Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Podiumsdiskussion am Weltfrauentag

Expertinnen diskutieren zu weiblichen Lebensentwürfen

München, 05.03.2010

Weibliche Lebensentwürfe gestalten sich in der Bundesrepublik immer noch anders als in vergleichbaren europäischen Ländern. Den Weltfrauentag am 8. März 2010 nimmt eine Podiumsdiskussion an der LMU zum Anlass, unbewusste Rollenbilder in den Blick zu nehmen und neu zu reflektieren. Im Hörsaal A 140, Geschwister-Scholl-Platz 1, diskutieren ab 17 Uhr Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Professor Barbara Vinken, Lehrstuhl für Romanische Philologie und Allgemeine Literaturwissenschaft an der LMU, Professor Andreas Lange, Deutsches Jugendinstitut, Professor Paula-Irene Villa, Lehrstuhl Soziologie/Gender-Studies an der LMU sowie Verena Heines-Mothes, Head of Diversity Management Hypovereinsbank.

Professor Barbara Vinken wird zunächst einen Impulsvortrag zum Thema „Die deutsche Mutter – Mythos und unbewusstes Rollenbild“ halten. In ihrem gleichnamigen Buch analysiert die Wissenschaftlerin den Mythos der deutschen Mutter von seinen Anfängen in der Reformation über Rousseau bis zu den Entwicklungen in der Bundesrepublik und der DDR. Sie untersucht die politischen Hintergründe und zeigt, wie die Emanzipation der Frauen an der Vorstellung der Mutter, die sich ganz dem Kind widmet, ihre Grenze findet. Kind oder Karriere? Vor diese Entscheidung sehen sich deutsche Frauen weit häufiger gestellt als etwa Französinnen, Italienerinnen oder US-Amerikanerinnen. Barbara Vinken analysiert den Zusammenhang dieses Missverhältnisses, seine Ursprünge und Auswirkungen. Ihr Fazit: Die deutsche Politik hat sich immer stärker um die Familie als um die Selbstständigkeit der Frau gekümmert. Der Grund für diese Einseitigkeit sieht sie im bis heute ungebrochenen Mythos der Mütterlichkeit. Wie ein roter Faden ziehe er sich vom Protestantismus durch die nationalsozialistische Ideologie bis zum heutigen Bio-Gesundheitswahn: Nur die gesunde Kleinfamilie mit einer Mutter, die sich um alles kümmere, könne gegen die kalte, harte Welt bestehen.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse