Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse beim Wachkoma:

Tagung diskutiert ethische und rechtliche Auswirkungen

München, 13.07.2010

Neue Studien aus der Hirnforschung versuchen, dem Rätsel des Bewusstseins und des Wachkomas auf die Spur zu kommen. Mit bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie werden die Aktivierungsprozesse in den Gehirnen vom Wachkomapatienten untersucht. Manche Wissenschaftler behaupten, sie könnten mit solchen Methoden nachweisen, ob ein Mensch bei Bewusstsein ist, Schmerz empfindet und zur Kommunikation fähig ist. Andere halten dagegen, dass Bewusstsein grundsätzlich nicht mit technischen Messmethoden nachgewiesen werden kann.

Dies hat wichtige Auswirkungen auf die ethischen und rechtlichen Diskussionen um Therapieentscheidungen bei Menschen im Wachkoma. Viele Menschen möchten in diesem Zustand nicht dauerhaft künstlich am Leben erhalten werden und verfassen hierzu Patientenverfügungen. Erst kürzlich hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine Wachkomapatientin rechtmäßig durch Verzicht auf künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sterben durfte, da sie entsprechende Willensäußerungen früher getan hatte. An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München gibt es seit 2009 ein dreijähriges Forschungsprojekt zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten beim Wachkoma, das von Dr. Dr. Ralf Jox und Professor Gian Domenico Borasio aus der Palliativmedizin geleitet wird. Kern dieses Projekts ist eine Interviewstudie mit Angehörigen und Pflegekräften von Menschen im Wachkoma. Erste Ergebnisse dieser Studie werden am 16. Juli im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung „Leben im Koma“ am Münchener Kompetenzzentrum Ethik der Presse vorgestellt.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse