Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU-Tagung gibt Einblicke in die Gebärdensprache

München, 23.06.2009

Am 26. Juni 2009 veranstaltet das Linguistische Internationale Promotionsprogramm (LIPP) eine Tagung zum Thema Deutsche Gebärdensprache (DGS). Die Tagung „Gesehene Sprache“ diskutiert unter anderem Fragen zur Struktur der DGS, Probleme der Verschriftlichung sowie die Schwierigkeiten Gehörloser beim Schriftspracherwerb.

In Deutschland leben etwa 80.000 Gehörlose und rund 16 Millionen Schwerhörige. Sie und zahlreiche Hörende verwenden in ihrer alltäglichen Kommunikation die DGS. Diese visuell-räumliche Sprache ist in Deutschland seit 2002 rechtlich anerkannt. Dennoch ist das Wissen der Bevölkerung immer noch relativ gering und Gehörlose haben oft mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. So ist nur wenigen bekannt, dass jedes Land eine eigene Gebärdensprache besitzt und es sogar regionale Dialekte und Soziolekte gibt.

Die Tagung hat zum einen das Ziel, einen Einblick in den Funktionsmechanismus von Gebärdensprachen zu geben. Da Laut- und Gebärdensprache zwei verschiedene Modalitäten benutzen, haben die bedeutungstragenden Elemente eine andere Form. Gebärden bestehen aus verschiedenen Komponenten, die mit den Phonemen/Morphemen einer Lautsprache verglichen werden können. Diese sind unter anderem Handform, Handstellung, Bewegung, Ausführungsstelle, aber auch Mimik und Blick. In Gebärdensprachen kann genauso viel genauso schnell ausgedrückt werden, wie in einer Lautsprache und oft sind Gebärden sogar präziser als Worte.

Die Tagung wendet sich zum einen an Dozenten, Doktoranden und Studenten der Sprachwissenschaft, Sprachtherapie und Gehörlosenpädagogik, sowie praktizierende Sprachheilpädagogen und -therapeuten. Darüber hinaus ist „Gesehene Sprache“ für alle Interessierten offen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos und es wird eine Übersetzung in die DGS geben.

Weitere Informationen unter: www.lipp.uni-muenchen.de/ob/includes/frontend/abstracts/ss09/sym12_programm.pdf

 

 

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