Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Humboldt-Stipendiaten an der LMU

München, 13.04.2011

Zwei neue Humboldt-Stipendiaten haben sich für einen Forschungsaufenthalt an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München entschieden. Dr. Michael Hundley  (Universität Cambridge, Großbritannien) arbeitet seit April als Gast in der Abteilung für Altes Testament der Evangelisch-Theologischen Fakultät bei Professor Christoph Levin. Professor Melissa Knothe Tate (Case Western Reserve University, Cleveland, USA) forscht in Kooperation mit Professor Stefan Milz  an der Anatomischen Anstalt. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen und den jeweiligen  Gastgeber selbst auszuwählen. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

Zu Michael Hundley
Das Forschungsgebiet Michael B. Hundleys - „Perceptions of Divine Presence in the Non-Priestly Pentateuch“ - betrifft die religiösen Vorstellungsmuster in den vorredaktionellen Abschnitten der ersten fünf Bücher der Bibel. Im Mittelpunkt seines Projekts werden die Offenbarungsszenen stehen. Erstes Ziel ist, den ursprünglichen Überlieferungsbestand literaturkritisch zu sichern, der sodann mit ähnlichen Stoffen aus den benachbarten Kulturen des Alten Vorderen Orients zu vergleichen ist. Nach wie vor gibt es in der Kenntnis der Frühzeit große Lücken – und ebenso große Chancen, durch den Vergleich mit dem außeralttestamentlichen Material zu neuen Ergebnissen zu kommen. Die Fragestellung berührt einen Kernbereich der religionsgeschichtlichen Arbeit am Alten Testament. Besonderes Gewicht wird auf den geprägten Sprachmustern („cultic speech patterns“) liegen. Dabei stellen sich auch grundsätzliche Fragen zur Eigenart religiöser Sprache.

Michael Hundley studierte unter anderem an der Divinity School der Harvard University und an der Hebrew University in Jerusalem. 2010 wurde er in Cambridge (Großbritannien) promoviert. Seine Dissertation „Keeping Heaven on Earth: Safeguarding the Divine Presence in the Priestly Tabernacle” befasst sich mit den Vorstellungen über die kultische Präsenz Gottes in der jüngeren der beiden Pentateuchquellen.

Zu Melissa Knothe Tate
Fast alle Knochen sind von der sogenannten Knochenhaut als schützender Hülle umgeben. Neue Studien zeigen, dass bestimmte Zellen der Knochenhaut darauf spezialisiert sind, Knochengewebe zu bilden und so Verletzungen innerhalb weniger Wochen zu schließen. Knothe Tate gelang es gemeinsam mit Kollegen in Cleveland (USA) bereits, neue Methoden zu entwickeln, mit denen geschädigtes Knochengewebe mithilfe der Knochenhaut regeneriert werden kann - etwa nach Verletzungen, Tumor-Operationen oder Infektionen, aber auch bei angeborenen Krankheiten. In Zusammenarbeit mit den LMU-Wissenschaftlern Professor Stefan Milz, Professor Matthias Schieker und Dr. Denitsa Docheva möchte Knothe Tate nun als Humboldt-Stipendiatin Knochenhautzellen menschlicher Oberschenkelknochen charakterisieren und dabei sowohl deren Umgebung, als auch ihre Sensitivität gegenüber physikalischen und chemischen Signalen näher untersuchen. In einem weiteren Projekt wollen die Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen der Universität Heidelberg synthetisches Gewebe produzieren, indem Zellen aus der Knochenhaut in einer simulierten natürlichen Umgebung entsprechend angeregt werden.

Melissa Knothe Tate studierte Maschineningenieurwissenschaften und Biowissenschaften an der Universität Stanford (USA) und an der ETH Zürich (Schweiz), wo sie 1998 im Fach "Mechanical and Biomedical engineering" promovierte. Nach Stationen an der ETH Zürich und der Mount Sinai School of Medicine in New York (USA) wechselte Knothe Tate an die Case Western University in Cleveland, Ohio (USA), wo sie 2004 eine Professur im Department of Biomedical and Mechanical & Aerospace Engineering übernahm.

 

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