Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Humboldt-Stipendiatin an der LMU

Dr. Agnès Vokaer forscht zu Produktion und Handel mit Keramik in Nordsyrien von der spätrömischen bis in die omaijadische Zeit

München, 01.03.2010

Erneut hat sich eine Humboldt-Stipendiatin für einen Forschungsaufenthalt an der LMU entschieden. Dr. Agnès Vokaer forscht für ein Jahr finanziert von der Alexander von Humboldt-Stiftung als Stipendiatin am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der LMU. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen und den jeweiligen deutschen Gastgeber selbst auszuwählen. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

Die belgische Gastwissenschaftlerin Dr. Agnès Vokaer studierte an der Université libre de Bruxelles orientalische Sprachen und Archäologie. Nach dem Master of Letters (MLitt) 2001 an der Universität Oxford erwarb sie im Jahr 2005 ihren PhD in Archaeology and History of Art an der Université libre de Bruxelles bei Professor G. Raepsaet mit einer Arbeit über „Brittle Ware in Syria: study of production from the Roman to the Umayyad Period“. Seit 2005 ist sie Field Director of the Belgian archaeological mission at Apamea/Syria. Als Archäologin ist sie spezialisiert auf römische, spätantike und frühislamische (omaijadische) Keramik im Vorderen Orient. An der LMU arbeitet Agnès Vokaer bei der Provinzialrömischen Archäologie an ihrem Forschungsprojekt "Production and exchanges in Late Antique Syria (5th - mid 8th c. A.D.).

In ihrem Projekt untersucht sie die Produktion und den Handel mit Keramik in Nordsyrien von der spätrömischen bis in die omaijadische Zeit. Sie verfolgt dabei maßgeblich zwei Forschungsstränge. Zum einen analysiert Agnès Vokaer die spätantike städtische Wirtschaft, die im Gegensatz zur ländlichen Produktion Syriens weniger gut untersucht ist. Zum anderen möchte sie die Handelskontakte und den Warenaustausch - speziell der Keramik - zwischen städtischen Zentren und dem Lande analysieren. Neben den regionalen stehen auch überregionale Handelsverbindungen im Fokus ihrer Untersuchung. Dazu will sie die Verbreitung lokaler und importierter Keramik vergleichen und die unterschiedlichen Handelsverbindungen skizzieren. Feinkeramik aus Nordafrika steht dabei ebenso im Zentrum ihrer Forschung wie lokal/regional hergestellte Fein- und Gebrauchskeramik sowie aus dem östlichen Mittelmeerraum importierte Amphoren, die als Transportbehälter vor allem für Öl und Wein dienten.

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