Ludwig-Maximilians-Universität München
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Spanien im Kreuzpunkt dreier Kulturen

München, 02.02.2010

Ein international besetzter Workshop befasst sich am 8. Februar 2010 mit der Frage nach der Bedeutung des Paradigmas der „Drei Kulturen“ in Spanien vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Vorstellung vom nachhaltigen Einfluss der Zeit bis 1492, in der die drei Mittelmeerreligionen Christentum, Islam und Judentum in einem spannungsvollen Wechselverhältnis die Geschicke des Landes bestimmt hatten, wurde im Zuge der konfliktreichen Umbrüche in der Moderne zu einem bis heute äußerst einflussreichen Deutungsmuster. Gefragt wird dabei nach der Verortung Spaniens zwischen Orient und Okzident, der nationalen Identität sowie der politischen Kultur und gesellschaftlichen Verfasstheit des Landes. Der Workshop findet statt in der Französischen Bibliothek des Instituts für Romanische Philologie der LMU, Ludwigstraße 25. Er wird organisiert im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „Christen, Mauren, Juden – Erinnerungskultur und Identitätspolitik in der iberischen Moderne“, an dem die Lehrstühle für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Professor Martin Baumeister), für Jüdische Geschichte und Kultur (Professor Michael Brenner) und für Romanische Philologie (Professor Bernhard Teuber) beteiligt sind.

Im Anschluss an den Workshop hält Jacobo Israel Garzón, Präsident der Federación de las Comunidades Judías de España (FCJE) ab 20:00 Uhr einen Vortrag zum Thema „El retorno de Sefarad – Jüdisches Leben in Spanien heute“. Danach diskutiert Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern mit Jacobo Israel Garzón. Im Zentrum steht dabei die Debatte über die spanische Identität und ihre jüdischen Wurzeln, die mit dem Vertreibungsedikt von 1492 künstlich gekappt wurden. Über 500 Jahre später sucht die jüdische Gemeinde nach ihrem Platz in der spanischen Gesellschaft und nach einer gemeinsamen Sprache der Erinnerung an das mittelalterliche Sefarad.

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