Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Humboldt-Forschungspreisträger an der LMU

München, 01.06.2012

Drei neue Preisträger der Humboldt-Stiftung haben sich für einen Forschungsaufenthalt an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München entschieden. Professor Henry F. Schaefer III (University of Georgia, USA) wurde mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Schaefer arbeitet an der Fakultät für Chemie und Pharmazie mit Professor Christian Ochsenfeld zusammen. An der Fakultät für Betriebswirtschaft zu Gast sind Professor Gerald Häubl (University of Alberta, Kanada), der mit dem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis ausgezeichnet wurde, sowie Professor John J. Kanet (University of Dayton, USA), der mit dem Reimar-Lüst-Preis für internationale Wissenschafts- und Kulturvermittlung geehrt wurde. Häubls Gastgeber ist Professor Martin Spann, während Kanet mit Professor Hans-Ulrich Küpper zusammenarbeiten wird.

Henry F. Schaefer III
Henry F. Schaefer gehört zu den weltweit führenden Quantenchemikern. Er hat  die theoretische Chemie nachhaltig geprägt und entscheidend dazu beigetragen, chemische Mechanismen detailliert zu verstehen. Schaefer war maßgeblich an der Entwicklung von Methoden und theoretischen Modellen beteiligt, die zur Lösung zahlreicher Fragestellungen beitrugen. Auch dank seiner Arbeiten ist die Quantenchemie heute ein wichtiges Werkzeug für die chemische Forschung. Schaefers theoretische Analysen ergänzten experimentelle Studien entscheidend und haben mehrfach aus Experimenten gewonnene Annahmen widerlegt. Seine aktuelle Forschung umfasst sowohl die Entwicklung neuer theoretischer Methoden als auch deren Anwendung auf chemische Fragestellungen, etwa zur Untersuchung von DNA-Schäden oder zur Isolierung ungewöhnlicher Siliziumverbindungen. Während seines Aufenthalts an der LMU wird Henry F. Schaefer gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Professor Christian Ochsenfeld neue quantenchemische Methoden zur Untersuchung komplexer molekularer Systeme entwickeln und anwenden.

Henry F. Schaefer studierte chemische Physik am Massachusetts Institute of Technology (USA) und an der Universität Stanford (USA), wo er 1969 auch promovierte. Im selben Jahr trat er eine Professur für Chemie an der University of California at Berkeley (USA) an. 1987 wechselte Schaefer als Graham Perdue Professor für Chemie und Direktor des Center for Computational Quantum Chemistry an die University of Georgia (USA). Seit 2004 ist er auch emeritierter Professor für Chemie an der University of California at Berkeley (USA).

Gerald Häubl
Der Wirtschaftswissenschaftler Gerald Häubl ist insbesondere für seine Forschung zu Entscheidungsprozessen beim Konsumenten international anerkannt. Seine Arbeiten lieferten wichtige Erkenntnisse etwa zum Thema, wie sich bestimmte Präferenzen beim Konsumenten entwickeln und mit der Zeit verändern. Weitere Forschungsschwerpunkte Häubls sind unter anderem, wie Konsumenten Produktinformationen erwerben und verwenden sowie die Nutzung externer Entscheidungshilfen für Kaufentscheidungen. Ziel Häubls ist es zum einen, die fundamentalen psychologischen Prozesse zu erhellen, die die Konsumentenentscheidung beeinflussen. Zum anderen will er Strategien identifizieren, die dem Konsumenten eine bessere Entscheidungsfindung ermöglichen. Während seines Aufenthalts an der LMU wird Häubl seine Forschungsarbeit zum Käuferverhalten in sogenannten "Name-Your-Own-Price"-Auktionen fortsetzen.

Professor Gerald Häubl studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Wirtschaftsuniversität Wien (Österreich), wo er 1995 auch im Fach Marketing promovierte. Anschließend wechselte Häubl als Assistent Professor für Marketing an die University of Alberta (Kanada), wo er seit 2001 Associate Professor für Marketing ist. Seit 2003 ist Häubl auch Inhaber eines Lehrstuhls für Verhaltensforschung an der University of Alberta.

John J. Kanet
John J. Kanet ist Experte für das Produktionsmanagement. Er hat insbesondere die Ablauf- und die Losgrößenplanung sowie das Bestands- und das Supply Chain Management durch neue Erkenntnisse vorangebracht. Dabei stellt er häufig den Bezug zur praktischen Umsetzung her und sorgt auf diese Weise dafür, dass die neuen theoretischen Erkenntnisse in der Anwendung genutzt werden können. Seit vielen Jahren pflegt Kanet einen intensiven Austausch mit deutschen Universitäten und deren Wissenschaftlern sowie Studierenden. Ausgehend von Forschungsaufenthalten hat er verschiedene Austauschprogramme mit deutschen Universitäten entwickelt. Dabei pflegt er einerseits einen intensiven Austausch in der Forschung, andererseits kommt er mit amerikanischen Studentengruppen nach Deutschland und unterrichtet deutsche Studierende an seiner Universität. Zudem organisiert der Wirtschaftswissenschaftler deutsch-amerikanische Summer Schools. Während seines Forschungsaufenthalts am Institut für Produktionswirtschaft und Controlling untersucht Kanet, wie man Undergraduate Research Experience erfolgreich in ein Bachelor- Studienprogramm integrieren kann.

Professor John J. Kanet studierte Maschinenbau an der Lehigh University in Pennsylvania (USA) und Finanzwesen am Loyola College in Baltimore (USA). Anschließend wechselte er an die Pennsylvania State University (USA), wo er 1979 in Betriebswirtschaft promovierte. Danach war Kanet als Associate Professor an der University of Georgia und der Texas A&M University tätig. 1986 wechselte er als Burlington Professor of Management an die Clemson University (USA), wo er bis 2002 tätig war. Seit 2003 hat Kanet einen Lehrstuhl für Operations Management an der University of Dayton (USA) inne. Zudem nahm Kanet seit 1984 mehrere Forschungsaufenthalte an den Universitäten Erlangen, Essen, München und Wien wahr.

Die Humboldt-Stiftung fördert die Wissenschaftskooperation zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Wissenschaftlern. Die mit Forschungspreisen oder Humboldt-Stipendien ausgezeichneten ausländischen Forscherinnen und Forscher wählen die jeweiligen Gastgeber in Deutschland selbst aus. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Forschungspreisträger und Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und die weltweite Reputation einer Forschungseinrichtung. (göd)

Weitere Informationen zum Humboldt-Forschungspreis

Weitere Informationen zum Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis

Weitere Informationen zum Reimar-Lüst-Preis

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse