Ludwig-Maximilians-Universität München
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Mathematische Philosophie

Eine Summer School – speziell für Studentinnen

München, 23.07.2014

Das Munich Center for Mathematical Philosophy (MCMP) der LMU veranstaltet eine Summer School, die Studentinnen vorbehalten ist. Die Organisatoren wollen damit weiblichen Nachwuchs gewinnen, der in dem Fach bislang weitgehend fehlt.

Foto: Kzenon / Fotolia.com

In der Philosophie generell und insbesondere in der Mathematischen Philosophie sind Frauen deutlich unterrepräsentiert, sagt Professor Stephan Hartmann, Ordinarius für Wissenschaftstheorie an der LMU und neben Professor Hannes Leitgeb, Ordinarius für Logik und Sprachphilosophie, Direktor des MCMP. „Da spielen sicher eine ganze Reihe von Gründen eine Rolle, viele, an denen wir in der Philosophie nichts ändern können“, sagt Hartmann, etwa wenn Mädchen früh vermittelt bekommen, dass Mathematik nicht das Richtige für sie sei. „Aber wir können in unserem Feld junge Frauen ermutigen, eben auch mit mathematischen Methoden an philosophische Fragestellungen heranzugehen.“ Fragen der Philosophie in mathematische Probleme zu überführen und so zu lösen, ist die gemeinsame Strategie am MCMP, an dem mittlerweile mehr als 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten.

Die Summer School, die zwischen dem 27. Juli und dem 2. August stattfindet, richtet sich an Studentinnen der Philosophie, Logik oder Mathematik vom fortgeschrittenen Bachelor-Studium bis zur frühen Promotions-Phase. Die einwöchige Veranstaltung wird in Vorlesungen und ergänzenden Tutorien zunächst systematisch in die grundlegenden Methoden der Logik, der Mengentheorie und der Wahrscheinlichkeitstheorie einführen. Außerdem bieten die Organisatoren drei zentrale Schwerpunktthemen (Entscheidungstheorie, Wissenslogik sowie Modellierung und Simulation) an, auf die sich die Teilnehmerinnen im Verlauf der Woche spezialisieren können.

Durch das breite Angebot sollen die Teilnehmerinnen sehen, sagt Hartmann, „dass sich schon mit relativ einfachen Methoden spannende philosophische Fragen untersuchen lassen“. Außerdem, so hofft der Wissenschaftstheoretiker, werde die Veranstaltung den Studentinnen die Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen, und damit zum „community building“ beitragen.

Das Interesse an der Summer School ist enorm, berichtet Hartmann. Rund 100 größtenteils hochkarätige Bewerbungen seien eingegangen, Studentinnen von nahezu allen Kontinenten werden teilnehmen. Bei 55 Teilnehmerinnen müssen die Organisatoren allerdings einen Schnitt machen, um die Veranstaltung „noch einigermaßen überschaubar zu halten“.

Den Erfolg der Summer School wird das MCMP evaluieren. „Wir wollen abschätzen können, ob derartige Veranstaltungen etwas bringen. Empirische Daten helfen, eventuell bestehende Hürden für Frauen in der Mathematischen Philosophie besser zu verstehen, um diese dann abbauen zu können“, sagt Hartmann. Das MCMP evaluiert ebenfalls den Erfolg einer vorlesungsbegleitenden Tutoriumsveranstaltung, die im Sommersemester 2014 nur für weibliche Studierende angeboten wurde.

Im Rahmen der Summer School gibt es am Mittwochabend (30.7., 19 Uhr, HS 2 U 01, Leopoldstraße 13, 80802 München) auch einen öffentlichen (und damit für Frauen und Männer zugänglichen) Abendvortrag zum Thema. Prof. Dr. Helen Beebee, Philosophie-Professorin an der University of Manchester wird auf Basis eigener empirischer Untersuchungen von den Erfahrungen vor allem in Großbritannien berichten. Sie wird außerdem Vorschläge machen, was sich ändern müsste, um mehr Frauen für die Philosophie zu gewinnen. Diese Vorschläge könnten auch für andere Disziplinen mit ähnlichen Problemen interessant sein, hoffen die Veranstalter.