Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU-Forscher analysieren Bundesschatzbrief

München, 15.01.2010

Wie entwickelten sich die Renditen von Bundesschatzbriefen des Typs B in den letzten knapp 40 Jahren im Vergleich zu anderen Anlageformen? Dieser Frage geht eine Studie des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der LMU nach. Ein Team um Professor Bernd Rudolph untersuchte im Auftrag der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland unterschiedliche Wertbeiträge des Bundesschatzbriefes im Vergleich zu alternativen Anlagemöglichkeiten.

Bundesschatzbriefe des Typs B sind Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland, die nicht an der Börse gehandelt werden. Sie haben eine Laufzeit von sieben Jahren, in denen die Zinsen automatisch neu angelegt werden. Nach Ablauf werden der Nennwert sowie die Zinsen mit Zinseszinsen ausgezahlt. Die Studie der LMU-Forscher betrachtete den Zeitraum von 1970 bis 2008. Ein Ergebnis zeigt, dass der Bundesschatzbrief Typ B gegenüber dem Mittelwert des Deutschen Aktien Index (DAX) historisch betrachtet stets eine niedrigere Rendite aufweist. Berücksichtigt man jedoch die Standardabweichung des DAX, so zeigt sich, dass die Aktienanlage gegenüber dem Bundesschatzbrief erst bei einer Anlagedauer von mehr als 20 Jahren durchschnittlich eine höhere Rendite realisiert. So errechnen die Forscher hier für den DAX eine durchschnittliche Rendite von 8,901 Prozent, im Gegensatz zu 7,019 Prozent beim Bundesschatzbrief. Die Schwankungsbreite der Jahresrenditen beim DAX beträgt jedoch 2,631 Prozent, wohingegen sie beim Bundesschatzbrief lediglich 0,783 Prozent beträgt. Verglichen mit einer Rentenanlage zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Vergleich zu Wertpapieren mit einer mittleren bis langen Restlaufzeit weist die Anlage in Bundesschatzbriefen eine unterschiedliche Rendite- und Risikostruktur auf. Die Bundesschatzbriefe rentieren sich geringer, besitzen jedoch insbesondere bei einer kurzen Anlagedauer aufgrund des nicht vorhandenen Kursrisikos eine geringere Schwankungsbreite der Renditen.

Betrachtet man die Entwicklung des Bundesschatzbriefes allein im historischen Verlauf über den Gesamtzeitraum von 39 Jahren, so weist die Anlage eine jährliche Rendite von 6,765 Prozent auf. Für eine Anlagedauer von einem Jahr beträgt die durchschnittliche Rendite 4,745 Prozent. Nimmt man die reguläre Laufzeit von sieben Jahren in den Blick, ergibt sich eine jährliche Rendite von 6,857 Prozent. Untersucht wurde auch die Entwicklung des Anlagevermögens bei einem monatlichen Sparplan: Wird das Anlagevermögen um einen konstanten Betrag monatlich erhöht, dann rentiert der Bundesschatzbrief bei einer Anlagedauer von einem Jahr mit 4,605 Prozent und bei einer Anlagedauer von sieben Jahren mit durchschnittlich 6,234 Prozent. Allerdings gehen die Renditen des Bundesschatzbriefes im Zeitverlauf zurück, wenn man sämtliche Anlagezeiträume in die Betrachtung einbezieht. Als Grund geben die Forscher hierfür die insgesamt rückläufigen Marktrenditen im Betrachtungszeitraum der Studie an.

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