Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU-Ethnologen dokumentieren vom Aussterben bedrohte Sprache

München, 16.07.2009

Von den weltweit rund 6.500 Sprachen sind etwa zwei Drittel vom Aussterben bedroht. Die VolkswagenStiftung hat nun 14 Vorhaben zur Dokumentation bedrohter Sprachen bewilligt, darunter auch ein Projekt von LMU-Ethnologen. Professor Frank Heidemann vom Institut für Ethnologie wird gemeinsam mit seiner Pariser Kollegin Christiane Pilot-Raichoor die Sprache der Kurumba in Indien dokumentieren. Die Forscher erhalten 270.000 Euro zur Umsetzung ihres Vorhabens „The Kurumba Languages of the Nilgiris in South India“.

Das Kurumba ist im Nilgiris-Gebirge im Süden Indiens verbreitet. Die Region liegt auf einem Hochplateau in bis zu 2.600 Metern Höhe und ist von dichtem tropischem Wald begrenzt. Die abgelegene Lage und die schwierigen klimatischen Bedingungen haben dieses Gebiet in eine Art natürliche biologische Insel verwandelt, die über Jahrhunderte hinweg ihre Abgeschiedenheit bewahren konnte. Gesprochen wird das Kurumba noch von schätzungsweise 4.900 Personen. Innerhalb Indiens erstreckt sich das Gebiet auf drei Bundesstaaten mit drei verschiedenen Sprachen und drei verschiedenen Schulsystemen, was zu einer für das Kurumba prekären Situation führt.

Die Bevölkerungsgruppe der Kurumba lässt sich in sieben Untergruppen unterscheiden, die unterschiedliche Sprachvarianten sprechen. Die Forscher gehen aber davon aus, dass es sich dennoch um eine einzige Sprache handelt. Im Rahmen des Projektes sollen vier dieser „Dialekte“ aus linguistischen, kulturellen und praktischen Gründen dokumentiert werden. Im Zentrum der Dokumentation stehen traditionelle Aktivitäten und Gegenstände der materiellen Kultur sowie das Alltagsleben. Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Rituale der Gruppen, insbesondere Toten- und Heilungsrituale sowie die zugehörigen rituellen Texte.

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