an der Volkswirtschaftlichen Fakultät mit Professor Davide Cantoni zusammen.

Carol Shiue
Carol Shiue gehört zu den weltweit führenden Wirtschaftshistorikern. Ihr Forschungsinteresse gilt besonders der Wirtschaftsgeschichte und dem langfristigen Wirtschaftswachstum in China und Europa. Dabei gehört sie zu den wenigen Wissenschaftlern, die aktuelle Methoden der Wirtschaftstheorie und der Ökonometrie auf wichtige Fragen der Wirtschaftsgeschichte anwenden. Gerade vor dem Hintergrund des Aufstiegs Chinas zu einer globalen Wirtschaftsmacht wird Shiues Forschungsgebiet immer wichtiger und ermöglicht Rückschlüsse auf aktuelle politische Fragestellungen. Ihren Aufenthalt an der LMU wird Shiue nutzen, um neue gemeinsame Forschungsprojekte zu entwickeln, etwa den Vergleich von urbanen Strukturen und Handelsnetzen in China und im Europa der Frühen Neuzeit.

Carol Shiue studierte Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institute of Technology und an der Yale University, wo sie 1999 auch promovierte. Nach Stationen unter anderem bei der Weltbank (Washington D.C.), der University of Texas und der Princeton University trat sie 2005 eine Professur für Economics an der University of Colorado an. Zudem ist sie als Wissenschaftlerin am National Bureau of Economic Research (NBER) und am Centre for Economic Policy Research (CEPR) tätig.

Wolfgang Keller
Wolfgang Keller ist Experte für internationalen Handel und angewandte Ökonometrie. Er ist weltweit anerkannt für seine Analysen des Wissenstransfers über Ländergrenzen hinweg. Seine Arbeiten lieferten wichtige neue Erkenntnisse etwa zur internationalen Verbreitung von Technologien, der Modellierung von Handelsströmen und der Wirtschaftsgeschichte Chinas. In den letzten fünf Jahren widmete sich Keller besonders der Anwendung internationaler Handelskonzepte auf die ökonomische Geschichte Chinas und Westeuropas. Seinen Aufenthalt in München wird Keller unter anderem für ein Kooperationsprojekt mit Felbermayr nutzen, in dessen Rahmen wirtschaftspolitische Initiativen wie etwa Handelsabkommen in das sogenannte „Gravitationsmodell“ – ein empirisches Modell, das die bilateralen Handelsströme zwischen zwei Ländern in Anlehnung an das Newtonsche Gravitationsgesetz der Physik beschreibt – eingeführt werden sollen.

Wolfgang Keller studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Freiburg und der Yale University, wo er 1995 promovierte. Danach war Keller an der University of Wisconsin tätig, bevor er 1998 an die University of Texas wechselte. 2005 übernahm Keller eine Professur am Department für Wirtschaftswissenschaften der University of Colorado. 2011 wurde Keller von der University of Colorado mit der Stanford Calderwood Stiftungsprofessur ausgezeichnet. (göd)

Weitere Informationen zum Humboldt-Forschungspreis

Weitere Informationen zum Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis