Ludwig-Maximilians-Universität München
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München, 29.10.2009

Prof. Dr. André Michael Toschke

Medizinische Fakultät
Vom Londoner King‘s College wechselte André Michael Toschke in diesem Juli an das Institut für Medizinische Informationsverarbeitung Biometrie und Epidemiologie der LMU. Zu seinen Schwerpunkten in der Forschung zählen die Epidemiologie chronischer Erkrankungen, Methoden in der Epidemiologie und Biometrie sowie die sogenannte „Lifecourse Epidemiology“. Bei Letzterer interessieren insbesondere Risiken mit einem deutlich verzögerten – durchaus auch über Dekaden – erhöhten Krankheitspotenzial. Diese Forschung ermöglicht unter Umständen die Identifizierung solcher Risiken, wie auch positiver Faktoren für ein gesundes und langes Leben, die in Präventionsprogrammen berücksichtigt werden können. In der Lehre an der LMU koordiniert er vor allem den Studiengang „MSc Epidemiology“, der international ausgerichtet in englischer Sprache stattfindet.
Toschke, 1972 geboren, studierte Medizin an der Universität Essen, wo er von 1996 bis 2000 auch seine Doktorarbeit verfasste. Weiterhin erwarb er von 1999 bis 2001 einen Master of Public Health (MPH) sowie von 2003 bis 2005 einen Master of Science (MSc) in Statistik an der LMU. Im Jahr 2006 habilitierte er sich im Fach Epidemiologie. Er war zwischen 2000 und 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie und am Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der LMU. Als Visiting Scholar wirkte er zwischenzeitlich an der schwedischen Enheten för Klinisk Epidemiologi des Karolinska Institutet in Stockholm. Von 2003 bis 2006 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin. Im Jahr 2006 wechselte André Michael Toschke an das Department of Public Health Sciences, Division of Health and Social Care Research des King’s College London. Hier wirkte er als Senior Lecturer im Bereich Health Services Research und war für die Gruppe Large Datasets zuständig. Er hat sowohl in Deutschland als auch in England die Zulassung als Arzt.
Zu seinem Wechsel an die LMU sagt der Wissenschaftler: „Die Rückkehr nach Kontinentaleuropa, speziell Deutschland, war immer ein Ziel. Und hier gehört die LMU in meinem Fachbereich zu den besten Adressen. Und nebenbei ist München sicherlich eine Großstadt, in der man gerne auch mit Familie und Kindern lebt.“ An London vermissen werde er – neben Freunden – den „regen Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen“, die britische Höflichkeit und das kosmopolitische Flair der Stadt.

Prof. Dr. André Brändli
Medizinische Fakultät
Mit den molekularen und zellulären Grundlagen der Organbildung in Wirbeltieren befasst sich André Brändli, der seit Juli 2009 Professor für Molekulare Pathophysiologie am Walter-Brendel-Zentrum für Experimentelle Medizin der LMU ist. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Untersuchungen zur Entwicklung und zellulären Differenzierung der Nieren und der Blutgefäße am Tiermodell des Krallenfroschs Xenopus laevis. Ferner entwickelt er Methoden, welche der Identifizierung neuer Angriffspunkte und der Isolierung neuartiger Wirksubstanzen für die Behandlung von Nieren- und Blutgefäßerkrankungen dienen. Forschungsarbeiten aus seinem Labor wurden mit dem renommierten Pfizer Forschungspreis für Herzkreislaufforschung (2008) und für Nephrologie(2009) ausgezeichnet.
André Brändli, geboren 1962, ist guyanischschweizerischer Herkunft. Er studierte von 1981 bis 1985 Biochemie, Zell- und Molekularbiologie an der Universität Basel. Seine Doktorarbeit führte er von 1986 bis 1989 am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg durch, wo er sich mit Untersuchungen zum polarisierten Proteintransport in Epithelzellen der Niere befasste. Anschließend verbrachte er vier Jahre als Stipendiat der European Molecular Biology Organization und des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) an der University of California in San Francisco und der Harvard Medical School in Boston. Hier begann er seine Arbeiten über die molekularen Mechanismen, die der frühen Embryonalentwicklung zugrunde liegen. 1994 kehrte er in die Schweiz zurück, um als START-Stipendiat des SNF am Institut für Zellbiologie der ETH Zürich eine eigene Forschungsgruppe auf dem Gebiet der molekularen Embryologie zu leiten. 2001 wurde er zum Assistenzprofessor für Therapeutische Technologien an das Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der ETH Zürich berufen.
Das attraktive Forschungsumfeld am Walter-Brendel-Zentrum und die räumliche Nähe zur Fakultät für Chemie und Pharmazie und zu den Max-Planck-Instituten in Martinsried waren laut André Brändli wichtige Gründe für seine Entscheidung, den Ruf an die LMU anzunehmen.

Prof. Dr. Bernhard Mayer
Fakultät für Physik

Sein Thema ist der Strahlungstransport in der Atmosphäre, also die Ausbreitung solarer und thermischer Strahlung: Professor Bernhard Mayer hat im Sommersemester 2009 den Lehrstuhl für Experimentelle Meteorologie an der LMU übernommen. Warum er sich für die LMU entschieden hat? „Das meteorologische Institut der LMU hat Weltruf auf dem Gebiet des atmosphärischen Strahlungstransports. Ich freue mich darauf, dieses Thema in Forschung und Lehre zu vertreten, und möchte die Synergien mit den naheliegenden Instituten, insbesondere dem DLR Oberpfaffenhofen, nutzen“, so Mayer. Der 1966 geborene Mayer studierte Allgemeine Physik an der Technischen Universität München und beschäftigte sich bereits während dieser Zeit intensiv mit der Physik der Atmosphäre. Seine 1996 veröffentlichte Doktorarbeit trägt den Titel „Messung und Modellierung der spektralen UV-Bestrahlungsstärke in Garmisch-Partenkirchen“. Darin geht es um die Quantifizierung der UV-Strahlung sowie den Einfluss von Wolken, Aerosol – auch „Feinstaub“ genannt – und Ozon. Im Anschluss arbeitete Mayer zwei Jahre lang als DAAD-Stipendiat am „National Center of Atmospheric Research“ (NCAR) im US-amerikanischen Boulder, Colorado, das als „Mekka der Atmosphärenforschung“ gilt. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen tätig, seit 2002 als Leiter der Abteilung Fernerkundung der Atmosphäre. Schwerpunktthemen waren die Fernerkundung von Wolken, insbesondere Kondensstreifen und Zirren, mit meteorologischen Satelliten und die Untersuchung des Einflusses von Luftverkehr auf das Klima. „Wir haben nicht nur die Umweltwirkung von Flugzeugen untersucht, sondern versuchen in einem laufenden Projekt zusammen mit Lufthansa Systems und der Deutschen Flugsicherung, Flugrouten zu optimieren, um die Klimawirkung zu minimieren.“ Mayer hat eines der bekanntesten Strahlungstransportmodelle entwickelt, das – neben Berechnungen der solaren und thermischen Strahlung – auch für die Entwicklung neuer Fernerkundungsverfahren und die Prognose des Ertrags von Solarkraftwerken verwendet wird. An der LMU wird er zusammen mit seinen Kollegen neue optische Messtechniken zur Vertikalsondierung von Wolken entwickeln. Laut  dem aktuellen Bericht des Weltklimarates sind Wolken nach wie vor der größte Unsicherheitsfaktor bei der Prognose des zukünftigen Klimas – die Arbeiten an der LMU sollen dazu beitragen, die Unsicherheiten, die sich durch Wolken ergeben, zu reduzieren.

Prof. Dr. Jared Miller
Fakultät für Kulturwissenschaften
Hebräisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Türkisch, Russisch: Nicht weniger als acht moderne Sprachen hat Jared Miller, der seit 1. Dezember 2008 eine Professur für Altorientalistik mit Schwerpunkt Altanatolien an der LMU innehat, einmal gelernt. Daneben sind ihm einige Alte Sprachen wie Akkadisch und Hethitisch geläufig. Geboren 1969 in Kelowna, Kanada, studierte Miller zunächst an der texanischen Ambassador University Englische Literatur mit den Nebenfächern Theologie und Deutsch. Seine Schwerpunkte lagen dabei in der Sprachwissenschaft, Literaturkritik und englischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Von 1990 bis 1991 wirkte er als Englischlehrer bei der Ambassador International Cultural Foundation des Waterfield Instituts in Nuwara Eliya, Sri Lanka. Von 1992 bis 1993 war er Englischtutor an der dortigen Ambassador Universität. Anschließend ging er nach Florida, um dort etwa ein Jahr lang als Journalist in Venice zu arbeiten.
Von 1995 bis 1999 studierte er Archäologie und altorientalische Kulturen an der Universität Tel Aviv. Titel seiner Magisterarbeit: „The Expeditions of ïattuÁili I to the Eastern Frontiers: A Study in the Historical Geography and Internal Chronology of the Great King’s Campaigns”. Zudem belegte er Hebräisch-Sprachkurse und war Forschungsassistent beziehungsweise Korrektor an der Juristischen Fakultät der israelischen Universität. Von 1996 bis 2002 arbeitete er außerdem als Redakteur in der Publikationsabteilung des Instituts für Archäologie der Universität Tel Aviv. Im Frühlingssemester 1997 wirkte er hier zudem als Lehrbeauftragter.
2003 wurde Jared Miller in Altorientalistik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einer Schrift zum Thema „Studies in the Origin, Development and Interpretation of the Kizzuwatna Rituals“ promoviert. Im selben Jahr war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Würzburger Lehrstuhl für Orientalische Philologie. Von 2003 bis 2008 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und seit 2004 als Gastdozent am Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ausgrabungen führten ihn unter anderem nach Nordost-Syrien, Israel und in die Türkei. Warum er nun den Ruf nach München angenommen hat? „In unserem sehr kleinen Fach tauchen Stellen nicht jeden Tag auf, und eine tolle wie die hier in München kaum einmal alle zehn Jahre. Von so einer hervorragenden Gelegenheit träumt man jahrelang.“

 Prof. Dr. Immanuel Bloch
Fakultät für Physik
Mit ultrakalten Quantengasen in Lichtkristallen beschäftigt sich Professor Immanuel Bloch, der im Mai an die LMU zurückgekehrt ist. Seitdem hat er an der Fakultät für Physik eine Professur für Experimentalphysik – Quantenoptik inne und ist zugleich Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) in Garching. Bloch, Jahrgang 1972, studierte Physik an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford-University stieß er 1998 zur Abteilung Laserspektroskopie von Professor Theodor Hänsch an der LMU und dem MPQ. Im Jahr 2000 promovierte er an der LMU über das Thema „Atomlaser und Phasenkohärenz atomarer Bose-Einstein-Kondensate“. Als wissenschaftlicher Assistent setzte er seine Forschungen an LMU und MPQ fort, bis er 2003 dem Ruf auf einen Lehrstuhl für Physik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz folgte. Nach fünf Jahren Abwesenheit kehrte er ans MPQ und die LMU zurück – Angebote für eine Professur sowohl in Harvard als auch in Stanford nahm er nicht an.
„Ich habe mich für München aufgrund der hervorragenden Infrastruktur und des weltweit einzigartigen Umfelds auf dem Gebiet der Quantenoptik entschieden.“ Immanuel Blochs Arbeitsgebiet ist die Untersuchung ultrakalter Quantengase in künstlichen Kristallen aus Licht, sogenannten optischen Gittern, unter verschiedenen Aspekten. So können diese Systeme das Verhalten von Festkörpern modellieren und damit helfen, Eigenschaften wie Magnetismus oder Supraleitung besser zu verstehen. Dies wird auch der zentrale Schwerpunkt von Blochs Forschung in München sein. Ein weiteres Thema ist die Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Quanteninformation. Mit einzelnen, in optischen Gittern gezielt deponierten Atomen lassen sich zum Beispiel Schaltungen wie Quantengatter realisieren. Des Weiteren führt Bloch spektroskopische Untersuchungen höchster Präzision an kalten Atomen und Molekülen durch, die in einem solchen Lichtkristall ortsfest gebunden sind. „Den Grundstein für diese Arbeiten hat Professor Hänsch mit seiner Methode der Laserkühlung von Atomen gelegt, er ist gewissermaßen der ‚Vater’ der kalten Atome“, meint Professor Bloch. Unter anderem wurde Bloch bereits mit dem Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

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