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Bundesverdienstkreuz an vier LMU-Professoren

München, 17.04.2012

Vier Professoren der LMU sind am 16. April vom Bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden: der Biochemiker Patrick Cramer, der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf sowie die beiden Mediziner Reinhard Putz und Rüdiger Landgraf.

Patrick Cramer
Professor Cramer wurde unter anderem für seine Arbeiten zum Verständnis der Abschrift von Genen (Transkription), eines elementaren Prozesses des Lebens, ausgezeichnet. Das Erbgut (DNA) muss abgelesen und in den zentralen Botenstoff mRNA übersetzt werden, um alle lebenswichtigen Proteine herzustellen. Die Aufklärung der Struktur und Funktion dieser zellulären Maschinerie der RNA-Polymerase ist das Ergebnis der Arbeiten von Professor Cramer.

Nicht zuletzt wurde der Direktor des Genzentrums der LMU für seine großen Leistungen bei der Weiterentwicklung des Standortes ausgezeichnet. Nicht nur, so der Wissenschaftsminister, initiierte er zahlreiche Verbundprojekte, sondern übernahm daneben vielfältige administrative Aufgaben – so stand er in den Jahren 2007 bis 2009 der Fakultät für Chemie und Pharmazie als Dekan vor und ist zudem Mitglied in der Strategiekommission der LMU.

Für seine Arbeit wurde Cramer bereits mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Friedrich Wilhelm Graf
Den Leibniz-Preis erhielt im Jahr 1999 auch – als erster Theologe – Professor Friedrich Wilhelm Graf, Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der LMU. Nun wurde er auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, unter anderem aufgrund seiner Verdienste im Bereich der Theologiegeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, der Theologie als Kulturforschung und der Religionskulturforschung sowie im Bereich der Ethik, insbesondere der Medizin- und Bioethik. Graf habe sich, hob der Minister bei der Ordensverleihung hervor, „um den Wissenschaftsstandort Deutschland besonders verdient gemacht“. Hier sei vor allem seine Arbeit an der Ernst-Troeltsch-Gesamtausgabe hervorzuheben.

Neben seinen vielfältigen Forschungsarbeiten nimmt Graf zudem umfangreiche Aufgaben in Wissenschaftsorganisationen und der wissenschaftlichen Selbstverwaltung wahr. So ist er unter anderem seit 2001 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo er das Amt des Vorsitzenden der Kommission für Theologieforschung bekleidet.

Reinhard Putz
Seit 1989 hatte der Anatom Professor Reinhard Putz den Lehrstuhl Anatomie I an der Medizinischen Fakultät der LMU inne. Insbesondere die akademische Lehre lag dem Mediziner am Herzen; er setzte sich stark für die Etablierung der Munich-Harvard-Alliance ein, die 1996 mit dem Ziel einer grundlegenden Reform der Medizinerausbildung in München gegründet wurde. Sie hilft den Studierenden seitdem, sich mehr als bisher aktiv und praxisorientiert mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen.

Besonders würdigte der Bayerische Wissenschaftsminister Putz’ Verdienste zunächst als Prorektor von 2003 bis 2006 und anschließend als – zuletzt hauptamtlicher – Vizepräsident der LMU: In dieser Funktion war er vor allem zuständig für Fragen der Humanmedizin sowie für die Hochschulplanung und internationale Angelegenheiten. Dabei setzte sich Putz, so Heubisch, sehr „erfolgreich für eine Verstärkung der internationalen Kooperationen der LMU ein“. Reinhard Putz habe sich in „beispielhafter Weise um Wissenschaft, Forschung und akademischer Selbstverwaltung und damit um das Allgemeinwohl verdient gemacht“.

Rüdiger Landgraf
Professor Rüdiger Landgraf war bis 2004 Professor für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie am Klinikum der Universität München. Vor allem in der Zusammenarbeit mit der Transplantationschirurgie hat Landgraf einen Schwerpunkt in der Pankreastransplantation aufgebaut und zu internationalem Ansehen verholfen. Die Beseitigung der Blutzuckererhöhung und Insulinfreiheit, die durch die Pankreastransplantation erreicht wurde, führt zu einer außerordentlichen Verbesserung der Lebensqualität und geringerer Morbidität

Der Bayerische Wissenschaftsminister hob in seiner Laudatio besonders das ehrenamtliche Engagement Landgrafs mit dem Ziel der Verbesserung von Therapiemöglichkeiten für Diabetiker hervor.

Neben vielen weiteren Ämtern in Kommissionen und Ausschüssen, etwa als Präsident der Deutschen Diabetesgesellschaft von 2001 bis 2003, ist Landgraf seit 2005 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Stiftung. Er ist zudem Gründer der Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendliche mit Diabetes e.V.

 

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