Ludwig-Maximilians-Universität München
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Jugendliche im Schlaf für Forschung begeistern

München, 02.03.2009

Das Zentrum für Chronobiologie an der LMU, Leitung Prof. Till Roenneberg, war beim Wettbewerb „Alltagstauglich?“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erfolgreich. 10.000 Euro erhält die Ärztin Ildiko Meny, um ihr Projekt „Das mobile Schlaflabor“ in die Realität umzusetzen.

Bei dem Projekt geht es darum, Jugendliche quasi im Schlaf für die Forschung zu begeistern. Chronobiologen untersuchen die „innere Uhr“ des Menschen und sein Schlafverhalten. Mit dem Projekt soll bei Jugendlichen ab 16 Jahren Interesse für die Themen innere Uhr, Schlaf, Stress, Suchtverhalten, Motivation und der damit zusammenhängende Schulerfolg geweckt werden.

Mit dem Geld aus dem Wettbewerb wird ein ausgemusterter Rettungswagen zum mobilen Schlaflabor umgerüstet, mit vier Liegen und den notwendigen Messinstrumenten. Schüler können dann eine oder mehrere Nächte im mobilen Schlaflabor auf dem Schulhof verbringen. „Da das Schlafverhalten besonders in der Oberstufe ein in der Gesundheitsprävention unterbewertetes aber aus naturwissenschaftlicher Sicht essentielles Thema ist, könnten hier außer dem individuellen Schlafverhalten verschiedene kognitive Experimente zu Lern- und Gedächtnisprozessen untersucht werden“, so Ildiko Meny.

Die Schüler erhalten im Vorfeld eine Einführung in die Neurobiologie und Tipps zur Schlafhygiene. Unter www.thewep.org kann ein spezieller Fragebogen für Schüler ausgefüllt werden.

Bei der Umsetzung des mobilen Schlaflabors wird an positive Erfahrungen mit  Schulprojekten angeknüpft. So wurden schon mehrere Aktionen an verschiedenen Schulen in München sowie im Rahmen des bayerischen Gesundheitstages für die Klassen 8 bis 13 durchgeführt. Insgesamt stellen die Forscherinnen und Forscher des Zentrums für Chronobiologie ein starkes Interesse an Themen der Chronobiologie bei den Schülern fest: „Die Anfragen zur Betreuung von Facharbeiten durch das Zentrum für Chronobiologie nimmt bundesweit stark zu“, hebt Ildiko Meny hervor. Mit dem Einsetzen der Pubertät verändert sich das Schlafverhalten in der Regel radikal und wird oft irrtümlich als mangelnde Disziplin abgetan.

Eingebettet ist das Projekt in das Forschungsnetzwerk „Clockwork“, das seit 2005 im Verbund mit der Humboldt Universität Berlin, der Eberhard Karls  Universität Tübingen, der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel und der Entwicklungsgruppe Klinische Neuropsychologie am Klinikum Bogenhausen München kognitive Tests unter Schlaflaborbedingungen durchführt. „Clockwork“ wird von der Gottlieb-Daimler und Karl Benz Stiftung gefördert und an der LMU durch Professor Till Roenneberg koordiniert und von Ildiko Meny gemanagt.

Der BMBF-Wettbewerb „Alltagstauglich?“ wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009 durchgeführt. Das „Wissenschaftsjahr 2009 - Forschungsexpedition Deutschland“ ist der Beitrag des BMBF zu den Jubiläen 60 Jahre Gründung der Bundesrepublik und 20 Jahre Mauerfall. Träger des Wissenschaftsjahres 2009 sind die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD), die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Robert Bosch Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Weitere Informationen: www.forschungsexpedition.de

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