Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ausstellung

Installationen zu Migration und Identität

München, 17.01.2014

Mit Identitäten von Migranten der zweiten Generation haben sich Studierende des Masterstudiengangs interkulturelle Kommunikation in einem Seminar auseinander gesetzt. Neben der klassischen Hausarbeit fertigten sie künstlerische Installationen an, die sie am 22. Januar vorstellen. 

ausstellung_identitaeten_260„Sag mal, du kannst aber super gut Deutsch. -
Ich bin ja auch Deutsch. -  
Ach so? Ich dachte wegen, na du weißt schon. - 
Du meinst meine Hautfarbe? - 
Nee, so meinte ich das nicht. Aber wo kommst du her? -
Aus München. -
Ah ja, klar, du sagtest ja, dass du Deutsch bist. Aber deine Eltern? -
Aus Erlangen und Bonn. -
Ach so? Aber die Eltern deines Vaters? -
Die kommen aus Schlesien. -
Krass. Und mütterlicherseits? -
Aus Indien. -
Ah, wusste ich doch. -
Also diese Ausfragerei, bist du Genealogin? -
Nee, wieso? Und erzähl‘ doch mal, wie ist denn das in Indien?“
(Aus einem Partygespräch, Quelle privat)

Professorin Juliana Roth wählte diesen Dialog als Motto für das Seminar "Identitäten-Kommunikation in der multikulturellen Gesellschaft", weil er auf die Brisanz des Themas verweist. "Identität ist zu einem aktuellen Thema der deutschen Zuwanderungsgesellschaft geworden. Im Seminar ging es um Fragen wie 'Als was versteht sich die Migrantin oder der Migrant, was ist seine Identität?'." Roth wollte neben dem herkömmlichen Weg von den theoretischen Grundlagen über Empirie bis zur Hausarbeit noch einen anderen Weg wählen: Die Studierenden sollten durch ein Tiefeninterview in die migrantische Lebenswelt eintauchen und einen Weg finden, diese auf künstlerische Weise darzustellen. Für diesen Teil des Seminars holte sich Roth die Künstlerin Reinhild Gerum ins Boot, die sich bereits künstlerisch mit diesem Thema auseinander gesetzt hat und den Studierenden unterstützend zur Seite stand.

Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Seminars sind zwölf Installationen samt Erläuterung, die am 22. Januar für interessierte Besucher zu sehen sind. Zum Beispiel die Installation "Eine Erfolgsgeschichte aus zwei Perspektiven" von Ramona Mayr, die für ihre Arbeit eine Deutsche mit polnischen Wurzeln interviewte. "Durch die 'Spiegel im Spiegel' in meiner Installation sieht sich der Betrachter zweimal. Ich will damit erreichen, dass sich der Betrachter in die Position der Migrantin hineinversetzt."

Professor Juliana Roth freut sich auf die Ausstellung ihrer Studierenden und sieht sich in ihrem Lehrkonzept bestätigt. "Nicht nur das Ergebnis des Seminars ist bemerkenswert, sondern vor allem das große Engagement der Studenten. Und für Leute, die sich für das Thema Identität von Migranten interessieren, wird sich ein Besuch der Ausstellung lohnen."

Weitere Informationen zur Ausstellung "Migranten ganz nah".

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