Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Neuberufen

München, 28.04.2009

Prof. Dr. Thomas Preibisch
Fakultät für Physik
Der Entstehung und Entwicklung junger Sterne hat sich Thomas Preibisch verschrieben, der seit Oktober vergangenen Jahres als Professor für Beobachtende Astronomie an der Universitätssternwarte der LMU wirkt. Professor Preibisch: „Die wichtigsten Entscheidungsgründe für mich waren das hochkarätige Kollegium an der Universitäts-Sternwarte, das im Fach Astronomie exzellente Forschungsumfeld in München und Garching sowie die positive Entwicklungstendenz an der Universitäts-Sternwarte, die sich zum Beispiel an der wachsenden Zahl von Professoren und an den Investitionen für das neue Teleskop am Wendelstein zeigt.“
Preibisch, geboren 1965, studierte Physik an den Universitäten Regensburg und Würzburg. Von 1992 bis 1995 promovierte er am Astronomischen Institut der Universität Würzburg über Röntgenbeobachtungen junger Sterne. Von 1995 bis 1998 arbeitete er als Postdoktorand am Astronomischen Institut der Universität Würzburg im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Physik der Sternentstehung; Untersuchungen globaler Eigenschaften von Sternentstehungsregionen“. Von 1999 bis 2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn in der Infrarot-Interferometrie-Gruppe. Hier analysierte er räumlich hochaufgelöste Bilder junger Sterne mit Hilfe der Speckle-Interferometrie, seit 2003 auch mit Long-Baseline Interferometrie am „Very Large Telescope Interferometer“ der Europäischen Südsternwarte. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt Preibischs ist die detaillierte Untersuchung einzelner junger Sterne und ihrer zirkumstellaren Scheiben mit infrarot-interferometrischen Methoden. Dabei wird das Licht von mehreren Teleskopen mit einem Abstand von bis zu 200 Meter interferometrisch kombiniert, um eine wesentliche Steigerung der Winkelauflösung, also der Bildschärfe, zu erreichen. Diese Beobachtungen liefern völlig neuartige und detaillierte Einblicke in die Struktur, Dynamik und Chemie der inneren Scheibenbereiche – dort, wo erdähnliche Planeten entstehen könnten. Ein dazu komplementäres Arbeitsgebiet ist die Bestimmung globaler Eigenschaften von Sternentstehungsregionen. „Hier ist das Ziel“, erklärt Professor Preibisch, „wichtige Parameter wie zum Beispiel die Sternentstehungsgeschichte oder die Massenverteilung der Sterne zu rekonstruieren, sowie den Einfluss der Umgebung auf die Entstehung und Entwicklung junger Sterne zu bestimmen.“ So wird zum Beispiel untersucht, welchen Einfluss die extrem starke UV-Strahlung von  assereichen Sternen auf die Entwicklung der zirkumstellaren Scheiben anderer junger Sterne in ihrer Umgebung hat, und welche Implikationen sich daraus für die Möglichkeit der Planetenentstehung ergeben.

 

Prof. Dr. Carsten Reinemann
Sozialwissenschaftliche Fakultät

Einem Ruf auf die neu geschaffene Professur für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Kommunikation an der LMU ist Carsten Reinemann gefolgt. Professor Reinemann, geboren 1971, studierte Publizistik, Politik und Psychologie an der Universität Mainz und absolvierte Praktika bei SAT.1, der FAZ und der Friedrich-Ebert-Stiftung, deren Stipendiat er von 1994 bis 1996 war. Von 1997 bis 2003 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Jürgen Wilke am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er 2002 promoviert wurde. Von 2002 bis 2008 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik der Universität Mainz tätig und habilitierte sich im Jahr 2007.
„Ich habe mich für die LMU entschieden“, so Professor Reinemann, „weil sie im Bereich der Kommunikationswissenschaft eine hervorragende Infrastruktur für Forschung und Lehre bietet und das Institut zu den größten und forschungsstärksten in Deutschland gehört.“ Seine Forschungsschwerpunkte sind die Politische Kommunikation, Wahlkampfforschung, TV-Duelle, Journalismus, Medienwirkungen und Medienpolitik. Ziele des neuen Arbeitsbereichs Politische Kommunikation am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der LMU sind die Analyse politischer Kommunikationsprozesse und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen sowie ihre Bewertung im Spannungsfeld von normativen Anforderungen und empirischer Realität. Weitere Themen sind die Vermittlung von Forschungsergebnissen und Bewertungen in der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft, aber auch in Politik, Medien und Gesellschaft. Zu Professor Reinemanns wichtigsten Monographien zählen: „Schröder gegen Merkel. Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells 2005 im Ost-West-Vergleich (zusammen mit Marcus Maurer, Jürgen Maier und Michaela Maier)“ sowie „Medienmacher als Mediennutzer. Kommunikations- und Einflussstrukturen im politischen Journalismus der Gegenwart“. In München freut sich Reinemann nun „auf die durch die Professur gewonnene Eigenständigkeit und die Möglichkeit, einen neuen Lehrbereich aufzubauen“.

Prof. Dr. Christian Begemann
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften

Unter anderem mit der Literatur der Goethezeit, der Klassik und der Romantik wird sich Christian Begemann künftig an der LMU beschäftigen. Seit dem 1. Oktober 2008 hat er in München eine Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft inne. Begemann, geboren 1954, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Regensburg und an der LMU. 1986 wurde er an derLMU mit der Arbeit „Furcht und Angst im Prozess der Aufklärung. Studien zu Literatur und Bewusstseinsgeschichte des 18. Jahrhunderts“ promoviert. Von 1987 bis 1994 wirkte er als Akademischer Rat auf Zeit am Institut für Deutsche Philologie der Universität Würzburg, von 1994 bis 1999 als Oberassistent. Mit einem DFG-Stipendium habilitierte er sich 1994 mit der Arbeit „Die Welt der Zeichen. Stifter-Lektüren“. Christian Begemann war Vertretungsprofessor an den Universitäten Kiel, München, Karlsruhe und Bayreuth, zudem Gastprofessor an den Universitäten Wien und Innsbruck. Zum Wintersemester 2000/2001 wurde er auf den Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth (UBT) berufen. Hier baute er unter anderem drei neue Studiengänge auf, darunter den Master „Literatur und Medien“ sowie das Internationale Promotionsprogramm „Kulturbegegnungen – Cultural Encounters – Rencontres Culturelles“. Seit 2002 ist er Mitherausgeber des „Internationalen Archivs für Sozialgeschichte der deutschen Literatur“ (IASL). Im Jahr 2006 richtete er die Jean Paul-Arbeitsstelle an der UBT ein.
Professor Begemanns Forschungsschwerpunkte liegen auf der Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang befasst er sich unter anderem mit Körpergeschichte, Kulturanthropologie und Semiotik, Theorien der ästhetischen Produktivität von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, Konzepten des Realismus und Migrantenliteratur. Sein letztes Buch versammelte kulturwissenschaftliche Lektüren des Vampirismus in der Literatur. Zu seinen Plänen an der LMU sagt Professor Begemann: „Der Schwerpunkt des Lehrstuhls liegt auf der Literatur der Goethezeit, Klassik und Romantik. Die Lehre soll im Sinne einer interdisziplinären, tendenziell auch komparatistischen Ausrichtung realisiert werden, wobei die anderen Künste und die interdiskursive Vernetzung der Literatur im Sinne einer wissensgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Ausrichtung einbezogen werden.“ In der Forschung will Professor Begemann die Jean Paul-Arbeitsstelle und das Internationale Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur weiterführen und einen größeren Forschungsverbund zum Thema „Ästhetische Produktion“ aufbauen. Außerdem plant er zwei Monographien zum Thema „Kunst und Eros“ sowie „Unleserliche Gesichter. Physiognomik und Realismus“.

Prof. Dr. Paula-Irene Villa
Sozialwissenschaftliche Fakultät
Eine Professur für Soziologie mit besonderer Berücksichtigung der Gender Studies hat Paula-Irene Villa seit Dezember 2008 an der LMU inne. „Ich habe mich für die LMU entschieden“, erklärt Professor Villa, „weil sie eine hervorragende Universität ist, die zudem ihre sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächer offensichtlich wertschätzt. Das ist längst nicht überall so.“ Die gebürtige Chilenin argentinischer Herkunft, Jahrgang 1968, studierte Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sowie der Universidad de Buenos Aires, Argentinien. Mit der Arbeit „Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper“ promovierte sie sich 1998 als Stipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Geschlechterverhältnisse und Sozialer Wandel“. Von 1998 bis 2001 wirkte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin der Marie-Jahoda-Gastprofessur für Internationale Frauen- und Geschlechterforschung an der RUB. Von 2001 bis 2008 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Leibniz-Universität Hannover. 2007 habilitierte sie sich hier an der Philosophischen Fakultät mit einer (kumulativen) Schrift zur Kategorie „Geschlecht in der Soziologie“ und erhielt die Venia legendi für Soziologie. In den Jahren 2005, 2006 und 2007 war sie Gastdozentin beziehungsweise Gastprofessorin an den Universitäten Fribourg und Innsbruck.
Paula-Irene Villas Lehr- und Forschungsgebiete sind Gender Studies, Soziologische Theorien, Körper- und Kultursoziologie sowie Elternschaft. Zu ihren künftigen Schwerpunkten zählen, neben der (geschlechter-)soziologischen Theoriebildung, die Körpertechniken im Kontext ambivalenter Reflexivierungsprozesse, die Vergesellschaftung als somatischer Prozess, die Mutter- und Vaterschaft im Schnittfeld sozialer Ungleichheiten und Vergeschlechtlichungspraxen sowie die Geburt als sozialer Prozess. Institutionell befasst Professor Villa sich schwerpunktmäßig mit der Vernetzung, Lehre und Forschung der Gender Studies an der LMU mit Fokus auf MA- und Graduiertenphase, perspektivisch mit der Institutionalisierung Bayerischer und auch Transalpiner Kooperationen, also mit Österreich, der Schweiz und Norditalien.
In München freut sich Professor Villa auf ein „selbstbewusstes und dynamisches Institut“. Hier will sie „inhaltliche Vernetzungen innerhalb der LMU intensivieren und festigen sowie über die LMU hinaus kooperieren“. „Außerdem bin ich sehr froh, wenn wir mit der Familie endlich alle nach München ziehen können und ich nach über acht Jahren Fernpendeln meine Kinder öfter sehen kann.“

Prof. Dr. Jonas Schreyögg
Fakultät für Betriebswirtschaft
Auf die Professur „Health Services Management“ an der LMU wurde Jonas Schreyögg mit Beginn dieses Jahres berufen. Zeitgleich übernimmt er auch die Leitung der neuen Arbeitsgruppe „Health Services Management“ am Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz- Zentrum München, die von diesem Zentrum in Kooperation mit der LMU zur Verfügung gestellt wird. „Ich habe mich für die LMU und das Helmholtz Zentrum München entschieden“, erklärt Schreyögg, „weil ich hier sehr gute Forschungsbedingungen vor finde und das Umfeld sehr dynamisch ist. Es gibt an der LMU viele Wissenschaftler, die ähnliche Forschungsschwerpunkte haben und an hochkarätigen Projekten arbeiten. An der BWL-Fakultät der LMU erwarte ich auch aufgrund der guten Reputation der Fakultät gute Studierende, mit denen ich in Wissenschaft oder Praxis zusammenarbeiten kann. Auch als Stadt schätze ich München sehr für ihre kulturelle Vielfalt. Vor allem auch die Nähe zu den Bergen finde ich großartig.“
Schreyögg war vor seiner Berufung nach München von 2007 bis 2008 als Juniorprofessor an der TU Berlin tätig, wo er 2008 auch habilitiert wurde. In den Jahren 2006 bis 2007 war er Harkness Fellow an der Stanford University und von 2004 bis 2006 wissenschaftlicher Assistent am Fachgebiet für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin. Er wurde bereits durch zahlreiche Preise und Auszeichnungen geehrt unter anderem den Wolfgang-Ritter-Preis für wirtschaftswissenschaftliche Forschung, den GRPG-Wissenschaftspreis, das Harkness Fellowship des Commonwealth Fund in New York und den BMBF Preis für Dienstleistungsforschung. Professor Schreyögg verbrachte zahlreiche Forschungsaufenthalte in Norwegen, Singapur, Taiwan und den USA. Im Rahmen der Lehre hat der neue Lehrstuhl sich zum Ziel gesetzt, die Studierenden zu kompetenten Managern, Beratern oder Forschern in der Gesundheitsbranche auszubilden. Neben den klassischen Lehrveranstaltungen zum Krankenhausmanagement werden auch die Themen Disease Management und Outcomes Research sowie Performancemessung im Gesundheitswesen angeboten.
In der Forschung sieht er für die nächsten Jahre zunächst zwei Schwerpunkte: „Zum einen das Management von Leistungserbringern im Gesundheitswesen, das heißt vor allem die methodische Weiterentwicklung der Messung von wirtschaftlicher Leistung und Qualität, aber auch die Organisation von Krankenhäusern, medizinischen Versorgungszentren etc. Zweitens das gesamte Themengebiet der chronischen Erkrankungen, das heißt das Management der Versorgung chronisch Kranker und die ökonomische Evaluation von Therapien und Organisationsformen rund um dieses Thema.“

Prof. Dr. Reinhard Straubinger
Tierärztliche Fakultät

Der Lehrstuhl Bakteriologie und Mykologie an der Tierärztlichen Fakultät der LMU wird seit Oktober vergangenen Jahres von Professor Reinhard Straubinger geleitet. Mehrere Gründe Sprachen für die LMU: „Erstens ist die LMU meine ‚alma mater’. Nach 15 Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit im Inund Ausland kehre ich an meine erste universitäre Ausbildungsstätte zurück. Zweitens bieten mir das hochkarätige wissenschaftliche Umfeld in München und insbesondere das der LMU und der Tierärztlichen Fakultät die Möglichkeit, die Professur für Bakteriologie und Mykologie nach dessen langer Vakanz wieder zu beleben und auszubauen.“
Geboren 1964, studierte Professor Straubinger Physik bis zum Vordiplom sowie Veterinärmedizin an der LMU. Von 1992 bis 2000 verfasste er wissenschaftliche Arbeiten zu den Themen der kaninen Lyme-Borreliose, der Helicobacter-Infektion und deren immunologische Auswirkungen bei Hund und Katze am James A. Baker Institute for Animal Health der Cornell University, New York. 1993 schloss er das Studium der Veterinärmedizin an der LMU ab und erlangte 1993 die Approbation zum Tierarzt. Auf eine Praxisvertretung im Raum Niederbayern folgte seine Dissertation zum Thema der Pathogenese der kaninen Lyme-Borreliose an der LMU. 1997 erwarb er den Ph.D. an der Cornell University, USA. Es folgten Tätigkeiten als Laborleiter am James A. Baker Institute und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Immunologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
Seit 2001 ist Straubinger Fachtierarzt für Immunologie; von 2001 bis 2008 war er Leiter der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe „Molekulare Infektionsmedizin“ des Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrums (BBZ) der Universität Leipzig. 2003 habilitierte er sich im Fachgebiet der Immunologie und Infektionsmedizin und war bis 2008 Privatdozent an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Professor Straubingers Lehr- und Forschungsgebiet sind bakterielle und durch Pilze bedingte Infektionskrankheiten bei Tieren. In diesem Gebiet sind insbesondere die durch Zecken übertragenen Infektionen und Zoonosen von Interesse. Ferner werden die Erforschung der gegenseitigen Beeinflussung von gleichzeitig auftretenden Infekten und die Entwicklung bzw. Validierung neuer Methoden der Diagnostik im Mittelpunkt zukünftiger Aktivitäten stehen.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse