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Neue europäische Unternehmensform lohnt sich

München, 03.06.2009

Seit 2004 haben Unternehmen EU-weit die Möglichkeit, neben den national vorgegebenen Rechtsformen auch eine supranationale zu wählen: die Societas Europaea (SE). Namhafte Unternehmen wie Allianz, BASF, Porsche oder Fresenius haben sich seitdem für eine Umwandlung etwa von der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht in eine SE entschieden. Am Lehrstuhl des LMU-Juristen Professor Horst Eidenmüller wurde nun erstmals eine sogenannte Ereignisstudie mit dem Titel „The Societas Europaea: Good News for European Firms“ zu diesem Thema durchgeführt. Eine Ereignisstudie untersucht, wie die Marktbewertung eines Unternehmens auf eine Nachricht (wie etwa die Umwandlung eines Unternehmens in eine SE) reagiert.

Die Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches und Internationales Unternehmensrecht kamen zu dem Ergebnis, dass der Kapitalmarkt die Umwandlung in eine SE positiv bewertet. Nachdem ein Unternehmen mitgeteilt hat, eine nationale Gesellschaft in eine Societas Europaea umzuwandeln, stieg die Marktbewertung im Durchschnitt um bis zu drei Prozent. Der Wechsel in die neue Rechtsform ist aus Sicht des Kapitalmarktes demnach eine „gute Nachricht“. Der Untersuchung zufolge stiegen die beobachteten Wertzuwächse zwischen 2003 und 2008 kontinuierlich an. Die Wissenschaftler erklären dies mit der zunehmenden Rechtssicherheit im Umgang mit der neue Rechtsform und der wachsenden Reputation der SE. Das zeigt sich auch in den Gründungszahlen: Wurden im Jahr 2005 insgesamt 22 SE gegründet, so waren es ein Jahr später bereits 41. Im Jahr 2007 waren es 86 und im letzten Jahr 179. Von den börsennotierten Gesellschaften haben sich bislang 30 Unternehmen für die neue Rechtsform entschieden, fast zwei Drittel (18) kommen aus Deutschland.

Eine ausführliche Darstellung der Untersuchung ist unter http://ssrn.com/abstract=1409555 abrufbar. Sie schließt sich an eine Studie vom Dezember 2008 an, bei der erstmals die Verbreitung der Rechtsform sowie die Motive, die zur Wahl dieser Rechtsform führen, untersucht wurden.

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