Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Neuberufen

München, 23.07.2009

Prof. Dr. Burcu Dogramaci
Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
Politische Ikonographie, künstlerisches Exil und Migration, aber auch Mode- und Mediengeschichte zählen zu den Forschungsschwerpunkten von Professor Burcu Dogramaci. Sie hat zum 1. April dieses Jahres die Professur für Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart am Institut für Kunstgeschichte am Department Kunstwissenschaften der LMU angetreten. Was sie bewogen hat, den Ruf anzunehmen? „Die LMU ist eine der besten Universitäten in Deutschland“, erklärt Professor Dogramaci, „das Münchener Institut für Kunstgeschichte traditionsreich und München mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte und einer Vielzahl an Ausstellungsinstitutionen für mein Fach sehr attraktiv.“ Zudem stelle sich das Institut gerade neu auf, mit den Professuren für Islamische und Jüdische Kunstgeschichte und Filmgeschichte seien neue Schwerpunkte gesetzt worden. „So erhoffe ich mir ein inspirierendes, aufgeschlossenes Umfeld für meine Forschungen, in denen ich mich mit zukunftsträchtigen Fragen wie der künstlerischen Migration, der Globalisierung und dem Kulturtransfer beschäftige.“
Burcu Dogramaci, geboren 1971, studierte in Hamburg Kunstgeschichte und Germanistik und wurde im Jahr 2000 mit einer Arbeit zur Mode- und Pressegraphik der Weimarer Republik promoviert. 2005 erhielt sie das Stipendium des Aby-M.-Warburg-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg. Zur Erstellung ihrer Habilitationsschrift „Kulturtransfer und nationale Identität. Deutschsprachige Architekten, Stadtplaner und Bildhauer in der Türkei nach 1927“ in den Jahren 2003 bis 2006 erhielt Burcu Dogramaci ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Für diese Schrift wurde sie mit dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis 2008 der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung ausgezeichnet. An der Universität Hamburg, der Technischen Universität Hamburg-Harburg und der Jacobs University Bremen übernahm sie in den vergangenen Jahren Lehraufträge zum weiteren Themenfeld ihrer Dissertation und Habilitation sowie zur Gegenwartskunst. Zudem war sie für verschiedene Medien als freie Kunstkritikerin tätig. Zu ihren weiteren Forschungsschwerpunkten zählen Kulturtransfer, Architektur und Fotografie der Weimarer Republik sowie Künstlerinnen der Moderne und in der Emigration. „Schon jetzt habe ich den Eindruck, dass unter den Münchener Studierenden der Kunstgeschichte großes Interesse für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart besteht. Ich freue mich also auf viele engagierte Studentinnen und Studenten, gemeinsame Museumsbesuche und Exkursionen.“ Auch privat böten München und sein Umland ein hohes Maß an Lebensqualität. „Das ist gerade angesichts meiner familiären Situation mit drei Kindern sehr  wichtig“, erklärte die Professorin.

Prof. Dr. Heiko Hermeking
Medizinische Fakultät
Heiko Hermeking, der seit März 2009 eine Professur für Experimentelle und Molekulare Pathologie an der LMU innehat, beschäftigt sich unter anderem mit Tumoren des Gastrointestinaltraktes. 1966 geboren, studierte er Biologie an der LMU und promovierte hier in diesem Fach mit einer Schrift zum Thema „Funktionelle Interaktionen zwischen dem Proto-Onkogen c-MYC, dem großen T Antigen des DNA Tumorvirus SV40 und dem Tumorsuppressorgen p53 bei der Induktion von Apoptose und Zellzyklus-Progression“. Anschließend war er als Postdoktorand an der Johns Hopkins University Medical School in Baltimore, USA, tätig. Er leitete eine selbstständige Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie und habilitierte sich an der LMU im Fach Zellbiologie zum Thema „Identifizierung von Effektoren des p53 Tumorsuppressorgens und des c-MYC Onkogens, sowie Untersuchungen zu epigenetischen Veränderungen und zellulärer Seneszenz in Tumoren“. Danach wirkte er als Professor und Bereichsleiter Molekulare Tumorpathologie an der Pathologie der Ruhr-Universität Bochum.
„Die Stelle in München gibt mir die Möglichkeit, in experimentellen Systemen gefundene Abläufe an menschlichem Tumormaterial zu bestätigen und mich mit den hervorragenden lokalen Instituten, Arbeitsgruppen und Forschungsverbünden zu vernetzen“, so Professor Hermeking. Ein weiterer Grund für seine Entscheidung für die LMU sei der Schwerpunkt des Instituts: Tumoren des Gastrointestinaltraktes, insbesondere das Dickdarmkarzinom, bei dem p53 und MYC eine wichtige Rolle spielen.
Zu seinen Forschungsvorhaben zählen die Untersuchung von Mechanismen der Tumorentstehung mittels Methoden der Molekular- und Zellbiologie, die Funktionen der vom c-MYC Onkogen und p53 Tumorsuppressorgen kodierten Transkriptionsfaktoren, die Funktionsanalyse von p53-regulierten microRNAs/RNAs und c-MYC-Zielgenen mit Hilfe sogenannter „Knock-Out Mäuse“ sowie die diagnostische Relevanz von genetischen und epigenetischen Veränderungen in diesen Signaltransduktionsnetzwerken in humanen Tumoren.

Prof. Dr. Mario Martini
Juristische Fakultät
Schon seit 2008 vertrat Prof. Dr. Mario Martini eine Professur für Staats- und Verwaltungsrecht an der LMU – seit April 2009 ist er nun ordentlicher Professor für Staats- und Verwaltungsrecht in München. Martini, Jahrgang 1969, studierte Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er 1995 sein Erstes Juristisches Staatsexamen ablegte und anschließend bis 1998 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre tätig war. Dort leitete und betreute er u.a. zwei Jahre lang das eigenständig akquirierte Projekt „Visuelles Verwaltungsrecht“ im Rahmen des Programms zur Förderung von Studium und Lehre. 1999 wurde ihm die Doktorwürde für eine Arbeit zum Thema „Integrierte Regelungsansätze im Recht der immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Anlagen“ verliehen. Nach dem Rechtsreferendariat beim Oberlandesgericht Bezirk Koblenz legte er im Jahr 2000 das Juristische Staatsexamen in Mainz ab.
Seitdem wirkte Martini als Wissenschaftlicher Assistent an der Bucerius Law School, Hamburg. 2006 folgte die Habilitation mit einer Schrift zu „Der Markt als Instrument hoheitlicher Verteilungslenkung“, und Martini erhielt die venia legendi für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht, Verwaltungswissenschaft sowie Europarecht. Martini ist damit der erste Habilitierte der Bucerius Law School. Von Herbst 2007 an übernahm Martini ein Jahr lang eine Lehrstuhlvertretung für Verwaltungswissenschaft, insbesondere Regieren und Verwalten im Europäischen Kontext, an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. „Ich bin sehr froh, an einer wunderbaren Fakultät mit einem herausragenden wissenschaftlichen Renommee zu sein, die mir gute Forschungsmöglichkeiten eröffnet“, so Martini nach seiner Berufung an die LMU.
Seine Forschungsschwerpunkte an der LMU werden sein: Staatsrecht, Allgemeines und Besonderes Verwaltungsrecht, Europarecht und Verwaltungswissenschaft sowie Öffentliches Wirtschafts-, insbesondere Regulierungsrecht, Sozialrecht, Ökonomische Analyse im Öffentlichen Recht.

Prof. Dr. Bernhard Zangl
Sozialwissenschaftliche Fakultät

Das Regieren ist heute nicht mehr allein Aufgabe der Regierung – nicht-staatliche Institutionen, darunter zivilgesellschaftliche, privatwirtschaftliche und internationale, sind daran beteiligt. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich Professor Bernhard Zangl, der seit dem 1. April den Lehrstuhl „Global Governance and Public Policy“ am Geschwister Scholl Institut für Politikwissenschaft (GSI) innehat. Der Lehrstuhl ist zudem dem Munich Center on Governance, Communication, Public Policy and Law (MCG) zugeordnet. Das Center ermöglicht und organisiert die interdisziplinäre Kooperation zwischen verschiedenen sozialwissenschaftlichen Fächern in Forschung und Lehre. Zangls Arbeitsgruppe geht grundlegenden Transformationsprozessen modernen Regierens nach. Geboren 1967, studierte Zangl in der Zeit von 1988 bis 1994 an den Universitäten Tübingen und Pisa. Er promovierte von 1994 bis 1998 an der Universität Bremen, war dort zunächst Wissenschaftlicher Mitarbeiter und anschließend Wissenschaftlicher Assistent. Er arbeitete als John F. Kennedy Fellow am Center for European Studies (CES) an der Harvard University und als Jean Monnet Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Von 2005 bis 2009 wirkte er als Professor für „Internationale Beziehungen: Politik in der Weltgesellschaft“ an der Universität Bremen; im Jahr 2008 war er Visiting Fellow sowohl am Wissenschaftszentrum Berlin als auch in einem Sonderforschungsbereich der Freien Universität Berlin. Seine Arbeitsgruppe „Global Governance and Public Policy“ an der LMU geht unter anderem der Frage nach, welche Aufgaben beim Regieren heute von nicht-staatlichen Institutionen übernommen werden und welche beim Staat verbleiben. „Von besonderem Interesse ist dabei“, erklärt Professor Zangl, „welche Arbeitsteilung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Instanzen ein effektives und zugleich legitimes Regieren erlaubt beziehungsweise unter welchen Bedingungen welche Arbeitsteilung vorteilhaft ist.“ Diese Arbeitsteilung soll systematisch beschrieben, erklärt und bewertet werden. „Die Forschungsperspektiven am neu begründeten Munich Center on Governance reizen mich sehr“, so Professor Zangl. Auch privat freut er sich auf München: „Als Bayer, der jahrelang in Bremen gelebt hat, freue ich mich auf Wochenenden in den Alpen. Das  Wandern und Skifahren ist mir im Norden nämlich wirklich abgegangen.“

 

Prof. Dr. Volker Schmid
Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik

Neue statistische Modelle zur Modellierung dynamischer medizinischer Bilder zählen zu den Schwerpunkten von Volker Schmid. Der ehemalige Research Fellow des Imperial College London ist dem Ruf auf die neu geschaffene Professur für Bioimaging am Institut für Statistik der LMU gefolgt. Diese wurde im Rahmen des LMUinnovativ-Projekts „BIOMED-S – Analysis and Modelling of Complex Systems“ geschaffen. Volker Schmid, geboren 1973, studierte Statistik an der LMU und promovierte 2004 über das Thema „Bayesianische Raum-Zeit-Modellierung in der Epidemiologie“. Im Jahre 2005 nahm er ein Stipendium des Clinical Imaging Centre der GlaxoSmithKline plc an und wechselte zum interdisziplinären Institute for Biomedical Engineering am Imperial College London. Dort entwickelte er neue statistische Modelle zur Modellierung dynamischer medizinischer Bilder. Insbesondere beschäftigte er sich mit dynamischer kontrastverstärkter Magnetresonanztomographie (MRT), welche in der onkologischen Diagnose und Therapieevaluierung eine wichtige Rolle spielen. Anfang 2007 wurde er Mitarbeiter des vom „Engineering and Physical Sciences Research Council” (EPSRC) finanzierten Projekts „Cardiovascular magnetic resonance: from morphology to function“ und beschäftigte sich mit der Modellierung des Blutflusses im Herzen auf Grundlage von Aufnahmen mit Perfusions-MRT. Der Forschungsschwerpunkt der neu gegründeten Arbeitsgruppe Bioimaging wird die Entwicklung und Anwendung statistischer Verfahren und Modelle auf Daten bildgebender Verfahren in den Lebenswissenschaften sein. „Ein Hauptaugenmerk“, so Schmid, wird dabei auf der Anwendung der Prinzipien der räumlichen Statistik liegen, sei es über die Definition lokaler Abhängigkeiten für diskrete räumliche Daten oder über die Verwendung von Punktprozessen. Insbesondere wird dabei die Bayes’sche Methodik Anwendung finden. Um die zum Teil sehr großen Datenmengen in der Bildgebung bearbeiten zu können, wird der Entwicklung effektiver Algorithmen zur Analyse der Modelle eine wichtige Rolle zukommen.

Prof. Dr. Bettina Valeska Lotsch
Department Chemie und Biochemie

Bettina Lotsch ist in kleinen Dimensionen unterwegs. Die 1977 geborene Chemikerin hat seit Februar 2009 eine Professur für „Synthetische Chemie – Funktionale Nanostrukturen“ am Department Chemie und Biochemie der LMU inne. Bettina Lotsch studierte an der LMU und der University of Oxford. 2006 wurde sie mit der Arbeit „From Molecular Building Blocks to Condensed Carbon Nitride Networks: Structure and Reactivity”aus dem Gebiet der anorganischen Festkörperchemie an der LMU, gefördert durch Promotionsstipendien des Fonds der Chemischen Industrie sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes, promoviert. Im Anschluss wandte sich Bettina Lotsch im Rahmen eines Postdoc-Aufenthaltes an der University of Toronto, Kanada, der Forschung an nanoskaligen und mesoporösen Systemen zu, gefördert durch ein Feodor-Lynen-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Entscheidung, an die LMU zurückzukehren, war „insbesondere durch die exzellente Forschungsinfrastruktur – unter anderem die direkte Einbindung in den Exzellenzcluster NIM sowie die hervorragende Austattung des Departments Chemie und Biochemie motiviert“. Entscheidungsfördernd war ferner die Gelegenheit, „bereits in jungen Jahren einen großen Schritt in Richtung akademische Unabhängigkeit sowie langfristige Stellensicherheit zu machen“. Ihre zukünftige Forschung sieht Bettina Lotsch in den Grenzgebieten zwischen Material-, Festkörper- und Nanochemie, in deren Spannungsfeld es Synergien sowohl in synthetischer als auch analytischer und anwendungstechnischer Hinsicht zu wecken gelte. Zu ihren gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten zählen die Entwicklung einer Kolloidal- beziehungsweise „Nanochemie“ für hochporöse metallorganische und kovalente organische Netzwerkverbindungen, sowie die Synthese neuartiger multifunktionaler poröser Netzwerke, die als Gasspeicher und katalytisch aktive Materialien Verwendung finden könnten. Zudem werde die Erschließung synthetischer Zugänge zu zweidimensionalen Systemen im Vordergrund stehen, die aufgrund ihrer dimensionalen Beschränkung interessante chemische, elektronische und mechanische Eigenschaften erwarten ließen und für Anwendungen in der Energiespeicherung und -konversion interessant seien.

Honorarprofessur
Prof. Dr. Annette Kur
Juristische Fakultät

Mit der Vorlesung „Deutsches und europäisches Kennzeichenrecht“ war Dr. Annette Kur bereits an der LMU präsent – seit Mai dieses Jahres wirkt sie nun als Honorarprofessorin für Recht  des Geistigen Eigentums und Wettbewerbsrecht an der Juristischen Fakultät der Universität. Annette Kur, Jahrgang 1950, legte in den 70er-Jahren ihr erstes und zweites Staatsexamen ab. 1979 wurde sie als Stipendiatin der Max-Planck-Gesellschaft mit einer Arbeit zum Thema „Beweisführung und Beweislast in Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs“ promoviert. Seit März 1980 ist sie wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, wo sie seit vielen Jahren in verschiedenen europäischen und internationalen Gremien mitwirkt. Im Herbst 2002 erfolgte die Bestellung zum „adjungerad professor“ an der Universität Stockholm, die im Herbst 2008 auslief. Im Herbst 2006 lehrte Dr. Kur als Visiting Professor an der New York University, wo sie im Herbst 2006 und Frühjahr 2009 auch jeweils eine Gastprofessur innehatte. Auch an der Juristischen Fakultät der LMU leitete sie seit dem Wintersemester 1994/95 regelmäßig Lehrveranstaltungen, darunter die oben genannte Vorlesung sowie Seminare zu wettbewerbsrechtlichen Themen. Ihre Forschungsinteressen gelten vornehmlich dem Recht des unlauteren Wettbewerbs, dem Recht des geistigen Eigentums, insbesondere dem Marken- und Patentrecht, dem Prozessrecht und dem Verbraucherschutzrecht, sowie dem Urheber- und dem Geschmacksmusterrecht. Mit letzterem werden Gestaltungsmuster und Modelle gewerblicher Produkte geschützt.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse