Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ausstellung „Jüdische Kunsthistoriker in München“

München, 30.09.2010

Im Jüdischen Museum München ist vom 6. Oktober dieses Jahres bis 6. März 2011 die Ausstellung „Einblicke – Ausblicke. Jüdische Kunsthistoriker in München“ zu sehen, die in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der LMU entstanden ist. Münchner Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker spürten dabei einer früheren Generation nach und präsentieren Lebenswege und Schicksale – etwa die der Kunsthistoriker Richard Krautheimer (1897 bis 1994), Ernst Kitzinger (1912 bis 2003) und Kurt Badt (1890 bis 1973). Sie studierten oder arbeiteten in München, als sie sich unter dem nationalsozialistischen Regime gezwungen sahen, aus der Heimat zu emigrieren. In der Fremde mussten sie neue Existenzen aufbauen und Wege finden, ihre Tätigkeiten im Ausland fortzusetzen. Dagegen konnten Ruth Kraemer (1908 bis 2005) in den USA, Lili Heinemann (1897 bis 1964) in Marokko oder Theodor Harburger (1887 bis 1949) in Palästina nicht mehr in ihrem angestammten Beruf Fuß fassen und anderweitig ihren Lebensunterhalt verdienen.

In der Ausstellung sind neben aufschlussreichen Briefausschnitten zum Beispiel Postkarten und Bilder zu sehen. Aus Lili Heinemanns langwierigem Entschädigungs- und Rückerstattungsverfahren wird eine handschriftliche Liste mit kunstgeschichtlichen Buchtiteln gezeigt, die bis 1933 in ihrem Besitz gewesen waren. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile; der zweite beginnt am 14. Dezember. Dann werden auch Krippenfiguren aus bemaltem Blech des Bayerischen Nationalmuseums gezeigt, in dem Rudolf Berliner von 1912 bis 1935 beschäftigt war, sowie unter anderem ein Chanukka-Leuchter.

Das Konzept für die Ausstellung war von Doktoranden und Studierenden der Kunstgeschichte erarbeitet worden. Ziel war es nicht nur, eine Ausstellung zu entwickeln und zu realisieren, sondern auch, die Arbeitsweise des Kuratierens kennen zu lernen und anzuwenden. Geleitet wurde das Projekt von Avinoam Shalem, Professor für Islamische Kunstgeschichte, Dr. Christian Fuhrmeister, Projektreferent am Zentralinstitut für Kunstgeschichte und Bernhard Purin, Leiter des Jüdischen Museums München. Kuratorin ist Jutta Fleckenstein.

Die Ausstellung findet im Studienraum des Jüdischen Museums München (www.juedisches-museum-muenchen.de), St.-Jakobs-Platz 16, statt. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile; der zweite beginnt am 14. Dezember.

 

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