Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ausstellung „Tout le monde kaputt“

Der Erste Weltkrieg im Comic

München, 15.01.2014

Ab dem 15. Januar zeigt eine Ausstellung in der Ausleihhalle der Universitätsbibliothek der LMU den Comic „Notre Mère la Guerre“. Die Ausstellung wurde von Geschichtswissenschaftlern der LMU initiiert, die derzeit ein Forschungsprojekt über Geschichtscomics als Medien der Populärkultur vorbereiten.

Plakatmotiv„Ja – Allemands kaputt“ berichtet ein Soldat einer anderen Kompanie auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs und fasst die Urkatastrophe des 20. Jahrhundert treffend zusammen: „Franzose aussi. Là-Bas, tout le monde kaputt.“ Der Comic „Notre Mère la Guerre“ handelt von der Suche nach einem Frauenmörder inmitten des massenhaften Tötens während des Krieges. „Notre Mère la Guerre“ ist der offizielle Comic der Hundertjahrfeiern zum Ersten Weltkrieg in Frankreich und soll in Kürze verfilmt werden. Im Juni 2014 erscheint die deutsche Übersetzung.

Die Ausstellung „Tout le monde kaputt“ zeigt neben einzelnen Szenen aus „Notre Mère la Guerre“ Informationen über den Entstehungsprozess sowie Autor und Zeichner des Comics. Die in den

Comics dargestellte „Realität“ im Krieg wird durch Objekte aus dem Krieg – wie etwa eine Gasmaske oder einen Salzstreuer in Form eines Panzers – ergänzt. Ziel dieser Materialisierung ist es, die Authentizität dessen zu zeigen, was im Comic erzählt und gezeigt wird.

Comic als Medium der Erinnerungskultur

„Der erste Weltkrieg im Comic erlebt seit einigen Jahren eine erstaunliche Konjunktur“ sagt Dr. Bettina Severin-Barboutie, die zusammen mit Professor Sylvia Kesper-Biermann vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte das Forschungsprojekt betreut. Die meisten von ihnen entstünden in Frankreich, da der Erste Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis der französischen Gesellschaft als „Grande Guerre“ noch immer eine bedeutsame Rolle spielt. In Deutschland habe dagegen die Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in den Hintergrund gedrängt. „Außerdem werden Comics in Frankreich als populäre Medien der Erinnerungskultur schon seit längerem ernst genommen“ erklärt Severin-Barboutie.

In der historischen Forschung sind Comics über den Ersten Weltkrieg - genauso wie andere Historien-Comics - noch nicht angekommen. Das wissenschaftliche Interesse an Medien der Populärkultur nimmt zwar seit einigen Jahren zu. Gezeichnete Geschichten, die in der Vergangenheit spielen, wurden aber trotz ihrer hohen Auflagenzahlen bislang noch so gut wir gar nicht untersucht. Mit dem Forschungsprojekt über Geschichtscomics als Medien der Populärkultur wird sich das an der LMU zukünftig ändern.

Die Ausstellung ist vom 15. Januar bis 11. April 2014 in der Ausleihhalle der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, zu sehen.

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