Ludwig-Maximilians-Universität München
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app@night

Größter Hackathon Europas an der LMU

München, 11.11.2014

Bei der app@night des LMU-Entrepreneurship Centers entwickelten 50 Teams mit Studierenden aus ganz Bayern drei Tage lang Apps. Von der unabhängigen Jury zum Sieger erklärt wurden die Karaoke-App „Froaky“, „Flytonight“ für Spontan-Reisende, die Social-Shopping-App „Ask a Friend“, der Vokabeltrainer „Leapeat“ für die neuen Smartwatches und eine Google-Brillen-Applikation für Ebola-Helfer. Zwei Drittel der Gewinner studieren an der LMU.

Foto: LMU

Jedes Jahr werden über eine Milliarde Handys verkauft – doppelt so viele wie Zahnbürsten. „Jugendliche investieren sogar mehr Zeit in Apps als in ihre Beziehungen“, ist Andy Goldstein, Geschäftsführer des Entrepreneurship Centers der LMU, überzeugt. Aufgrund des gestiegenen Interesses in Technik, lud er vom 7. bis 9. November zum größten studentischen Hacking Marathon Europas „app@night“ in den historischen Lichthof ein. Über 500 Studierende von verschiedenen Universitäten sind der Einladung gefolgt, rund 40 Prozent davon waren Frauen.

Bei dem Programmierwettbewerb entwickelten die Studierenden ein Wochenende lang neue Apps. Das Hauptziel war allerdings, Studentinnen und Studenten für die neusten technischen Innovationen und zur Unternehmensgründung zu motivieren. „In den Neunzigerjahren ging es bei meiner Arbeit vor allem um Investitionen und Finanzierung“, erklärt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb, Professor Dietmar Harhoff. Heute müssten sich Universitäten viel mehr den Studierenden zuwenden und einen „Guerilla Spirit“ entwickeln.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier verteilten sich die 50 Studierenden-Teams in die Vorlesungssäle im LMU-Hauptgebäude. Bereits kurze Zeit später waren die Tische mit Laptops und Kabeln übersät. Überall an den Fenstern klebten gelbe Notizzettel, Whiteboards waren bis auf den letzten Quadratzentimeter vollgeschrieben. Wer nicht weiter wusste, bekam Hilfe von den anwesenden Mentoren. Erst kurz bevor der Hausmeister das Gebäude um 1.30 Uhr abschloss, hörten die letzten mit der Programmierarbeit auf – um ab 8 Uhr morgens wieder loszulegen.

In den sogenannten Track-Fights kämpften die Gruppen am letzten Tag um den Sieg in ihrer Disziplin, bis insgesamt fünf Gewinner feststanden. Beim Team Sony setzte sich die App „Froaky“ durch. Damit können Karaoke-Clips aufgenommen und an Freunde verschickt werden. Bei der Präsentation klingt das von den Programmierern gesungene Lied des Künstlers „Cro“ zwar ein bisschen schräg, „das liegt aber nur daran, weil wir keine guten Sänger sind“, versichern die Entwickler. Beim Lufthansa-Track gewann die App „Flytonight“, welche intuitives Buchen erleichtern soll. Benutzer müssen lediglich auswählen, welcher Reisetyp sie sind und schon schlägt das Programm spontane Urlaubsziele vor.

Ebenfalls aus das Siegertreppchen schaffte es die App „Leapeat“. „Vor meinem Spanien-Urlaub wollte ich eigentlich Vokabeln lernen“, erklärt der Erfinder. „Doch daraus wurde natürlich nichts.“ Mit der neuen App für Smartwatches poppt beim Blick auf die Uhr immer ein Vokabeltrainer auf, sodass Lernen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden kann. Das Programm „Ask a Friend“ wiederum soll Shopping auf dem Smartphone erleichtern. Wenn Benutzer nicht sicher sind, ob sie beispielsweise eine Bluse bei Otto erwerben sollen, können sie einfach online einen Freund fragen. Dieser kann dann entweder zum Kauf raten oder ein anderes Produkt des Versandhandelsunternehmens vorschlagen. Beim Google Glass-Track von F24 setzten sich die Studierenden durch, die eine App für Ebola-Helfer entwickelt haben. Diese können mit ihrem Schutzanzug kein Handy benutzen, müssen aber trotzdem kommunizieren. Mit dem Programm können sie jetzt über die Google Brille per Stimme Videokonferenzen starten, Videos zur Dokumentation aufnehmen oder einen Alarm für das Gebiet ausrufen.

Die Gewinner-Teams dürfen sich jetzt je nach ihrem Track über Einkaufsgutscheine, Konzert-Tickets, Smartwatches oder einen Besuch bei Google in London freuen. Wer nicht gewonnen hat, kann seine App trotzdem weiterentwickeln. Das Entrepreneurship Center an der LMU hilft dabei nicht nur beim Zugang zu Kapital. In den letzten sechs Jahren wurden durch Management-Ausbildungen, Hilfe bei der Unternehmensführung und durch die Einbindung hochkarätiger Gastreferenten aus 36 Prozent aller Ideen echte Unternehmen.