Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Sonderforschungsbereiche an der LMU:

Xenotransplantation, Nanoagenzien, Proteinforschung und Multiple Sklerose

München, 24.05.2012

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist an vier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) neu eingerichteten Sonderforschungsbereichen (SFB) beteiligt. Für zwei dieser SFBs ist die LMU zudem Sprecherhochschule.

Die LMU ist an vier neuen Sonderforschungsbereichen beteiligt: Sie ist Sprecherhochschule für den transregionalen SFB 127 „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation“ sowie für den SFB 1032 „Nanoagenzien für raumzeitliche Kontrolle molekularer und zellulärer Reaktionen“. Die LMU ist zudem beteiligt an dem an der Universität Mainz angesiedelten SFB / TR 128 „Initiierungs-, Effektor- und Regulationsmechanismen bei Multipler Sklerose“ sowie an dem SFB 1035 „Kontrolle der Proteinfunktion durch konformationelles Schalten“ an der TU München.

 

SFB Transregio 127 „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation“

Transplantationen stellen für viele schwerkranke Patienten - etwa bei terminalem Organversagen oder einigen chronischen Krankheiten - eine etablierte und effektive Therapieform dar. Allerdings übersteigt der Bedarf an Spenderorganen das Angebot bei weitem. Deshalb setzen viele Forscher auf eine Xenotransplantation, also die Verpflanzung tierischen Gewebes oder tierischer Organe -  beides wird jedoch im menschlichen Körper normalerweise schnell abgestoßen.

Transgene Schweine sollen nun dieses Problem überwinden: Mit ihrer Hilfe wollen die Wissenschaftler des neuen SFB, der ab dem 1. Juli 2012 mit insgesamt 12,8 Millionen Euro gefördert wird, die Immunreaktion gegen fremdes Gewebe besser verstehen und letztlich unterdrücken. Ein Ziel der Forscher ist es, neue transgene Schweinelinien zu entwickeln, deren Gewebe weniger Abstoßungsreaktionen hervorruft. Dieses Gewebe soll dann sowohl in präklinischen als auch in klinischen Studien untersucht werden - ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Xenotransplantation von Inselzellen bei Typ-1-Diabetes.

Neben der LMU als Sprecheruniversität sind an dem neuen SFB/Transregio auch die TU München, die Medizinische Hochschule Hannover, die TU Dresden sowie als nichtuniversitäre Einrichtungen das Helmholtz Zentrum München, das Friedrich-Löffler-Institut, das Deutsche Primatenzentrum, das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Robert-Koch-Institut beteiligt. Koordinator des SFB ist Professor Bruno Reichart vom Klinikum der Universität München.

 

SFB 1032 „Nanoagenzien für raumzeitliche Kontrolle molekularer und zellulärer Reaktionen“

Die Nanotechnologie ermöglicht die Konstruktion funktionaler Systeme, die nur Millionstel Millimeter groß sind. Der neue SFB zielt auf das Design synthetischer Konstrukte, sogenannter „Nanoagenzien“, ab, die molekulare und zelluläre Reaktionenkontrollieren können. Ausgehend von kleinsten Bausteinen, etwa DNA, Proteine und biologische Membranen, sollen artifizielle Nanostrukturen geschaffen werden, die synthetische Reaktionsnetzwerke oder rekonstituierte Netzwerke in synthetischen Umgebungen regulieren können.

Dieser interdisziplinäre Ansatz verlangt die Zusammenarbeit von Physikern, Chemiker, Biochemikern sowie von Forschern aus der Pharmazeutik und der Medizin. Ein Ziel ist der Nachweis, dass Nanoagenzien zielgerichtet Aufgaben in Zellen ausführen können. Denkbar sind hier etwa funktionelle Nanopartikel und programmierbare DNA-Konstrukte, die das migratorische Verhalten von Zellen beeinflussen, was unter anderem für die Krebs-, Angiogenese- und Entzündungsforschung in der Medizin von Bedeutung ist.

Neben der LMU als Sprecherhochschule mit mehreren beteiligten Instituten, gehören dem neuen SFB die TU München sowie das Max Planck-Institut für Biochemie als nicht-universitäre Einrichtung an. Koordinator des SFBs ist Professor Joachim Rädler von der Fakultät für Physik. Der SFB wird mit einem Gesamtvolumen von 10 Millionen Euro gefördert und beginnt am 1.Juli.2012

 

SFB / TR 128 „Initiierungs-, Effektor- und Regulationsmechanismen bei Multipler Sklerose“

Ziel des neuen SFB ist es, die Entstehungsmechanismen der Multiplen Sklerose besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Bislang ist die Krankheit, in deren Verlauf das Immunsystem die Umhüllungen von Nervenfasern, die Myelinscheiden, aber auch die Nervenfasern selbst attackiert und zerstört, nicht heilbar. Der neue SFB-Transregio mit der Universität Mainz als Sprecherhochschule verbindet die Standorte Mainz, Münster, Frankfurt und München. Münchner Koordinator ist Professor Reinhard Hohlfeld, Leiter des Instituts für Klinische Neuroimmunologie der LMU.

 

SFB 1035 „Kontrolle der Proteinfunktion durch konformationelles Schalten“

Verändern Proteine ihre räumliche Struktur, ändert sich in der Regel ihre Funktion. Wie lassen sich solche Umlagerungen gezielt nutzen, um die Aktivität von Eiweißen - wie mit einem Schalter - zu steuern? Das soll der neue SFB grundlegend untersuchen. Daran sind neben Forschern der TU München, der Sprecherhochschule des SFBs, auch Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München und dem Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, sowie Biologen, Chemiker und Bioinformatiker der LMU beteiligt.

 

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