Ludwig-Maximilians-Universität München
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Pflanzen im Stress

Forschungsverbund FORPLANTA stellt sich vor

München, 28.03.2011

Hitze, Trockenheit oder stärkere Niederschläge - der Klimawandel setzt auch Pflanzen unter Stress und stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Wie Pflanzen mit derartigen Stresssituationen umgehen, untersuchen Wissenschaftler im Forschungsverbund FORPLANTA – „Pflanzen fit für die Zukunft“, der heute vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, und den beteiligten Wissenschaftlern in einer Pressekonferenz vorgestellt wird. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe des erworbenen Grundlagenwissens Pflanzen gezielt anzupassen und den Ertrag von Nutzpflanzen zu sichern. Gleichzeitig sollen Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik im Dialog mit philosophischen und soziologischen Fragestellungen diskutiert werden. In dem neuen Forschungsverbund kooperieren erstmals fächerübergreifend Natur- und Geisteswissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Universität Erlangen-Nürnberg, der TU München, der Hochschule für Philosophie München und der Universität Würzburg miteinander. Sprecher des für drei Jahre mit insgesamt 1,8 Millionen Euro geförderten Verbundes ist Professor Jürgen Soll, Lehrstuhlinhaber für Biochemie und Physiologie der Pflanzen an der LMU.

Gerade bei Kulturpflanzen, die besonders auf Ertragssteigerung hin gezüchtet wurden, hat die Stressresistenz oft abgenommen - in gemäßigten Klimaten wurde bei der Züchtung diese Eigenschaft meist vernachlässigt. Anhand der Ackerschmalwand als Modellpflanze untersuchen die Wissenschaftler nun, wie Pflanzen auf multiple Stressfaktoren wie Trockenheit, Hitze und Schädlinge reagieren, wie sie insbesondere durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Mit den neuesten Technologien und Verfahren der molekularen Gen- und Genomforschung sollen neue Mechanismen aufgedeckt werden, wie Pflanzen sich gegen Stress schützen. Langfristig soll das erworbene Grundlagenwissen angewendet werden, um Pflanzen gezielt an sich ändernde Klimabedingungen anzupassen und den Ertrag von Nutzpflanzen zu sichern und zu steigern.

Es werden aber nicht nur die naturwissenschaftlichen Grundlagen und Mechanismen untersucht, sondern ein begleitendes geisteswissenschaftliches Projekt analysiert auch den Zusammenhang zwischen objektivem Nutzen der Grünen Gentechnik und öffentlicher Wahrnehmung. Dabei sollen sowohl die Risiken und die Skepsis vieler Menschen gegenüber neuen Technologien als auch die Chancen und Vorteile der Grünen Gentechnik einbezogen werden. In diesem Zusammenhang werden sowohl theologisch-philosophische Argumente und Naturbilder bearbeitet als auch soziologische Fragestellungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Grünen Gentechnik untersucht. Unterstützt wird das begleitende geisteswissenschaftlich-ethische Projekt durch das Center for Advanced Studies der LMU (CAS-LMU) und dem Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN).

 

 

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