Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuer Humboldt-Stipendiat an der LMU

München, 18.01.2010

Erneut hat sich ein Humboldt-Stipendiat für einen Forschungsaufenthalt an der LMU entschieden. Dr. Eric A. Hoffmann forscht für einige Monate finanziert von der Alexander von Humboldt-Stiftung als Stipendiat an der LMU. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen und den jeweiligen deutschen Gastgeber selbst auszuwählen. Daher ist die Anzahl der Humboldt-Stipendiaten ein wichtiger Indikator für internationale Kontakte und Reputation.

Eric A. Hoffmann ist amerikanischer Staatsbürger und studierte von 2000 bis 2004 an der University of Puget Sound, USA, Physik. Im Herbst 2009 schloss er seine Promotion bei Professor Heiner Linke an der University of Oregon in Eugene, USA, erfolgreich ab. Er wird ab Januar 2010 für zunächst 18 Monate am Lehrstuhl für Festkörperphysik von Professor Jörg P. Kotthaus zum Thema „Elektronenspin-Manipulation in Halbleiter-Quantenpunktsystemen“ forschen. Dabei wird er insbesondere mit Privatdozent Dr. Stefan Ludwig eng zusammen arbeiten.

Die zunehmende Leistungsfähigkeit unserer Computer ist eng mit einer fortschreitenden Miniaturisierung der grundlegenden Bauteile in der Informationstechnologie verknüpft. Einerseits stößt die Miniaturisierung und die damit verknüpfte Leistungssteigerung bei aktuellen Strukturgrößen im Nanometerbereich bald an ihre Grenzen; andererseits gewinnen quantenmechanische Prozesse bei so kleinen Bauteilen an Bedeutung. Es liegt daher auf der Hand, zu versuchen, sich die Besonderheiten der Quantenmechanik für die Informationsverarbeitung zu Nutze zu machen. Diese Möglichkeit wird im Forschungsfeld der Quanteninformationsverarbeitung untersucht. Es ist zu erwarten, dass bestimmte Probleme mit einem Quantencomputer wesentlich schneller gelöst werden können, als mit dem bewährten klassischen Computer. Dabei ist ein Ansatz besonders vielversprechend, in dem magnetische Momente (Spins) einzelner Elektronen zum Rechnen verwendet werden (als Bits). Die größte Herausforderung ist dabei die kohärente Kontrolle der Wechselwirkung zwischen den einzelnen Elektronenspins. Eric A. Hoffmann wird sich in seiner Forschung an der LMU genau dieser Herausforderung stellen. Aufbauend auf der am Lehrstuhl von Professor Kotthaus vorhandenen Expertise wird er Nanostrukturen herstellen, die zur kohärenten Kontrolle wechselwirkender Elektronenspins geeignet sind, und die quantenmechanische Dynamik solcher Systeme im Detail untersuchen. Ziel der Forschung ist es, den Quantencomputer seiner Anwendung näher zu bringen.

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