Ludwig-Maximilians-Universität München
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Interview im Münchner Merkur

Bernd Huber zum Positionspapier von Universität Bayern

München, 21.10.2013

LMU-Präsident Professor Bernd Huber äußert sich in einem Interview mit dem Münchner Merkur zum Positionspapier "Mit Bayern an die Weltspitze" von Universität Bayern e.V.

 LMU-Präsident Bernd Huber
Foto: Klaus Haag

Münchner Merkur: Herr Huber, das Papier legt den Schluss nahe, Baden- Württemberg ziehe Bayerns Unis davon. Was kann Tübingen, was München nicht kann?
Bernd Huber: Über den Zungenschlag dieses Papiers bin ich nicht gerade glücklich. Im Moment müssen wir doch zu einem konstruktiven Dialog mit dem neuen Wissenschaftsminister finden. Da nutzen Katastrophenszenarien, die man mit Alarmglocken vorträgt, wenig. So entsteht der falsche Eindruck, die bayerischen Universitäten wären Verlierer. Dazu gibt es keinen Anlass. Die LMU ist die beste Uni Deutschlands – und eine der zehn besten Europas.

Aber Sie haben das Papier doch unterzeichnet.
Ich stehe der „Universität Bayern“ bekanntlich kritisch gegenüber, und wenn man das eigentliche Papier liest, gibt es viele problematische Punkte. Auch die öffentliche Kommunikation des Papiers war alles andere als geschickt.

Die Rede ist auch von baulichen Mängeln. Sie haben zuletzt eher den Eindruck erweckt, an der LMU würde es nicht mehr an allen Ecken bröckeln.
Richtig ist, dass die Universitäten in ganz Deutschland unter einer gravierenden Unterfinanzierung leiden. Daraus leiten sich Forderungen an den Freistaat ab. Vor allem muss es aber darum gehen, den Bund stärker an der Finanzierung der Hochschulen zu beteiligen. Selbst das verhältnismäßig wohlhabende Bayern kann nicht alles alleine stemmen.

Was schlagen Sie vor?
Es geht um eine Grundgesetzänderung, aber auch darum, was nach der Exzellenzinitiative kommt, die 2017 ausläuft und die der Bund ja zu großen Teilen bezahlt.

Eine Beteiligung, von der gerade die LMU sehr profitiert hat.
Wir profitieren signifikant. Aber gerade deshalb muss man jetzt mit Gelassenheit überlegen, wie es weitergehen soll. Wir müssen gemeinsam mit Minister Spaenle eine vernünftige Strategie entwickeln. Wenn man den schnellen großen Wurf versucht, geht das meistens schief.

Die Rektoren mahnen auch eine stärkere Internationalisierung an. Warum ist die so wichtig?
Wichtig ist sie schon, aber kein Selbstzweck. Wir müssen attraktiver werden für internationale Studierende und Wissenschaftler, ein Magnet. Das ist schon wegen der demographischen Entwicklung notwendig. Man muss aber auch sagen, dass die LMU ihre Hausaufgaben hier gemacht hat. Wir haben einen Anteil von 15 Prozent internationaler Studierender, also etwa 8000 junge Menschen.

Wie viele wären ein Ziel?
Wir haben kein konkretes Ziel, die 15 Prozent illustrieren aber, dass wir schon sehr erfolgreich sind. Mehr geht auf jeden Fall.

Warum kommen nicht mehr Ausländer an die LMU?
Wir haben rund 400 Kooperationen, darunter strategisch wichtige wie etwa mit Tokio oder Berkeley. Aber wenn man sich im Ausland umhört, merkt man, dass die Anziehungskraft verbessert werden muss. Wir brauchen mehr internationale Wissenschaftler, mehr englischsprachige Studiengänge, dann ziehen wir auch mehr ausländische Studierende an. Deshalb ist es falsch, jetzt den Eindruck zu erwecken, bayerische Universitäten wären nur Mittelmaß.

Im Gegensatz zu denen in Baden-Württemberg...
Die LMU und der Standort München müssen sich nicht hinter den baden-württembergischen Unis verstecken. Auch woanders wird nur mit Wasser gekocht. Aber wir sehen natürlich, dass andere Bundesländer erhebliche Anstrengungen unternehmen – vor allem aber auch die Unis im Ausland, wie in Zürich.

Was sollte der neue Minister Spaenle anders machen als sein Vorgänger Wolfgang Heubisch (FDP)?
Wir müssen ihm jetzt erst einmal Zeit lassen, um mit den Hochschulen ins Gespräch zu kommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen guten Dialog hinbekommen.

Quelle: Münchner Merkur vom 21.10.2013
Interview: Felix Müller

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse