Ludwig-Maximilians-Universität München
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Tagung untersucht das Verhältnis von Religion und Bioethik

München, 16.02.2009

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte LMU-Nachwuchsgruppe „Religion in bioethischen Diskursen“ erforscht den Einfluss von religiösen Akteuren sowie religiöser Sprache und Vorstellungen auf die bioethischen Debatten und Gremien. Am 18. und 19. Februar 2009 veranstaltet die Gruppe eine Tagung im Münchner Kompetenzzentrum Ethik (MKE) an der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum M 210. Forscher unterschiedlicher Disziplinen diskutieren dort zum einen darüber, wie Kirchen und religiöse Akteure politische Entscheidungsprozesse beeinflussen. Zum anderen geht es um die religiöse Prägung von Mentalitäten, Argumentationen und Begriffen.

„In Deutschland ist die Wahrnehmung dieses Themas vor allem durch das Auftreten von Kirchenvertretern geprägt worden, die eine religiöse Deutungshoheit für diese komplexen bioethischen Fragen beansprucht haben“, so Dr. Friedemann Voigt, der Leiter der BMBF-Nachwuchsgruppe an der LMU. Allerdings sei bei genauer Betrachtung schon innerhalb Deutschlands zu bemerken, dass es unter den religiösen Akteuren keine einheitliche Stellungnahme zu bioethischen Fragen gebe. Dieser Eindruck verstärke sich im internationalen Vergleich. Obwohl sich die Akteure häufig auf dieselben Texte und dieselben theologischen Traditionen berufen, ergeben sich große Unterschiede dabei, konkrete Herausforderungen wie etwa Stammzellforschung oder Sterbehilfe zu bewerten. So wird deutlich, dass für die Frage nach der Religion in bioethischen Diskursen die Einbindung in die jeweilige kulturelle Debattenlage von großer Bedeutung ist. Denn die Religion ist selbst ein integraler Bestandteil der Kultur.

Die Tagung will dazu beitragen, den wichtigen hermeneutischen Zusammenhang von Religion und Bioethik aufzuklären. Zum einen werden die Verflechtungen von Religion und Bioethik in verschiedenen Ländern Europas aber auch in Israel mit unterschiedlichen religiösen Landschaften dargestellt. Zum anderen wird danach gefragt, wie auf diesem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund gemeinsame Perspektiven der Bioethik entwickelt werden können.

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