Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Genetisch gedoppelt hält nicht besser

Warum geklonte Tierembryonen oft abgestoßen werden

München, 14.04.2009

Das Klonen, also die Erzeugung erbgleicher Tiere, lässt Nutztiere gezielt genetisch verändern und erlaubt dem Züchter die Erhaltung besonders erfolgreicher genetischer Konstellationen. Doch selbst beim Rind, der Tierart mit den bisher besten Ergebnissen, ist das Klonen noch sehr ineffizient: Nur zehn von 100 Embryonen, die auf Empfängertiere – die „Leihmütter“ – übertragen werden, wachsen zu lebenden Kälbern heran. „Bei geklonten Rinderembryonen kommt es häufig zu strukturellen und funktionalen Veränderungen der Plazenta, was zu einem Abbruch der Trächtigkeit führen kann“, berichtet Professor Eckhard Wolf vom Genzentrum der LMU. Ein Team um den Tiermediziner untersuchte nun, ob dies auf eine Störung der molekularen Kommunikation zwischen dem Embryo und dem Endometrium, also der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut, zurückzuführen ist. Dazu bestimmten die Wissenschaftler die Genaktivität von Zellen des Endometriums nach einer Übertragung von Embryonen, die geklont oder durch in vitro-Befruchtung erzeugt worden waren. Es zeigte sich, dass in der Tat Unterschiede in der Genaktivität - gemessen anhand der Konzentration der sogenannten Messenger-RNAs – zwischen diesen beiden Untersuchungsgruppen bestehen. Daher sind wahrscheinlich die häufig auftretenden Veränderungen der Plazenta bei geklonten Embryonen auf eine gestörte molekulare Kommunikation bereits vor der Einnistung des Embryos zurückzuführen. Die Bestimmung der Genaktivität könnte damit schon früh auf eine mögliche Störung hinweisen und neue Ansatzpunkte bieten, um die Klontechniken zu optimieren. (PNAS, 7. April 2009)

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse