Ludwig-Maximilians-Universität München
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„Trümmerliteratur“

Lesung aus Werken der Nachkriegszeit

München, 20.10.2010

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche "Deutschland liest. Treffpunkt Biblio-thek" unter der Schirmherrschaft von Ex-Bundespräsident Horst Köhler veranstaltet die Universitätsbibliothek München 65 Jahre nach Kriegsende eine Lesung aus Werken der „Trümmerliteratur“. Als Vorlesende konnten Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Professor Hans Maier, Bayerischer Staatsminister a. D., und Dr. Ernst-Peter Wieckenberg, ehemaliger Cheflektor des Verlags C.H. Beck, gewonnen werden.

Die drei Zeitzeugen repräsentieren dabei auch drei unterschiedliche Erfahrungs-horizonte von Kriegs- und Nachkriegszeit. Charlotte Knobloch überlebte den nationalsozialistischen Judenmord, weil 1942 eine ehemalige Hausangestellte ihres Onkels das Mädchen auf dem elterlichen Hof in Arberg/Mittelfranken aufnahm und sie als ihr uneheliches Kind ausgab. Sein Religionslehrer und sein Kaplan klärten den Halbwaisen Hans Maier schon früh über den wahren Charakter der NS-Gewaltherrschaft auf, seine Schwester, eine Buchhändlerin, brachte ihm die im Drit-ten Reich verfemte Literatur nahe. Ernst-Peter Wieckenberg erlebte das Kriegsende in der zwar physisch unzerstörten Provinz der Lüneburger Heide, aber in einer geistigen Trümmerlandschaft.

Die drei Lesungen werden jeweils rund 20 Minuten dauern, im Anschluss an jede Lesung werden die Vortragenden über ihre eigenen Erfahrungen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit berichten. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 27. Oktober 2010, ab 19.00 Uhr im Allgemeinen Lesesaal der Universitätsbibliothek statt.

 

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