Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Humboldt-Stipendiaten an der LMU

Professor Matthias Lehmann und Dr. Elena Devecchi forschen unterstützt durch die Alexander von Humboldt-Stiftung an der LMU.

München, 17.05.2010

Erneut haben sich Humboldt-Stipendiaten für einen Forschungsaufenthalt an der LMU entschieden. Professor Matthias Lehmann von der Indiana University forscht als Gastprofessor am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur von Professor Michael Brenner. Dr. Elena Devecchi arbeitet als Stipendiatin am Institut für Assyriologie und Hethitologie der LMU bei Professor Walther Sallaberger. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen und den jeweiligen deutschen Gastgeber selbst auszuwählen. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

Matthias Lehmann ist Associate Professor für Jüdische Geschichte und stellvertretender Direktor des Programms für Jüdische Studien an der Indiana University in Bloomington, USA, wo er seit 2002 lehrt. Er studierte Judaistik, Islamkunde und Geschichte an den Universitäten Freiburg, Jerusalem und der FU Berlin, war Forschungsstipendiat am Consejo Superior de Investigaciones Científicas in Madrid von 1998 bis 2002, und schloss 2002 seine Promotion an der FU Berlin ab. An der LMU erforscht er das komplexe Zusammenwirkung von Diaspora und jüdischem Nationalstaat. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Analyse der modernen jüdischen Diaspora. Matthias Lehmann führt deren Entstehung zurück auf Entwicklungen, die im späten 17. bis 19. Jahrhundert wurzeln. Dazu untersucht er ein Netzwerk zur Unterstützung verarmter jüdischer Gemeinden im osmanischen Palästina des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts. Er konzentriert sich dabei auf die Aktivitäten von Rabbinern, die die jüdische Diaspora bereisten, um Gelder zu sammeln und so gleichzeitig die Idee einer pan-jüdischen Solidarität zu verbreiten, die stark auf das Heilige Land als zentralen Kristallisationspunkt bezogen war. Herauszufinden, wie die Aktivitäten dieser Rabbiner letztlich zur Entstehung einer modernen, internationalen jüdische Philanthropie sowie zum Aufstieg eines auf Palästina bezogenen Zionismus im späten neunzehnten Jahrhundert führten, ist das Ziel seiner Forschung.

Elena Devecchi erwarb ihren Magister Artium in der Alten Geschichte (Schwerpunkt Vorderer Orient) im Jahr 2004 an der Universität Ca’ Foscari, Venedig und promovierte im Jahr 2008 in Alte Geschichte und Archäologie an der gleichen Universität. Der Titel ihres zweijährigen Forschungsprojekts an der LMU lautet „You will have transgressed the oath - An investigation into the forms of political subjugation among the Hittites”. Im Zentrum ihrer wissenschaftlichen Interessen stehen die politischen Beziehungen des Königreiches der Hethiter mit den Nachbarstaaten in Anatolien und Syrien. Ziele ihrer Forschung sind eine historische und philologische Untersuchung und eine typologische Definition der hethitischen Staatsverträge, sowie die Veröffentlichung einer italienischen Übersetzung dieses Textcorpus.

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