Ludwig-Maximilians-Universität München
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AIO-Wissenschaftspreis für LMU-Mediziner

Arbeit zur lokalen Überwärmung von Tumoren ausgezeichnet

München, 24.01.2011

Für eine Arbeit zur Therapie von Hochrisiko-Tumorerkrankungen wurde Professor Rolf Issels vom Klinikum der Universität München und dem Helmholtz Zentrum München mit dem AIO-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Die prämierte Phase-III-Studie wurde im Rahmen einer europäischen Kooperation an 341 Patienten mit besonders bösartigen Weichteilsarkomen durchgeführt. Issels und seinen Kollegen gelang der Nachweis, dass eine regionale Überwärmung (Hyperthermie) des Tumorgewebes die Wirkung einer begleitenden Chemotherapie um ein Vielfaches erhöhen kann. So lebten Patienten mit einer kombinierten Hyperthermie- und Chemotherapie im Schnitt 14 Monate länger krankheitsfrei als Patienten der Vergleichsgruppe, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden. Die Hyperthermie in Kombination mit einer Chemo- oder Strahlentherapie gilt schon jetzt – vor allem bei bestimmten fortgeschrittenen und resistenten Tumoren – als standardisierte Behandlungsmöglichkeit, wobei in Deutschland das Klinikum der Universität München neben den Universitäten Erlangen, Tübingen, Düsseldorf, Mannheim und der Charité in Berlin für die Kombination mit Chemotherapie eine Spitzenposition einnimmt. Die preisgekrönte Arbeit war zudem Grundlage dafür, die Hyperthermie als Behandlung lokal fortgeschrittener und chirurgisch nicht therapierbarer Hochrisiko-Weichteilsarkomen in die aktuelle Ausgabe des „UptoDate Oncology“ vom Januar 2011 aufzunehmen. In dieser Fachveröffentlichung können sich Ärzte und Patienten zum neuesten Stand in der Krebstherapie informieren.

In der Begründung zur Preisvergabe an Issels heißt es, die Untersuchung sei ein hervorragendes Beispiel für die Symbiose von biologischer Grundlagenforschung und klinischer Forschung und liefere einen weiteren Anstoß, die Hyperthermie auch bei anderen Tumorerkrankungen zu untersuchen und anzuwenden. „Wir können derzeit die Hyperthermie auch bei Pankreaskarzinom, also Bauchspeicheldrüsenkrebs, sowie Gebärmutterhalskrebs, Enddarmkarzinomen, Brustkrebsrezidiven in Kombination mit Chemotherapie und Strahlentherapie einsetzen“, bekräftigt auch Issels. „Derzeit sind mehrere Studien zu unterschiedlichen Krebserkrankungen zusätzlich in Planung.“

Der AIO-Wissenschaftspreis wird von der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie vergeben und ist insgesamt mit 15.000 Euro dotiert. Er wird in zwei Teilen, für eine präklinische und eine klinische Arbeit, vergeben. Bei der diesjährigen Verleihung erhielt Issels die Auszeichnung für den klinischen Teil. Die preisgekrönte Arbeit erschien im April 2010 in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“ unter dem Titel „Neo-adjuvant chemotherapy alone or with regional hyperthermia for localised high-risk soft-tissue sarcoma: a randomised phase 3 multicentre study“. (suwe)

Ansprechpartner:
Professor Dr. med. Rolf D. Issels
Tel.: 089 / 7095 - 4768
Fax: 089 / 7095 - 4776
E-Mail: rolf.issels@med.uni-muenchen.de

 

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