Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Georg Heberer-Award

Ein Suizid-Gen für Lebertumoren

München, 29.06.2012

Der diesjährige Georg Heberer Award ging an den LMU-Forscher und Arzt Dr. Hanno Nieß für einen innovativen Ansatz bei Leberkrebs. Gentechnisch manipulierte Stammzellen sollen hier die Tumorzellen in den Suizid treiben.

Beim heutigen Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wurde Dr. Hanno Nieß von der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Großhadern der mit 20.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2012 verliehen. Der Assistenzarzt und Nachwuchswissenschaftler erhielt die Auszeichnung für einen innovativen Ansatz bei Leberkrebs, den er im Rahmen seiner Dissertation entwickelte: Genetisch veränderte Stammzellen sollen hier die Tumorzellen hochspezifisch in den Suizid treiben.

Hepatozelluläre Karzinome (HCCs) - also Leberzellkarzinome - entwickeln sich meist aus einer Zirrhose oder einer anderen chronischen Erkrankung der Leber. Auf Chemotherapie sprechen die Tumoren sehr schlecht an. Die neu entwickelte und im Fachmagazin „Annals of Surgery“ präsentierte "Suizidgentherapie" könnte bei Patienten mit chirurgisch nicht behandelbaren Tumoren zum Einsatz kommen, bei denen eine Lebertransplantation möglich ist - oder eine palliative Therapie zur Verlängerung der Lebenszeit.

Die Zeit bis zur Transplantation überbrücken

Die Therapie basiert auf der Verwendung mesenchymaler Stammzellen, die in humane Leberzellen rekrutiert werden, wo sie verschiedene Gene aktivieren und zum Tumorwachstum beitragen. Gentechnisch lässt sich die Aktivierung der Gene aber an die Expression eines sogenannten Suizidgens koppeln, das dann hochspezifisch in den Tumoren aktiv wird - und das Tumorwachstum hemmt. In Kombination mit anderen Verfahren könnte dieser Ansatz etwa dazu beitragen, während der oft langen Wartezeit bis zu einer Transplantation einen Fortschritt des Leidens zu verhindern.

Hanno Nieß wurde 1982 in Mainz geboren. An der LMU studierte er Humanmedizin. Es folgten Aufenthalte an der Harvard Medical School, USA, an der University of Chicago, USA, sowie an der University of Otage in Wellington, Neuseeland. 2009 promovierte Nieß mit der prämierten Arbeit zur Suizidgentherapie bei Leberzellkrebs an der LMU und ist seitdem als Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Großhadern tätig. Seine Arbeit wird unter anderem durch die Friedrich-Baur-Stiftung in München gefördert.

Über den Heberer Award

Im Jahr 2000 wurde erstmals an der LMU der nach dem Chirurgen Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Heberer (1920 – 1999) benannte Georg Heberer Award der US-amerikanischen Chiles Foundation verliehen. Prof. Dr. Heberer war bis 1989 Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik am Klinikum Großhadern. Er beeindruckte als akademischer Lehrer und Forscher durch sein universelles Wirken und genoss als Chirurg große internationale Anerkennung.

Mit der jährlichen Preisverleihung soll die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen auf dem Gebiet der Chirurgie gefördert werden. Gestiftet wird der Preis von der seit über 50 Jahren bestehenden Chiles Foundation, die die medizinische Forschung vor allem auf dem Gebiet der Krebsforschung unterstützt. Die Stiftung unterhält große Institute an der Boston University und der Stanford University sowie das Krebsforschungszentrum „Earle A. Chiles Research Institute“ an der Oregon University in Portland.

Seit 1986 wird ein intensiver wissenschaftlicher Austausch zwischen der Chirurgischen Klinik des Klinikums der Universität München und der Harvard Medical School sowie der Oregon Health & Science University gepflegt. Begabte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen mit der Verleihung des großzügig dotierten Georg Heberer Awards unterstützt und ermuntert werden, ihre wissenschaftlichen Projekte im Rahmen internationaler Kooperationen an ihren Heimathochschulen weiterzuführen. (suwe)

 

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Rudolf A. Hatz
Chirurgische Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München
Tel.: 089 / 7095 - 3511
Fax: 089 / 7095 - 3508
E-Mail: Rudolf.Hatz@med.uni-muenchen.de

 

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse