Ludwig-Maximilians-Universität München
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Erste Professur für Spiritual Care wird ökumenisch besetzt

München, 28.04.2010

Die Forschungsarbeiten am Lehrstuhl für Palliativmedizin der LMU haben in den letzten Jahren die große Bedeutung existenzieller und spiritueller Fragen in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Patienten und ihrer Familien, aber auch für die Professionellen im Gesundheitswesen herausgearbeitet. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten Gespräche über diese Themen sehr gerne auch mit ihren betreuenden Ärzten führen, da sie sich dann als „ganze Menschen“ gesehen und gewürdigt fühlen. Ein Leitfaden für solche Gespräche wurde von Mitgliedern der interfakultären Arbeitsgruppe „Medizin und Spiritualität“ der LMU, die sich seit mehreren Jahren mit diesen Themen beschäftigt, entwickelt und publiziert. Ausgehend von diesen Ergebnissen wurde eine Stiftungsprofessur für Spiritual Care an der LMU vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bewilligt –  die erste ihrer Art in Deutschland. Sie wird jetzt ökumenisch zu je 50 Prozent besetzt durch den evangelischen Theologen Traugott Roser und den katholischen Theologen Eckhard Frick.

Traugott Roser ist evangelischer Theologe und hat sich über das Fachgebiet Spiritual Care an der LMU habilitiert. Er ist seit vielen Jahren in der Krankenhausseelsorge mit den Schwerpunkten Palliativmedizin und Kinderpalliativmedizin tätig und hat mehrere wissenschaftliche Arbeiten in diesen Gebieten veröffentlicht. Im Jahr 2008 führte ihn ein einjähriger Forschungsaufenthalt an das Department of Palliative Care der McGill University in Montreal, Kanada.

Eckhard Frick SJ ist Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiater und Psychoanalytiker sowie Theologe und Philosoph. Er lehrt als Professor für Psychosomatische Anthropologie an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München. Diese Tätigkeit wird er auch weiter ausüben. Professor Frick hat mehrere Bücher und Artikel an der Schnittstelle zwischen Theologie und Medizin publiziert. Traugott Roser und Eckhard Frick haben 2009 ein Buch mit Beiträgen von Ärzten, Psychologen, Klinikseelsorgern, Soziologen, Theologen und Ethikern mit dem Titel „Spiritualität und Medizin“ publiziert, das in Fachkreisen als richtungweisend gilt.

Die Professur für Spiritual Care, die an der Medizinischen Fakultät in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen und der Katholisch-Theologischen Fakultät eingerichtet wird, ist die insgesamt vierte Stiftungsprofessur am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin (IZP) des Klinikums der LMU. Das IZP verfügt schon über einen Stiftungslehrstuhl für Palliativmedizin (Prof. Dr. Gian Domenico Borasio; Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft), eine Stiftungsprofessur für Kinderpalliativmedizin (Prof. Dr. Monika Führer; Krupp-Stiftung, Essen) und eine Stiftungsprofessur für Soziale Arbeit in Palliative Care (Prof. Dr. Maria Wasner; Stadtsparkasse München; Kooperation mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München).

„Die Einrichtung der Stiftungsprofessur für Spiritual Care ermöglicht es der LMU, als einziger Universität weltweit die drei von der Weltgesundheitsorganisation definierten Bereiche der Palliativmedizin – den physischen, den psychosozialen und den spirituellen Bereich – akademisch abzubilden. Damit können die komplexen Fragen, die sich in der Betreuung am Lebensende unweigerlich stellen, multiperspektivisch beleuchtet werden. Dazu ist auch die Kooperation mit den Geistes- und Sozialwissenschaften an der LMU unerlässlich. Wir freuen uns außerordentlich über diese Berufung und danken dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für die großzügige Unterstützung“, so Professor Borasio, Inhaber des Lehrstuhl für Palliativmedizin der LMU.

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