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LMU und Fachverlag Elsevier zeichnen Nachwuchs-Biowissenschaftler aus

München, 25.11.2010

Ein besseres Verständnis der Alzheimer Erkrankung durch den innovativen Einsatz bildgebender Verfahren, neue Mechanismen, die das Überleben von Neuronen im Gehirn regulieren, detailreiche Einblicke in die Verschaltung der Neurone des visuellen Kortex und eine neue Methode zum Nachweis modifizierter Proteine – mit diesen Themen konnten vier Nachwuchswissenschaftler von Münchner Universitäten und Forschungseinrichtungen überzeugen. Sie wurden mit den vom Munich Center for Neurosciences (MCN), vom GraduateCenter-LMU und dem Wissenschaftsverlag Elsevier ausgelobten Preisen für ihre hervorragenden Publikationen in den Lebens- bzw. Neurowissenschaften ausgezeichnet. Die Jurymitglieder bezeichneten die Arbeiten der Doktoranden und Postdoktoranden als „herausragende wissenschaftliche Leistungen“.

Das MCN und das GraduateCenter-LMU wollen mit den Preisen die Arbeit von jungen Forscherinnen und Forschern an der LMU und in der Münchner Region würdigen. Elsevier vergibt ähnliche Auszeichnungen für wissenschaftlichen Nachwuchs bereits seit vier Jahren weltweit, in diesem Jahr nun erstmals auch in Kooperation mit der LMU an einem deutschen Forschungsstandort.

Die Preisträger
Dr. Jovica Ninkovic
(*1976), Institut für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München, wurde mit dem „LMU/Scopus Neuroscience Award“ ausgezeichnet. In den letzten zwei Jahren gelang Ninkovic eine bahnbrechende Entdeckung: Er entschlüsselte einen neuartigen Regulationsmechanismus, der das Überleben von Neuronen in ausgereiften, gesunden Gehirnen reguliert und der Zelltyp-spezifisch funktioniert. Seine Studie „The transcription factor Pax6 regulates survival of dopaminergic olfactory bulb neurons via crystallin αA“ überzeugte die Juroren nicht nur durch den wissenschaftlichen Inhalt, sondern auch durch die klare Argumentation. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen von MCN und Elsevier finanziert.

Mit dem „Scopus Young Neuroscientist Award“ wurde Hongbo Jia (*1983) von der Fakultät für Medizin an der TU München ausgezeichnet. Hongbo Jia, der für seine Studien im intakten Gehirn die 2-Photonen Mikroskopie mit elektrophysiologischen Ableitungen kombinierte, konnte erstmals die Organisation sensorischer Eingänge auf einzelne Zellen der Sehrinde im Detail verfolgen. Seine Arbeit „Dendritic organization of sensory input to cortical neurons in vivo“ ermöglicht damit neue Einsichten in die Arbeitsweise von Neuronen des Kortex. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und wird vom Elsevier-Verlag ausgelobt.

Dr. Tobias Bittner (*1978) von der Medizinischen Fakultät der LMU wurde für seinen Artikel „Microglial CX3CR1 knockout prevents neuron loss in an Alzheimer´s disease mouse model“ der „Brain Navigator Award“ verliehen. Mit seiner Arbeit leistete Tobias Bittner einen signifikanten Beitrag zum Verständnis der Alzheimer Erkrankung, indem er die 2-Photonen Mikroskopie mit sogenannten Knockout-Techniken kombinierte, bei der bestimmte Gene ausgeschaltet werden. Zusammen mit seinen Kollegen konnte der Preisträger im transgenen Tiermodell zeigen, dass die Kommunikation von Neuronen und Mikrogliazellen für den Nervenzellverlust während des Fortschritts der Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Der Preis in der Höhe von 1.500 Euro ist ausgelobt von Elsevier.

Der Preis „LMU Young Life Scientist Award“ ging an Dorota Zielinska (*1983) vom MPI für Biochemie. Der wissenschaftliche Durchbruch gelang der Preisträgerin mit der Entwicklung einer neuen Methode zur Identifizierung der Bindung bestimmter Zuckermoleküle an Proteine – der sogenannten N-Glykosylierung – mit Hilfe hochauflösender Massenspektrometrie. Dorota Zielinska und ihre Kollegen nutzten diese anspruchsvolle Methode, um sowohl bisher ungeklärte als auch neue Fragestellungen der Glykosylierung in ihrem Artikel „Precision mapping of an in vivo N-Glycoproteome reveals rigid topological and sequence constraints“ zu beantworten. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird vom GraduateCenter der LMU vergeben.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse