Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Humboldt-Stipendiaten an der LMU

Dr. Darius Staliūnas und Dr. Sarah Sainsbury forschen unterstützt durch die Alexander von Humboldt-Stiftung an der LMU.

München, 09.07.2010

Erneut haben sich Humboldt-Stipendiaten für einen Forschungsaufenthalt an der LMU entschieden. Dr. Darius Staliūnas vom Institut für die Geschichte Litauens forscht am Lehrstuhl für Geschichte Ost- und Südosteuropas von Professor Martin Schulze Wessel. Dr. Sarah Sainsbury arbeitet als Stipendiatin am Genzentrum der LMU bei Professor Patrick Cramer, Lehrstuhl für Biochemie. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen und den jeweiligen deutschen Gastgeber selbst auszuwählen. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

Darius Staliūnas ist seit dem Jahr 2000 stellvertretender Direktor des Instituts für die Geschichte Litauens in Wilna. Er forscht über russländische Nationalitätenpolitik, die Erinnerungsgeschichte Ostmitteleuropas, Historiographie und Geschichtsdenken in Litauen, Konzepte kollektiver Identität in der litauischen Geschichte, litauische Nationalbewegung sowie antijüdische Pogrome. 1993 erwarb er den Magister in Geschichte an der Universität Wilna. Im Jahr 1997 wurde er an der Vytautas Magnus Universität Kaunas promoviert. Zwischen 1996 und 2005 arbeitete er als Gastdozent und zu Forschungszwecken an verschiedenen deutschen Universitäten. Gleichzeitig lehrte er unter anderem an der Universität in Klaipeda und an der Geisteswissenschaftlichen Universität in Wilna. Im Jahr 2007 veröffentlichte er die viel beachtete Untersuchung „Making Russians. Meaning and Practice of Russification in Lithuania and Belarus after 1863”. Am Beispiel der Politik des Russischen Reiches im nordwestlichen Grenzgebiet nach dem Januaraufstand Polens 1863 analysiert er Begriff und Praxis der sogenannten „Russifizierung“. Hierfür untersucht er verschiedene zeitgenössische Diskurse aber auch rechtliche Bestimmungen und Maßnahmen der politischen Praxis der russischen Regierungspolitik. Darius Staliūnas wird an der LMU am Lehrstuhl für Geschichte Ost- und Südosteuropas über „Ethnische Spannungen und antijüdische Pogrome in Litauen im 19. Jahrhundert“ forschen.

Sarah Sainsbury schloss ihr Studium der Biochemie am Imperial College of Science and Technology in London, Großbritannien, im Jahr 2002 ab. Im Jahr 2009 wurde sie an der University of Oxford promoviert. Während ihres Forschungsaufenthaltes an der LMU beschäftigt sie sich mit der exakten Regulation der Transkriptionsinitiation durch die RNA-Polymerase, einem essenziellen Vorgang auf zellulärer Ebene. Eine zentrale und bisher ungelöste Aufgabe im Bereich der eukaryotischen Transkription ist die strukturelle Charakterisierung des Initiationskomplexes, welcher sich aus der Polymerase, Initiationsfaktoren und Promotor-DNA zusammensetzt. In ihrem Forschungsprojekt an der LMU will sie den Initiationskomplex aus Archaebakterien (Pyrococcus furious) durch Röntgenkristallographie und Elektronenmikroskopie strukturell charakterisieren. Der Initiationskomplex aus Archaebakterien, die im Gegensatz zu Eukaryonten keinen echten Zellkern besitzen, ist in hohem Maße homolog zum eukaryotischen Initiationskomplex.

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