Ludwig-Maximilians-Universität München
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Erforschung von Galaxien und Dunkler Materie

Neues Teleskop auf dem Wendelstein eingeweiht

München, 21.05.2012

Hoher Besuch in luftiger Höhe: In Anwesenheit des Bayerischen Wissenschaftsministers Dr. Wolfgang Heubisch wird am heutigen Montag das neue Teleskop der Sternwarte auf dem Wendelstein feierlich eingeweiht. Mit einem Spiegeldurchmesser von zwei Metern und einer Brennweite von 15.000 Millimetern ermöglicht das Teleskop einen ganz neuen Blick in die Tiefen des Universums. Damit ist nicht nur die Erforschung etwa von Galaxien oder Galaxiehaufen in bis zu zehn Milliarden Lichtjahren Entfernung oder die Untersuchung Dunkler Materie möglich. Die Astronomen der LMU werden es auch nutzen, um Synergieeffekte bei Kooperationen mit internationalen Großteleskopen zu erzielen und der Ausbildung von Studierenden und Doktoranden wichtige Impulse zu geben.

Nur rund vier Jahre hat die Planungs- und Bauphase des neuen Teleskops auf dem Wendelstein gedauert – fast schon rekordverdächtig, stellte die Witterung doch die größte Herausforderung dar: Mehrere Tonnen schwere Stahlkonstruktionen für die Kuppel waren per Hubschrauber auf den über 1.800 Meter hohen Wendelstein zu hieven – Starkwind, Nebel oder Schneefall zwangen die beteiligten Gewerke immer wieder zum Warten auf geeigneteres Wetter. Dennoch sind die Arbeiten weitgehend reibungslos über die „Bergspitze“ gegangen; derzeit werden noch einige Justierungsarbeiten und kleinere technische Optimierungen durchgeführt, bevor die wissenschaftlichen Beobachtungen voraussichtlich im Sommer beginnen können. 

Synergien in der Forschung

Das Teleskop wird nach Abschluss einer Justierungs- und technischen Optimierungsphase im Sommer den Beobachtungsbetrieb aufnehmen. Noch in diesem Jahr werden erste wissenschaftliche Beobachtungen für ein mehrjähriges Projekt zur Untersuchung der Dunklen Energie in Zusammenarbeit mit dem Hobby-Ebberly-Teleskop (HET) in Texas, an dem die LMU beteiligt ist, beginnen: Während mit dem 10-Meter-Teleskop des HET die Spektroskopie unterschiedlicher Himmelsbereiche durchgeführt wird, liefert das neue Teleskop auf dem Wendelstein die zum Abgleich dieser Bereiche erforderlichen Bilder.

Ziel eines laufende gemeinsamen Projekts der LMU mit der University of Hawaii ist es, einen Großteil des Himmels nach Galaxien oder Galaxienhaufen abzuscannen, was aufgrund dieses großen Umfangs zwangsläufig mit einer relativ flachen Belichtung einhergeht: Das neue Teleskop wird hierbei wichtige Nachfolgeuntersuchungen durchführen, indem es mutmaßlichen, weit entfernten Galaxienhaufen nachspürt, um sie hinsichtlich ihrer Entfernung und Struktur näher zu charakterisieren.

Diese Kooperationsprojekte sind dabei nur ein Baustein im Aufgabenfeld des Observatoriums. Die Beobachtungstätigkeit wird auch an die Expertise der LMU-Astronomen anknüpfen und diese erheblich stärken – sei es bei kinematischen Analysen von Galaxien, der Suche nach kompakter Dunkler Materie oder der Untersuchung der Akkretion von supermassereichen schwarzen Löchern. Ebenso werden auch die Studierenden bei ihren Masterarbeiten und Dissertationen von dem neuen Teleskop profitieren.

Neues Finanzierungsmodell

Insgesamt 8,5 Millionen Euro hat der Bau der Kuppel und des Teleskops gekostet, wovon 3,2 Millionen Euro der Bund und 5,3 Millionen Euro das Land Bayern übernommen haben. Dieses Finanzierungsmodell, das ein Zusammenwirken von Bund und Ländern bei der Förderung von Forschungsbauten und Großgeräten an Hochschulen mit überregionaler wissenschaftlicher Bedeutung vorsieht, war zum Zeitpunkt der Antragstellung durch die LMU ein Novum. Es war auch für die LMU der erste Antrag dieser Art, der vom Wissenschaftsrat empfohlen und bewilligt wurde.

 

Weitere Informationen:

Universitätssternwarte der LMU

Audio-Podcast „Tonspur Forschung“: Astrophysik – von der Entstehung der Sterne (Folge vom 16.12.2011)

Video-Podcast „ScienceCast“: Auf der Suche nach der dunklen Materie (Folge vom 28.11.2010)

 

 

 

 

 

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