Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

EU fördert LMU-Projekt zu bedrohten Sprachen

München, 06.07.2009

Die obugrischen Sprachen in Nordwest-Sibirien sind vom Aussterben bedroht. 1989 gab es nur noch 3.000 Muttersprachler für das Mansische und etwa 13.000 für das Chantische. Die EU fördert jetzt durch die European Science Foundation das Projekt „Ob-Ugric languages: conceptual structures, lexicon, constructions, categories“ am Institut für Finnougristik/Uralistik an der LMU. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die beiden obugrischen Sprachen möglichst umfassend digital zu katalogisieren und zu dokumentieren.

Die Forscherinnen und Forscher wollen unterschiedliche Internet-Ressourcen erstellen. So planen sie etwa eine Datenbank zu schaffen, die Textkorpora in je zwei Dialekten der beiden obugrischen Sprachen Chantisch und Mansisch umfasst. Damit sollen rare Texte, Archiv- und Feldforschungsmaterial in Bilddatei-Form, in vereinheitlichter phonologisierter Transkription, mit Glossierung und Übersetzung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem sind Wörterbücher geplant, und ein Thesaurus mit multimedial aufgearbeiteten ethnologischen Materialien soll ebenso zusammengestellt werden wie ein etymologisches Wörterbuch und eine moderne Beschreibung der Grammatik der betreffenden Dialekte. Alle Bereiche des Projekts werden durch eine Konkordanz verknüpft. Auch eine Bibliographie von Primär- und Sekundärliteratur, überwiegend im Volltext, ist in Planung. Ziel ist es, alle derzeit erhältlichen wissenschaftlichen Daten und die eigene Forschung zu den beiden obugrischen Sprachen systematisch aufgearbeitet der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Das Projekt gehört zu einem von fünf Projekten, die im „European Collaborative Research“-Programm „EuroBABEL“ ausgewählt wurden (BABEL steht für „Better Analyses Based on Endangered Languages). Die Förderung für das Gesamtprojekt beläuft sich auf über eine Million Euro für drei Jahre. Kooperationspartner sind die Universitäten Szeged, Helsinki und Wien, die Projektleitung liegt bei Professor Elena Skribnik, Institut für Finnougristik/Uralistik an der LMU, verantwortliche Koordinatorin ist Privatdozentin Dr. Anna Widmer, ebenfalls LMU.

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse